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Dr. Azubi

Zwangsurlaub

Sehr geehrten Damen und Herren,

ich habe da mal eine ganz dringliche Frage und zwar habe ich folgendes Problem... mir ist es jetzt schon des öfteren passiert, dass mein Chef keine Arbeit für mich im Betrieb (kleiner Familienbetrieb) hat und mir auf Grund dessen einfach einen Urlaubstag einträgt... ich habe schon so viel ungewollte Urlaubstage, dass ich diesen Sommer 2008 kaum noch Urlaub zur verfügung habe, jetzt meine Frage: Ist das überhaupt rechtens? Wenn nicht, was habe ich für Möglichkeiten? Kann ich mich weigern den Urlaub anzunehmen oder gibts da Möglichkeiten, dass mir mein Chef bezahlte Abwesendheit einträgt?
kann ich auch die Tage die ich ungewollt Urlaub hatte zurückbekommen?

Ich freue mich auf eine baldige Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen
Tobias

RE: Zwangsurlaub

Sehr geehrte Damen und Herren,

Durch die momentane Situation des Corona Virus hat unsere Praxis 4 Wochen zwangsurlaub. Da ich im letzten Ausbildungsjahr bin hab ich auch nicht so viele Urlaubstage.
Als ich mein Chef darauf angesprochen habe meinte er das wieder trotzdem von meinen Urlaub abgezogen. 
Hätte dann sogar Minus Stunden.

Darf er mir das wirklich von meinen Urlaubstagen abziehen ?

Mit freundlichen Grüßen 

Suzana

RE: Zwangsurlaub wegen Corona

Hallo, 

ich habe eine dringende Frage. Ich soll bis Montag mit meiner Vorgesetzten reden. Mein Ausbildungsbetrieb hat mir kurzfristig ab Montag Zwangsurlaub auf unbestimmte Zeit wegen der Coronakrise auferlegt. Alles was über meine aktuellen Urlaubstage hinaus geht, soll mir als Minusstunde angerechnet werden. Ich habe von den 28 Tagen auch 11 Tage *genehmigten* Sommerurlaub, der laut Aussage meines Chefs mit sofortiger Wirkung einfach so aufgehoben ist. Ab April will unsere Firma in Kurzarbeit. Bis dahin sind alle im Homeoffice. Nur ich werde gezwungen meinen mir zustehendem Urlaub ab Montag zu nehmen. Das hört sich absolut nicht rechtens an. Wie viel meines Urlaubs darf mein Chef maximal verplanen? (Zwangsurlaub geben). Habe ich weiterhin Anspruch auf meine Ausbildungsvergütung? Und am wichtigsten: Kann mein Chef mich einfach von der Arbeit freistellen und es mir vom Urlaub abziehen? Und steht mir meine Vergütung immer zu solange ich arbeitswillig bin? Und noch eine letzte Sache mit der mein Chef meinen Zwangsurlaub rechtfertigt. Wir haben nur ein paar Büroräume. In jedem darf ab nächster Woche nur 1 Person sitzen. Mit mir als 2. Person im Raum würde der Sicherheitsabstand von 2 Metern wegen Corona nicht eingehalten. Ist das ein Grund mir zu verweigern meine Ausbildung anzutreten?

Ich will definitiv für mein Recht kämpfen, aber dafür bräuchte ich Belege mit Paragraphen, die mich stützen, da mein Chef sehr sturr ist.

 

Dann kommen wir zur nächsten Frage: Wenn ich mit meinem Ausbildungsbetrieb vor Gericht lande, muss ich dann Kosten tragen, wenn ich den Prozess verliere?

Liebe Grüße 

7ILELAM7

RE: Zwangsurlaub

Hallo 7ilelam7!

Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

Kurzarbeit für Auszubildende gibt es in der Regel nicht. Der Betrieb muss dich auch bei Kurzarbeit weiter ausbilden. Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings als letztes Mittel zu betrachten.

 

Ausbildung kann auch unabhängig von der tatsächlichen Auslastung der Betriebe durchgeführt werden. Der Ausbildungsbetrieb hat nach § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Pflicht dich auszubilden. Das heißt, dass der Ausbildungsbetrieb alle Mittel ausschöpfen muss, um deine Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Theoretische Vermittlung von Lerninhalten (z. B. schriftliche Aufgabenstellungen, Lektüre, digitale Lernmedien)
  • Aufgrund der besonderen Situation kann für einen beschränkten Zeitraum auch ein alternativer Ausbildungsort (Home Office etc.) sinnvoll sein

Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. In diesem Fall hast du zunächst Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Danach sollte aus unserer Sicht dann das Kurzarbeitergeld greifen. Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen. Informiere dich bei deiner Jugend- und Auszubildendenvertretung, deinem Betriebs- oder Personalrat oder deiner zuständigen Gewerkschaft, ob es eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag dazu gibt.

 

Wenn der Ausbildungsbetrieb dich nach Hause schickt, verzichtet er auf deine Ausbildungsleistung bzw. deine Arbeitskraft. Eine Berechnung von Minusstunden ist in diesem Fall nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz).

 

Ausbildung kann auch unabhängig von der tatsächlichen Auslastung der Betriebe durchgeführt werden. Der Ausbildungsbetrieb hat nach § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Pflicht dich auszubilden. Das heißt, dass der Ausbildungsbetrieb alle Mittel ausschöpfen muss, um deine Ausbildung auch weiterhin zu gewährleisten. Spreche mit deiner_deinem Ausbilder_in, wie du trotz der Situation für die Ausbildung lernen kannst.

 

Sollte dich der Betrieb trotzdem nach Hause schicken, dann hast du Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Wie es danach weitergeht, ist aktuell noch unklar. Als Gewerkschaftsjugend fordern wir ein Kurzarbeitergeld auch für Azubis nach sechs Wochen. Wir empfehlen vorsorglich trotzdem einen Antrag auf Arbeitslosengeld II (Hartz IV) zu stellen, damit du nicht ohne Vergütung dastehst. Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen. Informiere dich bei deiner Jugend- und Auszubildendenvertretung, deinem Betriebs- oder Personalrat oder deiner zuständigen Gewerkschaft, ob es eine Betriebsvereinbarung oder einen Tarifvertrag dazu gibt.

 

Die Kosten für einen Prozess im Arbeitsrecht tragen in der ersten Instanz jeder Partei selbst. Allerdings erhalten Gewerkschaftsmitglieder Rechtsschutz von ihrer Gewerkschaft. Untern findest du einen Link zu mehr Infos und einen Kontakt.

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


 

Ver.di Fulda
Heinrichstr. 79
36037 Fulda

Tel.: 0661/9794-0
Fax: 0661/9794-40
E-Mail: bz.mkk-oh@verdi.de

 

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

 

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d8729f

 

 

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Liebe Grüße

Dr. Azubi         

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RE: Zwangsurlaub

Sehr geehrte Damen und Herren

Mein Ausbildungsbetrieb hat jetzt schon Zeit zwei Wochen geschlossen habe heute eine E-Mail gekommen das das in den Osterferien Urlaub nehmen müssen und auch Arbeitsaufträge bekommen habe.
Wollte nach fragen ob das rechts ist ? 


Mit freundlichen Grüßen jessy0206

RE: Zwangsurlaub

Liebe Jessy,

vielen Dank für deine Frage. Gerne helfe ich dir weiter. Dein Chef sollte dir unbedingt während der Zwangsschießung Aufgaben übertragen. Denn es ist wichtig, dass du weiterhin etwas lernst und ausgebildet wirst. Er kann dir auch Aufgaben übertragen, die nur dem Lernzeweck dienen. Er muss aber für dich telefonisch oder über Videochat ansprechbar sein. Denn du musst trotzdem ordentlich angeleitet werden und deine Fragen stellen können. Dir dürfen aber keine ausbildungsfremden Aufgaben oder Aufgaben, die dich überfordern, übertragen werden. Eigentlich darf dein Chef dich nicht einfach so in Zwangsurlaub schicken. Wie gesagt, er kann dir ja auch Lernaufgaben geben, wenn er nicht genügend andere Aufgaben hat. Wenn aber der gesamte Betrieb in Betriebsferien ist und dich keiner anleiten kann, dann musst wahrscheinlich auch du Urlaub nehmen. Klär am besten mit deinem Chef genau ab, warum er dich in den Urlaub schicken will. Wenn es die Möglichkeit gibt, zu arbeiten, dann darf dein Chef nicht verlangen, dass du Urlaub nimmst. Denn Urlaub muss einvernehmlich genommen werden. Falls es bei dir im Betrieb einen Betriebsrat gibt, solltest du dich mit diesem in Verbindung setzen und deine Situation klären. Du kannst dir auch Hilfe bei der Kammer suchen oder direkt bei der gewerkschaft vor Ort anrufen. Hier ein Kontakt für dich:

ver.divor Ort

Würzburg
Berliner Platz 9
97080 Würzburg

Tel.: 0931/32106-0
Fax: 0931/32106-18
E-Mail: bz.wue-ab@verdi.de

Bezirksgeschäftsführer/in: Gerald Burkard
Zur Internetseite

Aschaffenburg
Grünewaldstraße 1
63739 Aschaffenburg

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

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RE: Zwangsurlaub

Schönen guten Tag zusammen,

eine heikle Sache ist ebenso bei mir vorgefallen. 

Zum Arbeitsantritt sprach ich mit meinen Kollegem über Überstunden.
Da ist mir eingefallen, dass ich letzten Donnerstag ebenso Überstunden abbaute und doch mal kontrollieren könnte, ob jetzt alle Überstunden verschwunden sind.

Die Überstunden waren weg wie geplant, allerdings tauchten acht Tage verplanten Urlaub auf, obwohl ich nur vier Urlaubstage für Ostern angesetzt hatte. Anschließend schaute ich in meinen persönlichen und digitalen Kalender, der mir für diese Woche und nächste Woche halbtags Urlaub anzeigte.

Ich dachte erst, dass es sich um ein Missverständnis handle und damit hat alles begonnen. Ich fragte meinen Chef, der allerdings nichts dazu wusste und mir riet, erstmal eher zu gehen. 

Am nächsten Morgen ließ mich das nicht locker und ich fragte meine Personalchefin (d sie am vorherigen Tag noch im Urlaub war), ob das so richtig sei.
Sie sagte ja und bestätigte, dass sie mich zwanghaft halbtags beurlauben muss.
Das allerdings ohne meine Zustimmung und mich nicht einmal in Kenntnis zu setzen. 
Zusätzlich betonte sie, dass mein Ausbildungsplatz gefährdet sei, wenn ich dem nicht zustimme. Eine Drohung also.

Ich teilte das Ganze meinen Elern mit und einer bekannten Juristin, die sich damit sofort auseinandersetzten.
Sie sagten mir, dass es rechtswidrig sei, mir meinen neuen Urlaub für Zwangsurlaub einzutragen, dass auch noch halbtags (also keine Erholung für mich, da ich zusätzlich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen bin) und ohne mich zu fragen/informieren. 

Ich machte mich juristisch schlau, unterhaltete mich mit meinen Eltern und Arbeitskollegen, die alle meinten, dass ich es entweder schlucke oder dagegen vorgehen soll.
Nun entschied ich mich sachlich die Angelegenheit zu klären und einen Kompromiss für alle zu finden, da die akute Situation gerade sehr unübersichtlich sei.

Heute sagte ich meiner Personalchefin und meinem Chef, dass ich mich rechtlich informiert habe und das es untersagt ist mir Zwangsurlaub aufzudrücken, da die Firma erstens nicht zum Erliegen gekommen ist, ich nicht gefragt/informiert und alles halbtags festgelegt wurde.

Sie meinten, dass ich doch erstens nicht direkt zum Anwalt rennen muss und ich angeblich dem Urlaub zugestimmt hätte.
Ich sagte, dass sie mir doch eine schriftliche Anordung geben soll, die beinhaltet, dass ich für zwei Wochen zwanghaft meinen neuen Urlaub halbtags einsetzen muss. Das verneinten sie und antworteten, dass ich das machen soll.

Der Chef meinte angreifend kurz darauf, dass ich wohl gar nicht wahrnehmen würde, in welcher Lage wir hier uns eigentlich gerade befinden und das auch mein Ausbildungsplatz in Gefahr sei. Sie drohten mir erneut und diesmal knickte ich nicht ein und blieb standhaft.

Ich fragte den Chef, ob der das begründen könnte, er meinte nur nach einer Weile Denkzeit, dass sie mich nicht beschäftigen könnten, obwohl ich bereits Arbeit gefunden hatte. Sie müssten mich außerdem irgendwie Vollzeit beschäftigen, egal ob mit Putzarbeit oder mit Lernaufgaben. Anschließend äußerten sie sich, dass sie sich mein Verhalten merken würden und ich antwortete, dass sie das ruhig machen könnten, da es mir nichts ausmacht. 

Sie erklärten mir noch, dass meine Tonlage nicht korrekt sei, obwohl mich mein eigener Chef anbrüllte und ich soll jetzt also noch meine Emotionen im Griff halten. Ich wurde schließlich nur ein bisschen sauer und betonte meine Aussagen, aber Aggressivität konnte ich mir in jenen Moment nicht leisten.

Schließlich fanden wir nur einen kleinen Lösungsansatz, meine halben Urlaubstage für zwei Tage aufzuheben und dafür mich meine Schulaufgaben erfüllen ließen. Den gesamten zwecklosen Urlaub hatte ich somit verloren. Zumal es mein neuer Urlaub war, was mich so enttäuschte. 

Ich hatte eher gehofft, dass wir alles sachlich klären können, ohne erneute Drohungen und anstößige Verhaltensweisen. 

Ich werde diesem Vorfall jetzt definitiv der IHK melden, weil ich mir nichts mehr gefallen lassen möchte.
Und da ich mich jetzt mit meiner halbwegs restlichen Zeit nochmals rechtlich informiert habe und ich mit meiner Schwester auf diese wunderhübsche Seite gestoßen bin, hoffe ich, dass ihr mir folgende Fragen nochmals beantworten könnt:

Ist es jetzt rechtlich erlaubt, dass mir man neuen Urlaub zwanghaft entzieht und diese noch halbtags ansetzt?

Darf ich diese verbrauchten sinnlosen Urlaubstage zurückverlangen?

Muss ich erst gefragt werden, ob mir mein Arbeitgeber, meine neuen Urlaubstage irgendwo einsetzt, ohne das ein Erliegen des Unternehmens vorliegt und ich genügend Beschäftigung habe?

Ist es sinnvoll gerichtlich vorzugehen? 

Darf mich mein Arbeitgeber ohne ansatzweise feherhaften Gründen kündigen?

Sind Drohungen für eine Gefärdung meines Ausbildungsplatzes gesetzlich zugelassen?


Ich freue mich über eine Antwort und auch, dass ihr es geschafft habt meinen langwierigen Text durchzulesen, aber hier muss ich nun mal konkretisieren. =)

RE: Zwangsurlaub

Hallo Krosspann!

Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

Die aktuelle Situation ist für alle noch nie gewesen. Allerdings sagt das Bundesurlaubsgesetz zu der Frage des Urlaubszeitpunkts, dass du dich mit deinem Ausbilder auf den Zeitpunkt einigen musst (§7 Bundesurlaubsgesetz). Das bedeutet weder Du noch dein Ausbilder können einseitig über den Zeitpunkt des Urlaubs bestimmen.

Es gibt betriebliche Gründe an die sich Arbeitnehmer und Azubis halten müssen, dazu zählen Betriebsferien. Es kommt also darauf an aus welchem Grund du Urlaub nehmen musst. Das solltest du dir ganz genau ansehen und dich eventuell bei deiner örtlichen Gewerkschaft beraten lassen, dass gilt auch für die Frage wie du die Urlaubstage am besten zurückbekommst. Dafür müsstest du wahrscheinlich eine Geltendmachung schreiben, dabei solltest du dir Unterstützung holen. Unten findest du einen Kontakt.

Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältnis kann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz).

Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

 

  • Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule
  • Urlaubsantritt ohne Genehmigung
  • Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule
  • Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)
  • nachgewiesener Diebstahl
  • Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

 

Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind. Solltest du eine Kündigung erhalten, solltest du dich auch sofort an deine örtliche Gewerkschaft wenden.

 

Grundsätzlich ist es dem Vertrauensverhältnis in der Ausbildung nicht sehr zuträglich, wenn gedroht wird. Dein Ausbilder_in hat dir gegenüber einer Fürsorgepflicht. Grundsätzlich sind Drohungen aber Fragen des Strafrechtes und darin sind wir leider keine Expertinnen.

 

Hier der Kontakt zur deiner örtlichen Gewerkschaft:

 

Ver.di Dresden
Cottaer Str. 2
01159 Dresden

Tel.: 0351/49476-0
Fax: 0351/49476-32
E-Mail: bz.swos@verdi.de

 

 

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

 

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

 

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

               

Liebe Grüße

Dr. Azubi          

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Hier kannst du Mitglied werden

https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

RE: Zwangsurlaub

Wiedereinmal geht es hier um Corona und Fehlzeiten, die ich auch habe.

Ich habe im September 2020 eine Ausbildung zur Ausbildung angefangen. Da ich selber nicht aus Baden-Württemberg komme, sondern erst mit der Stelle hingezogen bin, hatte ich während dem Lockdown keine Einsätze im Hotel. Andere Azubis, die näher wohnen, wurden für verschiedene Aktionen genutzt. Dies war die Begründung des Personalleiters. Natürlich habe ich dort eine Wohnung, die ich zur freien Verfügung habe. Pendeln ist nicht das Problem. 

Während dieses Ausfalls gab es für mich keine andere Anleitung, keine Aufgaben, keine Übungen. Nichts. Nach Gesetz ist das nicht zulässig. 

Somit habe ich bereits mehr als 60 fehlende Tage und die Zulassung für die Prüfung ist in der Schwebe.

Bis jetzt habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht und das so hingenommen, da ich mich nicht mit dem Thema beschäftigt habe und der Personalleiter mehr Erfahrung hat als ich. 

Jetzt mache ich mir Gedanken, denn es zeichnet sich nicht ab, dass sich etwas ändert. Ich will zur Prüfung zugelassen werden und die Ausbildung fertig machen. 

Nun, was kann ich tun? Und was mache ich, wenn wieder keine Einsätze für mich geplant sind? 

Danke für die Antwort 

RE: Zwangsurlaub

Hallo Caramia!

 

Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

 

Dein Ausbildungsbetrieb hat sich durch den Ausbildungsvertrag dazu verpflichte dich auch auszubilden. Natürlich ist es momentan eine besondere Situation, das bedeute aber nicht das du deshalb nicht ausgebildet werden darfst.

 

Ausbildung kann auch unabhängig von der tatsächlichen Auslastung der Betriebe durchgeführt werden. Der Ausbildungsbetrieb hat nach § 14 Berufsbildungsgesetz (BBiG) eine Pflicht dich auszubilden. Das heißt, dass der Ausbildungsbetrieb alle Mittel ausschöpfen muss, um deine Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er beispielsweise folgende Möglichkeiten:

  • Umstellung des Ausbildungsplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Theoretische Vermittlung von Lerninhalten (z. B. schriftliche Aufgabenstellungen, Lektüre, digitale Lernmedien)

 

Hierzu könntest du zunächst das Gespräch mit deinem Personalleiter suchen und mit ihm besprechen wie deine Ausbildung in der nächsten Zeit weiter geht.

 

Du könntest auch das Gespräch mit der IHK suchen. Es gibt in Sachen Fehlzeiten in der Ausbildung keine feste Reglung, sondern nur eine Faustformel von 10%. Letztlich entscheid aber jeder Prüfungsausschuss individuell. Daher lohnt sich hier oft ein frühzeitiges Gespräch.

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


 

 

NGG Region Mittelbaden-Nordschwarzwald

Karlsruhe
Ettlinger Str. 3 A
76137 Karlsruhe
Tel.: 0721 / 93 22 010

region.mittelbaden-nordschwarzwald@ngg.net
www.ngg.net/karlsruhe

 

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

 

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

 

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

               

Liebe Grüße

Dr. Azubi         

Bitte empfiehl unseren Service weiter!

 

Hier kannst du Mitglied werden

https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

 

 

RE: Zwangsurlaub

Hallo,

kann der Lehrling gezwungen werden Urlaub zu nehmen?

Sie haben mich nach Hause geschickt, weil es diese Woche Kurzarbeit ist.

Freundlichen Grüßen

RE: Zwangsurlaub

Hallo lieber Azubi, 

schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest. Zunächst solltest du herausfinden, wie viel Urlaub dir zusteht. Dazu wirfst du mal einen Blick in deinen Ausbildungsvertrag. Bei Volljährigen ist der Urlaub in der Regel auf der ersten Seite des Ausbildungsvertrages eingetragen. Und schon wird es kompliziert. Dein Urlaub kann nämlich entweder in Arbeitstagen oder in Werktagen angegeben werden. Diese beiden Wörter haben eine unterschiedliche Bedeutung.

Wenn dein Urlaub in Werktagen angegeben ist, gilt folgendes: per Gesetz ist der Samstag ein ganz normaler Werktag und die Woche besteht aus sechs Werktagen. Ist dein Urlaub also in Werktagen angegeben, musst du - auch wenn du nur fünf Tage die Woche arbeitest - für eine Urlaubswoche sechs Urlaubstage nehmen. 24 Werktage Urlaub bedeuten demnach genau vier Wochen Urlaub im Jahr (24:6). Und das ist der gesetzliche Mindestanspruch. Wird dein Urlaub in Arbeitstagen angegeben gilt folgendes: Für eine Urlaubswoche musst du soviel Urlaubstage nehmen, wie du regelmäßig arbeitest. Für viele Azubis gilt die Fünf-Tage-Woche und sie müssen nur fünf Tage Urlaub für eine Woche nehmen. Wenn du aber zum Beispiel im Einzelhandel arbeitest, hast du häufig eine Sechs-Tage-Woche und musst sechs Tage Urlaub für eine Woche nehmen.

Du hast per Gesetz Anspruch auf 24 Werktage, also genau vier Wochen Urlaub im Jahr (§ 3 Bundesurlaubsgesetz). Aber vielen Azubis steht mehr Urlaub zu, weil die Gewerkschaften in Tarifverträgen für bestimmte Branchen mit den Arbeitgebern einen höheren Urlaubsanspruch aushandeln. Wenn du also Anspruch auf mehr Urlaub als 24 Werktage hast, ist das also ein ziemlich sicheres Zeichen dafür, dass für dich ein Tarifvertrag gilt, in dem dieser Anspruch festgelegt ist.

Kurzarbeit ist für Azubis nur in Ausnahmesituationen erlaubt. Azubis sind vor allem im Ausbildungsbetrieb um zu lernen und nicht, um zu arbeiten. Sie haben laut Ausbildungsvertrag und Berufsbildungsgesetz ein Recht darauf, ausgebildet zu werden. Deshalb kann für Auszubildende und ihre Ausbilder eigentlich keine Kurzarbeit angeordnet werden. Dies gilt auf jeden Fall solange es Betrieben irgendwie möglich ist, die Ausbildung sicherzustellen. So darf laut Berufsbildungsgesetz beispielsweise keine saisonbedingte Kurzarbeit wegen schlechten Wetters angeordnet werden. Der Betrieb muss alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Ausbildung aufrecht zu erhalten. Dies ist beispielsweise Möglich durch dem vorziehen von Ausbildungsinhalten, der Umstellung von Ausbildungsinhalten, der Versetzung von Azubis in andere Abteilungen oder dem Einführen von Sonderveranstaltungen.

Wenn der Betrieb eine schlechte Ausbildung anbietet und nicht alle Möglichkeiten ausschöpft, kannst du als Auszubildender eventuell Schadensersatzansprüche gegenüber dem Betrieb geltend machen. Hierzu solltest du dich auf jeden Fall an deine zuständige Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen
Karlstraße 123-127
40210 Düsseldorf

Tel.: 0211/61824-0
Fax: 0211/61824-466
E-Mail: lbz.nrw@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Sollte die Aufrechterhaltung der Ausbildung nicht mehr möglich sein, wird auch den Azubis und Ausbildern freigegeben. Azubis haben dann aber laut § 19 Berufsbildungsgesetz Anspruch auf die Fortzahlung ihrer Vergütung von mindestens sechs Wochen. Falls ein tariflicher Fortzahlungsanspruch besteht, ist dieser nicht auf sechs Wochen begrenzt.

Deshalb können Auszubildende auch kein Kurzarbeitergeld bei der Arbeitsagentur beantragen - der Betrieb ist für die Fortzahlung der Vergütung bei Arbeitsausfall verantwortlich.

Eine Kündigung aufgrund von Kurzarbeit kann vom Betrieb grundsätzlich nicht gerechtfertigt sein. Nur wenn die Ausbildungseignung des Betriebes entfällt, da der Betrieb über einen langen Zeitraum stillliegt, dann ist eine Kündigung gerechtfertigt. Der Ausbilder ist dann aber verpflichtet sich rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb zu bemühen.

Wenn du dich kurz vor der Abschlussprüfung befindest, dann brauchst du dir keine großen Sorgen machen. Wende dich unbedingt an deine zuständige Kammer (siehe Stempel Ausbildungsvertrag) und kläre die Zulassung zu deiner Abschlussprüfung ab.

Da muss man jetzt die Situation vor Ort bewerten. Wenn es möglich ist, sollte die Ausbildung sichergestellt werden! Gibt es einen Betriebsrat? Den könntest du einschalten. Oder du wendest dich an deine Gewerkschaft.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Mitglied einer Gewerkschaft werden: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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