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Dr. Azubi

Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo
mein name ist jasmin ich habe einen Frage zu meiner Ausbildung als Steuerfachangestellte. Ich habe jetzt im Januar mit einer EQ Maßnahme angefangen. Die geht dann bis August und dann beginnt meine Ausbildung.
Ich habe bis Januar eine schulische Ausbildung zur kaufmännischen Assistentin mich Fachhochschulreife (1,5 Jahre) gemacht. (Abgebrochen für die duale Ausbildung ohne Fachhochschulreife).
Jetzt habe ich schon einiges an Grundwissen und meine Lehrerin (Berufsschule) meinte das ich den Stoff in Steuerlehre nachholen kann und dann ein halbes Jahr verkürzen kann. Nun geht das leider nicht weil ich schon mit meinen Chef die Maßnahme mache und die Ausbildung erst im August beginnt. Ist es möglich wenn mann den Stoff bereits beherrscht das man im Sommer direkt ins zweite Lehrjahr einsteigt?

Danke für die Antwort

Liebe Grüße Jasmin

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo,

Ich habe ein Fachabitur in Richtung Technik gemacht und anschließend 2 Jahre Produktionstechnik an der FH studiert. Jetzt möchte ich doch liebet eine Ausbildung anfangen. 

Nun zu meiner Frage:

Ich will eine Ausbildung zum Industriekaufmann absolvieren und wollte mal fragen, ob man durch meinen Abschluss und Studium die Ausbildung um 1 Jahr verkürzen kann.

Vielen Dank für die schnelle Rückmeldung 

MfG

Konrad 

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo Konrad,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist eine kaufmännische Ausbildung, wohingegen deine bisherigen Erfahrungen recht technisch klingen. Ob da deine Vorkenntnisse anerkannt werden können oder nicht erfragst du am besten bei deiner zuständigen IHK. Dort kann man dir vermutlich genau sagen, ob du aufgrund deiner Vorkenntnisse, z. B. in ein höheres Ausbildungsjahr einsteigen kannst. Gern kannst du dir auch über die Kammern den Ausbildungsrahmenplan ziehen und selbst mal einen Blick auf die Ausbildungsinhalte werfen.

Generell gilt: Dein Ausbildungsverhältnis kann aufgrund von Vorbildung verkürzt werden (§7,8 Berufsbildungsgesetz). Die Bundesländer können dabei unterschiedliche Regelungen erlassen. In der Regel kannst du aber aus folgenden Gründen verkürzen:
1. Falls du in demselben Beruf bereits Ausbildungszeit zurückgelegt hast wird dir diese Zeit voll anerkannt. Auch Ausbildungszeiten in einem ähnlichen Beruf können teilweise anerkannt werden.

2. Wenn du vor der Ausbildung eine Berufsfachschule besucht hast, kann dir das ganz oder teilweise auf deine Ausbildungszeit angerechnet werden.
3. Auch aufgrund von allgemeinbildenden Schulabschlüssen kannst du die Ausbildung verkürzen.

Die Abkürzungsmöglichkeiten können auch nebeneinander berücksichtigt werden. Du kannst also zum Beispiel zunächst aufgrund deiner Vorbildung verkürzen und dann noch einmal aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen in der Zwischenprüfung. Allerdings sollten bestimmte Mindestzeiten einer Ausbildung nicht unterschritten werden.

  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3,5 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 24 Monate dauern.
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 18 Monate dauern.
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 2 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 12 Monate dauern.

Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall

Geschäftsstelle Ostsachsen 
Dr.-Maria-Grollmuß-Str. 1
02625 Bautzen

Tel.: +49 3591 52140
Fax: +49 3591 521430
E-Mail: ostsachsen@igmetall.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo, 

ich habe eine Frage. In der Dachdeckerschule wurde mir erzählt, dass wenn ich mein erstes Ausbildungsjahr abgeschlossen habe , dass ich dann wenn ich den Beruf wechseln will im 2 Lehrjahr beim Maurer weitermachen könnte stimmt dass ? 

Liebe Grüße 

Benjamin 

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo Benjamin,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Sofern die Berufe weitestgehend ähnliche Inhalte haben, ist es durchaus möglich im zweiten Ausbildungsjahr zu starten. Ob eine ausreichende Ähnlichkeit vorhanden ist und du somit ausreichend Vorkenntnisse hast, erfragst du am besten noch einmal bei deiner zuständigen Kammer.

Gern kannst du dich auch nochmal an deine zuständige Gewerkschaft wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG BAU

Geschäftsstelle Ostwestfalen-Lippe 
Brückenkopf 2
32423 Minden

Tel.: 0571 38998033
Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

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Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo, 

Ich bin 32 Jahre und würde nun doch noch gerne eine Ausbildung im Handwerk absolvieren. 

Ich habe nur einen ESA und wollte wissen ob es möglich ist die Ausbildung im zweiten Lehrjahr zu starten und welche Vorraussetzungen dafür nötig sind. 

Vielen Dank

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo Hugo,

schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest. Die duale Berufsausbildung ist immer zulassungsfrei. Sprich: Man kann auch ohne Schulabschluss eine Ausbildung beginnen. Von daher kannst du eine Ausbildung im Handwerk auch mit ESA beginnen.

Wir haben in den Handwerklichen Berufen einen großen Mangel, dass du dort schnell eine Stelle finden wirst

Dein Ausbildungsverhältnis kann aufgrund von Vorbildung verkürzt werden (§ 7, 8 Berufsbildungsgesetz). Die Bundesländer können dabei unterschiedliche Regelungen erlassen. In der Regel kannst du aber ausfolgenden Gründen verkürzen:

Falls du in demselben Beruf bereits Ausbildungszeit zurückgelegt hast wird dir diese Zeit voll anerkannt. Auch Ausbildungszeiten in einem ähnlichen Beruf können teilweise anerkannt werden.

Wenn du vor der Ausbildung eine Berufsfachschule besucht hast, kann dir das ganz oder teilweise auf deine Ausbildungszeit angerechnet werden.

Auch aufgrund von allgemeinbildenden Schulabschlüssen kannst du die Ausbildung verkürzen.

 

  • Bei Realschülern kann die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt werden.
  • Bei Abiturienten kann die Ausbildung um maximal 1 Jahr gekürzt werden
  • Bei Fachhochschulreife in der entsprechenden Fachrichtung ist eine Kürzung bis zu 2 Jahren möglich.


Es ist auch möglich, einen Antrag auf Verkürzung zu stellen, wenn zu erwarten ist, dass du das Ausbildungsziel in der gekürzten Dauer erreichen wirst (beispielsweise bei einer Teilzeitberufsausbildung). Die Verkürzung aufgrund von Vorbildung soll möglichst gleich beim Vertragsabschluss erfolgen. Sie muss aber spätestens so rechtzeitig beantragt werden, dass mindestens noch ein Jahr an Ausbildungszeit verbleibt.

Eine Verkürzung aufgrund von Punkt 1 erfolgt in der Regel automatisch durch die zuständige Stelle, trotzdem solltest du darauf achten. Eine Verkürzung nach Punkt 2 & 3 musst du gemeinsam mit deinem Ausbilder bei der zuständigen Stelle beantragen: Du brauchst also das Einverständnis deines Ausbilders. Ihr solltet den Antrag gleich zu Beginn der Ausbildung stellen. Es ist aber auch möglich, den Antrag noch im Verlauf der Ausbildung zu stellen. Die verkürzte Ausbildungszeit wird dann in deinen Ausbildungsvertrag eingetragen. Bei Fragen wende dich an die zuständige Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag zum Beispiel IHK, oder Innung).

Achtung: Wenn dir aufgrund von Punkt 1 oder Punkt 2 deine Vorbildung auf die Ausbildungszeit angerechnet wird, wird die gekürzte Zeit in Bezug auf deine Ausbildungsvergütung als Ausbildungszeit gewertet, die du bereits verbracht hast. Im Klartext: Wenn du um ein Jahr verkürzt, beginnst du deine Ausbildung bereits im 2. Ausbildungsjahr und hast Anspruch auf die Vergütung des 2. Ausbildungsjahres! Wenn du nach Punkt 3 verkürzt, hast du keinen Anspruch auf die höhere Vergütung.

Wenn du überdurchschnittliche Leistungen während der Ausbildung - insbesondere in der Zwischenprüfung - erbringst, kannst du bei der zuständigen Stelle einen Antrag auf Ausbildungszeitverkürzung stellen (§ 45 Berufsbildungsgesetz). Für den Antrag reicht in der Regel die Note „gut“ (im Durchschnitt min. 2,49) in allen prüfungsrelevanten Fächern. Die zuständige Stelle befragt dann deinen Ausbilder und die Berufsschule, ob sie dem Antrag zustimmen. Dann entscheidet die zuständige Stelle, und du erhältst einen Bescheid. Leider richten sich die Entscheidungen über eine Ausbildungszeitverkürzung oft nach der Meinung deines Ausbilders und dummerweise wollen Betriebe ihre besten Azubis selten früher ziehen lassen. Trotzdem: Falls du in der Zwischenprüfung überdurchschnittliche Ergebnisse hast, solltest du sofort den Antrag stellen! Gegen einen ablehnenden Bescheid kannst du gemeinsam mit deiner Gewerkschaft Widerspruch einlegen.

Die Abkürzungsmöglichkeiten können auch nebeneinander berücksichtigt werden. Du kannst also zum Beispiel zunächst aufgrund deiner Vorbildung verkürzen und dann noch einmal aufgrund überdurchschnittlicher Leistungen in der Zwischenprüfung. Allerdings sollten bestimmte Mindestzeiten einer Ausbildung nicht unterschritten werden.

  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3,5 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 24 Monate dauern.
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 3 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 18 Monate dauern.
  • Bei einer Regelausbildungszeit von 2 Jahren sollte die Ausbildung mindestens 12 Monate dauern.

 

Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden!

Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also keinen Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Ein Kontakt in deiner Nähe ist:

IG Metall

Besenbinderhof 60
20097 Hamburg
+49 40 2840860
hamburg@igmetall.de
www.igmetall-hamburg.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

 

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Ausbildung im 2 Lehrjahr wiederaufnehmen?

Hallo Dr. Azubi.

Ich mache zurzeit eine Ausbildung zur Mediengestalterin.
Allerdings habe ich aktuell starke gesundheitliche Probleme, weswegen ich Probleme in der Ausbildung habe. Mir fehlen sehr viele Stunden aufgrund von Therapie und ich war aufgrund von Panikattacken oft auch nicht in der Berufsschule. Nun weiß ich nicht, ob ich überhaupt zur Zwischenprüfung zugelassen werde.
Mein Zeugniss war auch nicht gerade gut, da ich ja fast nie da war.

Eventuell kann es sein, dass ich die Ausbildung abbreche, da mein mentaler Zustand es einfach nicht zulässt.
Ich brauche einfach eine Pause um Therapie zu bekommen oder eventuell in eine Klinik zu gehen, damit ich wieder gesund werden kann. Das kann halt alles Monate dauern.

Könnte ich danach wieder die Ausbildung im 2. Lehrjahr aufnehmen oder hab ich nach so einer Pause überhaupt noch eine Chance mit meinem Zeugniss?

LG Yumo

RE: Ausbildung im 2 lehrjahr anfangen?

Hallo Yumo!

Danke für deine Anfrage! Das tut mir leid zu hören, dass es dir schlecht geht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es viel Druck auslöst bezüglich deiner Ausbildung. Bitte denke daran: Jede*r kann krank werden und es dürfen keine negativen Folgen daraus resultieren. Für die Dauer und den Zeitpunkt kannst du ja nichts. Deine psychische und physische Gesundheit ist dein wichtigstes Gut. Die Ursachen von psychischem Stress können sehr unterschiedlich sein. Nicht selten sind Bauchschmerzen, Schlafstörungen oder Energieverlust bis hin zu Depressionen und Burnout Folgen von psychischem Stress.

Wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, solltest du die Warnsignale ernst nehmen und dir Hilfe von einem*einer fachlich qualifizierten Arzt*Ärztin holen. Konzentriere dich erst einmal darauf, dass es dir bald wieder besser geht und mach dir keine Sorgen wegen deiner Ausbildung. Blöde Kommentare oder Druckausübungen von Seiten deines Betriebes sind nicht in Ordnung.

Eine "Ausbildungspause" oder Unterbrechung gibt es im wörtlichen Sinne zwar nicht, aber du kannst dich selbstverständlich krankschreiben lassen und so erst einmal aussetzen, denn wenn du krankgeschrieben bist, bist du krankgeschrieben. Daher hast du dich vollkommen korrekt verhalten, indem du dich erst einmal um deine Gesundheit kümmerst.

Wenn dein*e Arzt*Ärztin dich länger krankschreiben würde, damit du z. B. eine Therapie oder so machen könntest, hast du zunächst einmal Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse.

Worauf du dich zudem gefasst machen solltest, wenn du sehr lange krankgeschrieben bist, ist, dass dein*e Arbeitgeber*in den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten kann. Der überprüft dann die Diagnose deines Arztes oder deiner Ärztin. Das ist aber keine Schikane oder Druckausübung, sondern ganz normale Routine. Zudem unterliegt der Arzt oder die Ärztin der Krankenkasse natürlich auch der ärztlichen Schweigepflicht und darf deinem*deiner Arbeitgeber*in nur mitteilen, ob du arbeitsfähig bist oder nicht.

Eine langanhaltende Krankheit kann erst dann zur Kündigung führen, wenn zum Zeitpunkt des Kündigungsausspruchs eine Wiedergenesung bis zum regulären Ausbildungsende nicht zu erwarten ist.

Wenn du während deiner Ausbildung längere Zeit krank warst, kannst du eine Verlängerung deiner Ausbildung bei der zuständigen Stelle (z. B. IHK) beantragen (§ 8 Berufsbildungsgesetz).

Wenn du bei hohen Fehl- und Krankheitszeiten bis zur Anmeldung der Abschlussprüfung die vorgeschriebene Ausbildungszeit nicht abgeleistet hast und dir noch wichtige Ausbildungsinhalte fehlen, kann eine Verlängerung im Einzelfall auch sehr sinnvoll sein. Als Grundlage kannst du auch mal anhand deines Ausbildungsrahmenplans durchgehen, welche Ausbildungsinhalte dir aufgrund deiner Krankheitsphase noch fehlen.

Grundsätzlich ist es so, dass man in seiner Ausbildung etwa 10 % Fehlzeiten (12-15 Wochen) haben darf, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Aber das mit den 10 % ist eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

Wenn du ein gutes Verhältnis zu deinem*deiner Ausbilder*in hast, kannst du ihn*sie auch mit ins Boot holen und ihr sucht eine gemeinsame Lösung. Bei einem Verlängerungsantrag wird die zuständige Stelle dann deine*n Ausbilder*in anhören und über die Verlängerung entscheiden.

Wenn dir die Ausbildung eigentlich gefällt und du sie weiterführen möchtest, dir aber die Belastung rein zeitlich zu viel wird, kannst du auch über eine Teilzeitberufsausbildung nachdenken. Das Berufsbildungsgesetz (§ 7a BBiG) sieht die Möglichkeit vor, eine Berufsausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Dafür braucht es seit Anfang 2020 keinen gesonderten Grund mehr.

Bei der Teilzeitberufsausbildung kannst du deine wöchentliche betriebliche Ausbildungszeit auf bis zu 50 % reduzieren. Die Gesamtdauer deiner Teilzeitausbildung verlängert sich entsprechend, maximal um das Eineinhalbfache der „regulären“ Ausbildungsdauer. Ein bis zwei Berufsschultage in Vollzeit würden zu der betrieblichen Ausbildungszeit noch hinzukommen. Das entspricht dann in etwa einer täglichen Arbeitszeit von bis zu 6 Stunden. Zu welchen Zeiten du in den Betrieb kommst, musst du mit deinem Betrieb absprechen.

Den Antrag auf die Teilzeitberufsausbildung müsstest du gemeinsam mit deinem Betrieb bei der zuständigen Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag) stellen. Du hast also keinen Rechtsanspruch auf eine Teilzeitausbildung, sondern musst einen Betrieb finden, der dich in Teilzeit ausbilden möchte.

Als Teilzeit-Azubi erhältst du ganz normal eine Ausbildungsvergütung, welche jedoch entsprechend der wöchentlichen Arbeitszeit gekürzt wird (§ 17 Abs. 5 BBIG). Beim Arbeitsamt kannst du dich über ergänzende Leistungen informieren. Du hast eventuell Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe.

Die neuen Gesetzesänderungen zur Teilzeitausbildung hinterlassen noch viele offenen Fragen. Wende dich daher am besten an deine zuständige Gewerkschaft, um weitere Unterstützung zu bekommen. Weitere Informationen zur Berufsausbildung in Teilzeit erhältst du auch bei den zuständigen Stellen.

Wenn du dich ganz konkret beraten lassen möchtest oder Hilfe brauchst, kannst du dich immer auch an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di Landesbezirk Hessen
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main
Tel.: 069/2569-0
E-Mail:
lbz.hessen@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Gesundheit und deine weitere Ausbildung - dass du dich bald wieder besser fühlst.

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Mitglied einer Gewerkschaft werden: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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