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Dr. Azubi

Ausbildung nach Aufhebungsvertrag, woanders fortsetzen

Hallo,
Ich befinde mich eig. im 2 Lehrjahr als FmKU,
Eigendlich, weil ich zum 30.12. letzten Jahres einen Aufhebungsvertrag mit meiner Firma geschlossen habe. Grund dafür war meine Gesundheit. Ich befand mich bis 30.12. rund ein halbes Jahr fast ausschließlich in Stationärer psychatrischer Behandlung (bis auf zwei Wochen, wo ich es trotz beschwerden versucht habe).Da ich wieder stabieler bin und unbedingt arbeiten will, wie ich meine Ausbildung fortsetzen kann.

Auf Grund meiner langen Krankentage, ist das Arbeitsklima in meinem alten Betrieb sehr schlecht, so das ich da nicht weiter machen kann.

Vielen dank MfG

Ausbildung nach Kündigung fortsetzen nach 3 Monaten

Meine Frage ist ich habe mit meinen Alten Arbeitsgeber einen Aufhebungs Vertrag gemacht und zum 29.9.2020 gekündigt und jetzt (14.1.2021) würde ich doch gerne wieder dieses Ausbildung fortsetzen ist das noch möglich oder muss ich wieder von vorne anfangen ? 

RE: Ausbildung nach Aufhebungsvertrag, woanders fortsetzen

Hallo Simon,

vielen Dank für die Anfrage, gern helfen wir weiter. Entschuldige die Wartezeit.

Also, du kannst die Ausbildung natürlich wieder aufnehmen. Bei deinem alten Betrieb, sofern du das möchtest und es da keine Probleme gibt, oder eben in einem neuen Betrieb. Die Ausbildungszeit, die du bereits erbracht hast, wird in der Regel angerechnet, d. h. du müsstest nicht komplett von vorn beginnen. Sprich hierfür am besten mal mit deiner zuständigen Kammer. Dort kann man dir genauere Informationen zum Ablauf und der Anrechnung bereits geleisteter Ausbildungszeit geben.

Ansonsten kannst du dich auch gern nochmal an deine zuständige Gewerkschaft wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

NGG

Geschäftsstelle Leipzig
Angerstraße 14a
04177 Leipzig
Tel.: 0341 / 688 43 24 0
Fax: 0341 / 688 43 24 19
region.leipzig-halle-dessau@ngg.net
www.ngg.net/lhd

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi     

P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Ausbildung nach Aufhebungsvertrag, woanders fortsetzen

Was kann ich tun, wenn ich einen Auflösungsvertrag bekommen habe, weil das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und mir sich extrem verschlechtert hat.

Würde meine Ausbildung gerne fortsetzen, aber hab bloss 11 Tage Zeit einen neue Ausbildungsplatz zu finden.

Kann ich zumindest die Schule weiter machen?

Mfg Alex  

RE: Ausbildung nach Aufhebungsvertrag, woanders fortsetzen

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr.Azubi wendest. So eine Nachricht zu bekommen ist nicht schön. Ich kann dir sagen, wende dich am besten so schnell wie möglich an die Gewerkschaft und schaue mal auf dem Arbeitsmarkt.

Wenn du eine Kündigung erhältst, hat dies oft viele Gründe. Wir empfehlen dir, dringend, gegen die Kündigung vorzugehen. Auch dann, wenn du nicht mehr in den Betrieb zurück gehen möchtest. Handle schnell, denn du hast nur drei Wochen Zeit, etwas gegen die Kündigung zu unternehmen. Danach ist sie wirksam.

Hier die rechtlichen Grundlagen:

Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältniskann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz).

Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

  • Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule
  • Urlaubsantritt ohne Genehmigung
  • Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule
  • Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)

·         nachgewiesener Diebstahl

·         Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

 

Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind.

Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen.

Keine Kündigungsgründe sind:

  • Fehlerhafte oder schlechte Leistungen in Betrieb/Berufsschule
  • Krankheit

Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

Die Kündigung eines minderjährigen Azubis muss grundsätzlich auch gegenüber den gesetzlichen Vertretern - im Allgemeinen also gegenüber den Eltern - erklärt werden.

 

Unabhängig vom Kündigungsgrund stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, die du dir bis zum Kündigungszeitpunkt erworben hast - insbesondere Restgehalt und Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen und ein Arbeitszeugnis.

Folgende Schritte solltest du so schnell wie möglich gehen:

  • Wende dich an deinen Betriebsrat (falls vorhanden)
  • Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

Verdi Sitz des Landesbezirks Rheinland-Pfalz-Saarland
Münsterplatz 2-6
55116 Mainz

Tel.: 06131/9726-0
Fax: 06131/9726-288
E-Mail: lbz.rlpsaar@verdi.de

 

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

  • Als nächstes solltest du gemeinsam mit deiner Gewerkschaft möglichst schnell einen Antrag für ein Schlichtungsverfahren bei deiner zuständigen Kammer oder dem zuständigen Arbeitsgericht stellen. Sie leitet dann ein Schlichtungsverfahren ein.
  • Falls deine Klage Erfolg hat, du aber nicht mehr zurück in deinen Betrieb möchtest, kannst du dich jetzt schon mal um einen neuen Ausbildungsbetrieb kümmern. Wende dich an deine Berufsschulsozialarbeit, sie hilft dir dabei, wie es beruflich weitergeht. Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen.

Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: http://www.azubi-azubine.de/bewerbung

Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de.

Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probe arbeiten.

 

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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