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Dr. Azubi

BAB stress mit Eltern

Hallo,
ich bin 22 und möchte von zu Hause ausziehen aus den einfachen gründen:
leere versprechungen (mein Vater verspricht mir das Kindergeld seit anfang meiner Ausbildung; habe einen Vertrag für meine Schwester abgeschlossen mit dem Hintergrund, dass mein Vater mir sagte er würde mir jeden Monat das geld geben.(fest Vertrag 10€ Laufzeig insgesamt 1Jahr) und hat mein vorgängerlaptop bekommen, mit dem hintergrund, dass er mir 200€ dafür geben wollte. Nichts davon habe ich je gesehen.
Auch ist es so, dass wenn ich finanzielle Hilfe von ihm benötige bekomme ich wenn überhaupt mal 50€.
schwester zieht meine hosen an und wirtschaftet sie runter ( spare ca. 2-3 Monate dafür.)da Markenware.

meine Eltern quatieren verwandte bei mir im zimmer ein mit 2 Tägiger ankündigung.

zu mir ich bin im 2. Lehrjahr und bekomme 441,... € reicht von hinten bis vorne nicht.
meine arbeit liegt 27km weiter und zahle pi mal daume 200 -250€ Benzin.
dann kommt auto dazu, dass ich abzahle (wo mir meine eltern in meiner damaliger not nichts zu gegeben hat oder wollte)(alles selbst bezahlt von führerschein bis auto mit hilfe dritter)
am schluss bleiben mir vll. 50-60€
restiliche hilfen von dritten.

zu meinen Eltern:
Vater:
Altenheim-Leiter zum 2. mal Verh.
Mutter:
seit Jahren kein kontakt (ich will nicht bin von ihr als ich 15 war ausgezogen...zu meinem Vater)
Ehefrau meines vaters:
nicht das beste verhältnis...kenn sie seit ich 6 bin.
Mischt sich in meine angelegenheiten.

Bekomme ich bab?
habe keine wohnung und wohnung muss man doch vorweisen!? Was kann ich sonst noch tun?

Gruß F.

Führerschein

Ich befinde mich schon in der Ausbildung, suche aber einen Weg den Führerschein unterstützt zu bekommen und mobil zu sein.

RE: BAB stress mit Eltern

Hallo!

Vielen Dank für deine Nachricht im Forum, wir freuen uns dass du dich mit deinem Anliegen an uns wendest und ich hoffe ich kann dir weiterhelfen.

Eine konkrete staatliche Unterstützung für den Führerschein ist mir nicht leider nicht bekannt. Im Falle von Arbeitssuchenden, kann es bei entsprechender Notwendigkeit vorkommen, dass das Jobcenter die Kosten für einen Führerschein bezuschusst.

Wenn du aber neben deiner Ausbildung gerne mehr finanzielle Unterstützung haben würdest, um dir den Führerschein zu leisten, solltest du gucken, dass du alle für dich in Frage kommenden Leistungen auch abgerufen hast.

Vor allem ist dabei an BAB, Wohngeld, Kindergeld und eventuell auch an ALG 2 zu denken.

Hier eine kleine Zusammenfassung, was du dabei beachten musst:

  • Seit dem 01.01.2023 beträgt das Kindergeld 250,00 €. Das müssen dir deine Eltern überweisen, da du ja nicht mehr zu Hause wohnst. Weigern sich deine Eltern, kannst du bei der Familienkasse der Arbeitsagentur beantragen, dass dir dein Kindergeld direkt ausgezahlt wird.

  • Du kannst Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Die soll dir eine Ausbildung trotz knapper Finanzen ermöglichen. Diese Beihilfe ist ein pauschaler Zuschuss für den Lebensunterhalt. Dazu kommen noch die individuellen Fahrtkosten. In der Regel bekommst du aber nur einen Teil davon, da BAB an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft ist:

  • gefördert wird in der Regel nur die erste Ausbildung

  • nur staatlich anerkannte Ausbildungen werden gefördert (betriebliche, sowie außerbetriebliche Ausbildungen), sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen

  • du erhältst nur dann BAB, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst

  • die finanzielle Situation deiner Eltern, die deines*deiner eventuellen Lebenspartners*Lebenspartnerin und dein Einkommen, sowie geltende Freibeträge werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.

Um Berufsausbildungsbeihilfe zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Agentur für Arbeit. Diese verlangt dann eine ganze Reihe von Bescheinigungen – unter anderem deinen Mietvertrag. Antragsformulare erhältst du direkt bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800 4555500. Stelle deinen Antrag möglichst bald, denn BAB wird nicht rückwirkend gezahlt. Je später du den Antrag stellst, umso später gibt es auch Geld. Hier gibt es auch einen BAB-Rechner, wo du schon mal grob errechnen lassen kannst, ob und wie viel BAB dir zustehen würde: http://babrechner.arbeitsagentur.de/

Achtung: Es kann passieren, dass du kein BAB erhältst, weil deine Eltern die erforderlichen Auskünfte nicht geben. Oder du erhältst kein BAB, weil das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, aber sie zahlen dir keinen Unterhalt. In diesen Fällen kannst du trotzdem BAB erhalten. Wende dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft. Hier ein Kontakt:

ver.di – Bezirk Saarbrücken

St.-Johanner-Straße 49

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681/98849-0

E-Mail: bz.saar-trier@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst…

  • Wohngeld: Zunächst musst du BAB beantragen, denn einen Antrag auf Wohngeld kannst du nur dann stellen, wenn dir BAB „dem Grunde nach“ nicht zusteht, also z. B., wenn du deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.

Nur in diesem Fall haben volljährige Azubis, die am Ausbildungsort eine Wohnung gemietet haben und die Kosten für diese Wohnung selbst aufbringen müssen, gute Chancen Wohngeld zu erhalten. Den Wohngeldantrag musst du bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in welcher sich deine Wohnung befindet.

Unter https://wohngeldantrag.de findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem kannst Du dich bei der dazugehörigen kostenlosen Wohngeldberatung telefonisch informieren (die Telefonnummer findest du unter: https://www.online-beratungsstellen.de/soziales.html).

  • Arbeitslosengeld II: Auszubildende können bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld II (ALG II) bzw. Hartz IV beantragen, wenn sie Probleme haben mit ihrer Vergütung über die Runden zu kommen.

Anspruch auf diese Leistungen haben generell Auszubildende oder Teilnehmer*innen an berufsvorbereitenden Maßnahmen, die nicht in Wohnheimen, oder in einem Internat bei voller Verpflegung untergebracht sind. Gleiches gilt für Auszubildende mit Behinderung, die für eine Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahme SGB III – Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsleben erhalten.

Bitte beachte, dass der Auszug aus dem Elternhaus vom zuständigen Jobcenter genehmigt werden muss, wenn du nicht schon vor Antragstellung ausgezogen bist, eigene Kinder hast, verheiratet bist, oder vorher deinen Lebensunterhalt selbst decken konntest, damit du Leistungen bekommen kannst.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Mitglied einer Gewerkschaft werden: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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