© DGB-Jugend

Dr. Azubi

Kündigungsgrund ?

Hallo !

Ich habe vor ca einer Woche einen Krampfanfall wärend meines praktischen Einsatzes im Krankenhaus erlitten wärend ich mit den anderen Azubis in unserem Raum saß.

Es war nicht mein Erster !
Es passierte auch schon in der Schule nur konnte man bis heute keine klare Aussage bzg. einer Epilepsie treffen. Es heisst immer nur Verdacht auf.
Damals nahm ich die Tabletten nicht aus eben diesem Grund. Ich sagte es auch der Schulleitung.

Da der letzte Anfaff im Krankenhaus war beschloss ich nun es doch mal mit den Tabletten zu versuchen.

Nun war meine Dozentin (gleichzeitig Schulleiterin) im Krankenhaus und sprach mit dem Chef der Abteilung nachdem sie von dem Anfall hörte.
Sie meint nun da ich damals die Tabletten nicht nahm wovon sie ausging hätte ich die Abmachung nicht eingehalten und sie könnte mich nun rauswerfen !
Nur gab es diese Abmachung überhaupt nicht !! Ich setzte sie ja damals in Kenntnis darüber das ich die Tabletten nciht nehmen würde.

Da ich jetzt erneut krampfte sagte sie das es ein Kündigungsgrund sei und wenn sich das nicht besser würde sie mich aus der Ausbildung werfen...

Darf sie das ? Ist eine vermeintliche Epilepsieerkrankung ein Kündigungsgrund ???

Ich habe nämlich eher das Gefühl das sie mich loswerden will.
Ich schreibe zwar nur einsen und zweien bin aber nicht so ganz nach ihren Vorstellungen geraten.
Ich habe Tunnel in den Ohren und kaputte Hosen wenn ich in der Schule bin. Sage meine Meinung und lass nciht alles mit mir machen !
Bekam hin und wieder immer nahegelegt ich solle mich doch anpassen und mich ruhiger verhalten.

Ich weiss nicht was ich jetzt machen soll ! Es ist doch nur noch ein Jahr zum Examen und ich möcht es schaffen...

schönen Tag noch !

Gruss
Carolina

RE: Kündigungsgrund ?

Hallo,

Ich befinde mich in einer ähnlichen Situation wie Carloline. Ich befinde mich, aber im Gegensatz zu ihr im 2. Lehrjahr meiner Ausbildung im Gesundheitswesen.

Ich erlitt einmal in meiner Probezeit einen Krampfanfall. Mein Betrieb wusste im voraus über meine Krankheit Bescheid und hat mir zugesichert, dass so etwas nicht zur Kündigung führen kann.

Seit dem habe ich keinen weiteren im Beteieb erlebt, aber im Homeoffice und auf dem Arbeitsweg. Ich hatte aufgrund der häufigen Anfälle einen 4-5 wöchigen Krankenhausaufenthalt in einem Epilepsie Krankenhaus. Auch darüber wusste mein Beteieb im voraus Bescheid und hat nicht negativ reagiert, sondern unterstützend.

Da ich aber länger Abwesend war führe ich die Wiedereingliederungssitzungen mit meiner Führungskraft durch. Wir besprechen wie die Lage nun aussieht und wie sie mir weiterhelfen kann. Mir fällt hierzu nur ein, dass ich allgemein das Verhalten meiner Ausbilder nicht in Ordnung finde (konstanter Druck besser zu werden, wie mein Mitazubis) und das mich vor der Arbeit verängstigt hat, mich aber nicht traue das zu sagen, weil ich es nicht beweisen beweisen kann, sag ich nichts. Des Weiteren gibt es die Ausbilder inzwischen nicht mehr, sodass ich i.d.R keine Probleme mehr haben sollte.

Ich habe, aber eine Angst- und Panikatörung aufgrund meiner Epilepsie entwicklt über die mein Betrieb nicht Bescheid weiß. Ich habe gute Zeugnisse und eine gute Zwischenprüfung abgelegt. Darüberhinaus habe ich bereits einen guten zweifachen BA gemacht und weise ein sehr gutes und verantwortungsvolles Verhalten auf, indem ich offen mit meiner Krankheit umgehe und freiwillig im voraus in jeder Abteilung bekannt gebe, dass ich eine Epileprikerin bin und plötzlich und Vorwahnungszeit krampfen kann und sie nur außer aufpassen können/sollen, dass ich mich nicht groß verletze.

Da meine Leistungen gut sind wissen alle, dass meine Krankheit meine Fähigkeiten nicht beeinträchtigen.

Aufgrund all dieser Punkte steht mein Beteieb komplett hinter mir. Sie sind, aber davon überzeugt, dass ich nicht mit Stress klar komme und das ein Grubf ist. Darüber hinaus verbessere ich mich nicht wirklich was meine Arbeit angeht. Ich habe Angst, dass dies als Gründe genommen werden.

Deswegen habe ich nichts über Panikstörung gesagt. Ich sichere immer zu das i.d.R. nichts mehr passieren sollte und es mir besser geht, obwohl dies nicht der Fall ist.

Solte ich nun meiner Führungskraft Bescheid geben, dass ich aufgrund meiner Krankheit an einer Panikstörung erkrankt bin und deswegen häufig krank bin? Kann dies in Kombination mit dem häufigen Fehlen meiner Epilepsie zur Kündigung führen? Wie soll ich sie aufklären, dass dies nichts mit Faktoren aus meinem Privatleben oder Arbeitsleben zu tun haben wie sie es anzunehmen anheizen?

Ich habe nur noch ein Jahr vor mir und möchte die Ausbildung wirklich zu Ende bringen.

Ich hoffe, dass jemand mir die Angst nehmen kann.

Vielen Dank im voraus.

RE: Kündigungsgrund ?

Hallo lieber Azubi, 

schön, dass du dich an Dr. Azubi gewendet hast. 

Erst einmal vorweg: es ist nicht in Ordnung, dass du in deinem Betrieb so unter Druck gesetzt wirst und du dir Sorgen um die Reaktionen deines Chefs machen musst, denn wenn du krank bist, bist du krank! Jeder kann krank werden und es dürfen keine negativen Folgen daraus resultieren. Für die Dauer und den Zeitpunkt kannst du ja nichts. Blöde Kommentare darüber oder versuchte Druckausübung seitens deines Chefs sind nicht in Ordnung, aber es ist natürlich schwierig das abzustellen. Letztendlich zahlt dein Chef selbst drauf, weil es nachgewiesenermaßen die Fehlzeiten erhöht wenn kranke Mitarbeiter nicht positiv begrüßt werden, wenn sie an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Wenn du die ganze Zeit ein schlechtes Gewissen hast, wenn du krankgeschrieben wirst, kannst du dich nicht erholen und dein gesundheitlicher Zustand wird immer schlimmer. Ich kann gut verstehen, dass das für dich die Hölle ist. Du darfst dich aber auf keinen Fall unter Druck setzen lassen – es gibt nichts, was dir vorgeworfen werden kann.

Nun aber ein paar Infos zu deiner Krankschreibung:

Wenn du krank bist, hast du Anspruch auf Vergütungsfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse. Die Krankenkasse zahlt 70 Prozent der regelmäßig erzielten Bruttoausbildungsvergütung (das ist der Betrag ohne Abzüge), jedoch nicht mehr als 90 Prozent der letzten Nettoausbildungsvergütung (das ist der Betrag, der auf deinem Konto eingeht). Das Krankengeld ist einschließlich Vergütungsfortzahlung auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren beschränkt.

Wenn du sehr lange krankgeschrieben bist, kann dein Arbeitgeber den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten. Der überprüft dann die Diagnose deines Arztes.

Wenn du durch zu hohe Fehl- und Krankheitszeiten bis zur Anmeldung der Abschlussprüfung die vorgeschriebene Ausbildungszeit nicht abgeleistet hast, solltest du Kontakt zu deiner zuständigen Stelle (IHK / HK) aufnehmen und fragen, ob eine Zulassung nicht trotzdem möglich ist. Wenn dir nicht mehr als zehn Prozent (12-15 Wochen) an Ausbildungszeit fehlen hast du gute Chancen zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden und nicht verlängern zu müssen. Das mit den zehn Prozent ist übrigens eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

Bitte wende dich an deine Gewerkschaft und lass dich dort beraten. Dann bist du in guten Händen falls wirklich etwas passiert:

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Hessen
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main

Tel.: 069/2569-0
Fax: 069/2569-2099
E-Mail: lbz.hessen@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Bist du in der Probezeit?*
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*