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Dr. Azubi

Ausbildung abbrechen & neuen Vertrag unterschreiben

Guten Tag Dr. Azubi,
Ich möchte meine derzeitige Ausbildung abbrechen, weil ich einen Berufswechsel anstrebe. Ich habe auch schon die Zusage für einen neuen Ausbildungsplatz. Daher würde ich gerne von Ihnen wissen, ob ich meinen neuen Ausbildungsvertrag schon unterschreiben kann und noch z.B. bis Mai bei meinem alten Arbeitgeber arbeiten könnte?
Reicht es mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen zu kündigen ?
Und welche Kündigungsfrist muss ich einhalten?
Vielen Dank schon mal, Gruß Martin

RE:um einen neuen Vertrag bitten!

Guten tag Dr.Azubi ,

  • ich bin ungeplant schwanger,ich bin in der 15 Schwangerschaftswoche,meine Ausbildung startet in 2 monaten! Aus dem Grund möchte ich bei Ihnen anfragen,ob ich aus diesem Grund meine Ausbildungsbegin um 1 Jahr verschieben kann genauer gesagt um einen neuen Ausbildungvertrag bitten?!ich bin momentan ratlos und da ich in deutschland neu bin,weiß ich ganz genau nicht, wie ich es vernünftig formulieren kann,damit  ich eine positive Nachricht bekomme?!
  • Vielen lieben Dank,Alma

RE: Ausbildung abbrechen & neuen Vertrag unterschreiben

Hallo liebe Alma,

schön, dass du dich an Dr.Azubi gewendet hast. Mach dir keine Sorgen: Dein Ausbildungsplatz ist wegen deiner Schwangerschaft nicht gefährdet, denn du hast ab sofort einen besonderen sschutz. Eine  während der Schwangerschaft und vier Monate nach der Geburt ist unzulässig, auch wenn „besonders schwere Pflichtverletzungen“ vorliegen. Bei der  einer schwangeren muss das Gewerbeaufsichtsamt der  zustimmen. Auch während der Probezeit genießt du als Schwangere diesen besonderen sschutz. Eine  von deinem Arbeitgeber wäre auch dann unwirksam, wenn du innerhalb von zwei Wochen nach der  deinem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitteilst. 

Bitte beachte, dass du gegen die  gerichtlich innerhalb von 3 Wochen ab Zugang vorgehen musst. Lass dich bitte entsprechend von deiner Gewerkschaft beraten.

Mitteilen musst Du deinem Arbeitgeber deine Schwangerschaft aber in jedem Fall so schnell wie möglich, denn da Du schwanger bist, musst du jetzt natürlich besondere Rücksicht auf dein Baby nehmen - und das muss auch dein Arbeitgeber. Er darf dir keine schweren körperlichen Arbeiten mehr zuweisen oder dich irgendwelche gesundheitsgefährdende Tätigkeiten machen lassen. Ist deine Schwangerschaft gefährdet, wird deine Ärztin oder dein Arzt ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Trotz des Beschäftigungsverbotes hast du weiterhin Anspruch auf deine Ausbildungsvergütung.  Während der Schwangerschaft darfst du nicht länger als neun Stunden pro Tag beschäftigt werden.

Es gibt nach der gesetzlichen Neuregelung des Mutterschutzgesetz (MuSchG) ab 01.01.2018 diverse Änderungen bei den Beschäftigungsverboten. Das Ziel des Gesetzes ist es, dass werdende Mütter die Möglichkeit bekommen, ihre Beschäftigung weiter auszuüben. Beschäftigungsverbote sollen vermieden werden.

Der Arbeitgeber muss vor Ausspruch eines Beschäftigungsverbotes Maßnahmen ergreifen, um die Weiterbeschäftigung zu ermöglichen. Neben Vorkehrungen zur Umgestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen muss auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes geprüft werden.

Jeder einzelne Arbeitsplatz muss auf „unverantwortbare Gefahren“ geprüft werden (§§ 9.11, 12 MuSchG.

Während der Schwangerschaft darfst du nicht länger als neun Stunden pro Tag arbeiten. Sechs Wochen vor dem errechneten und acht Wochen nach dem tatsächlichen Entbindungstermin darfst du nicht arbeiten, bekommst aber unter bestimmten Voraussetzungen Mutterschaftsgeld von deiner Krankenkasse. 

Viele Azubis, die in ihrer Ausbildung ein Kind bekommen, beantragen eine Verlängerung der Ausbildung nach dem Berufsbildungsgesetz, weil sie sonst die Zulassungsvoraussetzungen für die nicht in der vorgeschriebenen Zeit erfüllen könnten. Alle Informationen zur Verlängerung der Ausbildungszeit bekommst du bei deiner zuständigen Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag).

Es ist auch möglich die Ausbildung nach der Geburt in Teilzeit weiterzuführen.

Nun zu den finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten für schwangere Azubis. Du solltest Dich diesbezüglich auf jeden Fall auch ausführlich von einer Sozial- oder Familienberatungsstelle vor Ort beraten lassen (z. B.  Diakonie, Caritas etc.) Hier aber schon einmal die wichtigsten Infos: 

Azubis mit Kind können mit ihrem geringen Verdienst auch Sozialgeld für ihr Kind bekommen. Von diesem Geld wird allerdings das Kindergeld als Einkommen des Kindes abgezogen sowie der Unterhalt des Vaters. Das Sozialgeld wird allerdings nur gezahlt, wenn du kein Anspruch auf einen Kindergeldzuschlag hast.

Der Vater ist in jedem Fall unterhaltspflichtig. Je nach Einkommen des Vaters gibt es bestimmte Regelsätze, die in der Düsseldorfer Tabelle festgelegt sind. Siehe auch hier: www.finanztip.de/recht/familie/duesseldorfer-tabelle.htm

Wenn Dein Exfreund sich weigert zu zahlen oder zu wenig zahlt, so solltest Du Dich ans Jugendamt wenden und dort die Sache klären. Lass Dich bitte nicht übers Ohr hauen und poche auf das was Dir auch per Gesetz zusteht. Für Schwangere gilt: sie können ab der 13. Schwangerschaftswoche einen Mehrbedarf vom Jobcenter bekommen.

Falls du BAB bekommst, wird es eventuell noch einmal neu berechnet wenn du in einer eigenen Wohnung wohnst und somit mehr Mietkosten hast. Unter Umständen erhältst du einen Zuschuss von 140 € monatlich zu deinen Kinderbetreuungskosten. Seit Januar 2017 können auch BAB-Empfänger einen Mietzuschuss beim Jobcenter beantragen. Dieser wird nur gewährt, wenn die Kosten für die Unterkunft angemessen sind. Erkundige Dich danach. 

Evtl. kann das Jobcenter bei großer Bedürftigkeit auch bei der Erstausstattung für die Wohnung helfen, Voraussetzung ist allerdings, dass die benötigten Gegenstände noch nie vorhanden waren. Für Schwangere mit geringfügigem Einkommen gibt es „einmalige Leistungen“ für die Erstausstattung des Kindes. Der Antrag muss VOR den Anschaffungen beim Jobcenter gestellt werden. Es gibt aber in verschiedenen Bundesländern Familienstiftungen, die für solche Notfälle Hilfen gewähren. Erkundige Dich in der Sozialberatungsstelle. Dort kann man auch meist die Anträge für Stiftungen stellen. 

Du siehst also, es gibt verschiedene finanzielle Möglichkeiten und die Situation ist gar nicht so ausweglos wie sie im ersten Moment erscheint. 

Hier findest du weitere nützliche Infos über Schwangerschaft während der Ausbildung: http://www.ruv.de/de/r_v_ratgeber/ausbildung_berufseinstieg/ausbildung/3_schwangerwaehrendderausbildung.jsp

Bitte wende dich an deine Gewerkschaft und lass dich dort beraten. Dann bist du in guten Händen falls wirklich etwas passiert:

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich: 

Verdi Sitz des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen
Karlstraße 123-127
40210 Düsseldorf

Tel.: 0211/61824-0
Fax: 0211/61824-466
E-Mail: lbz.nrw@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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