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Dr. Azubi

Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,
ich habe eine dringende Frage. Ich befinde mich im 2 Lehrjahr zur Bürokauffrau. Kürzlichst war ich wegen einer OP 1 Woche krankgeschrieben. Meine Krankmeldung habe ich einen Tag zu spät also am 4 Krankheitstag ins Geschäft faxen lassen von meinem Arzt. Leider machte dieser einen Fehler und faxte die Krankmeldung für die Krankenkasse. Ich wollte das orginal am gleichen Tag nachreichen allerdings sagte meine Chefin zu mir die wolle sie nicht sehen und ich soll sie mir sonstwohin stecken. Daraufhin habe ich eine Abmahnung bekommen. Diese hab ich unterschrieben und damit war eingentlich gut. Nun sehen ich heute auf meiner Abrechnung für diesen Monat, dass mir die 6 Tage die ich fehlte ( wir haben eine 6 Tage-Woche) von meinem Gehalt (wie gesagt ich bin in der Ausbildung) abgezogen wurden. Ich war devinitiv in dieser Zeit krankgeschrieben. Auch in meiner Abmahnung wurde ich nicht daraufhingewiesen das sie mir die Fehlzeit vom Gehalt abziehen würden. Ich lebe alleine und bin auf jeden Cent angewiesen.
Können meine Chefs soetwas einfach machen??

Danke schonmal für Antworten

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,
Ich habe ein Problem mit meiner Firma,
Ich bin sein dem 1.8.19 im 2. Lehrjahr. Bis dahin hat auch alles gut geklappt. Leider bin ich in der Zwischenprüfung durchgefallen worauf hin ich zu einen Gespräch musste. Dann kam im augut 2019 der lohn wie im 1. Lehrjahr obwohl der höher sein müsste laut Vertrag ich dachte erst es ist ein versehen aber das zog sich bis heute so hin. In der Zwischenzeit habe ich im Oktober gefragt warum woraufhin ich nur die Antwort bekam der lohn wurde angeglichen wegen mangelnder Einstellung im November dann bekam ich noch weniger es wurde mir eine Woche abgezogen ich war da krankgeschrieben habe das auch per Nachricht geschrieben bzw mitgeteilt an diesen Tag (montag) ich habe am Dienstag den Krankenschein zugesendet und auf Nachfragen bekam ich die Antwort der Krankenschein war eine Woche zu spät (ich kann jetzt nicht das Gegenteil beweisen). Dann schrieb ich sie an das es nicht rechtens ist aber da reagieren sie garnicht mehr. Ich habe dann Erkundigungen eingeholt und es wurde mir immer gesagt ich müsste die Firma anschreiben mit einer Frist. Allerdings habe ich überhaupt keine ahnung wie man sowas schreibt. Bei unserer Handwerkskammer war ich auch die können mir leider nicht helfen.....Und die zweite Frage ist ist es richtig das Urlaubsgeld und zusätzliches Urlaubsgeld in dem Lohn eingerechnet wird so das nur den normalen Lohn bekomme. Kann da vielleicht jemand helfen oder auch aufklären
Danke schon mal

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Dominik,

Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst.

Zu deiner Krankmeldung:
Dein Ausbilder kann deinen Lohn wegen unentschuldigten Fehlens einbehalten. Das kann er aber nur, wenn keine Krankmeldung vorliegt und du hast eine Krankmeldung.
Du musst deinen Lohn also schriftlich geltend machen. Eine Geltendmachung schreibt man während der Ausbildung oder nach Ende der Ausbildung, um Leistungen schriftlich einzufordern. Wenn du eine Geltendmachung schreibst, musst du die Höhe deiner Forderung darin angeben und deinen Arbeitgeber am besten mit einer Fristsetzung (also einem genauem Datum) zur Zahlung auffordern. Außerdem solltest du sie so bald wie möglich formulieren und per Einschreiben (mit Rückschein) abschicken, damit du einen Nachweis über deine Geltendmachung hast.
Du kannst auch eine Kopie des Schreibens an die zuständige Stelle schicken (hier reicht ein ganz normaler Brief), um sie über deine Probleme in Kenntnis zu setzen.
Hier hast du eine grobe Vorlage für eine Gehaltsgeltendmachung:

Sehr geehrter Herr/Frau,

laut § 18 Berufsbildungsgesetz muss mein Gehalt bis zum letzten Arbeitstag des Monats in voller Höhe auf meinem Girokonto eingehen. Ich habe mein Gehalt für den Monat allerdings bis heute nicht erhalten.
Bitte überweisen Sie mir den ausstehenden Betrag von xxx Euro umgehend auf mein Konto.

Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift Azubi)
(Unterschrift der Sorgeberechtigen bei minderjährigem Azubi)

PS: Eine Kopie dieses Schreibens geht der zuständigen Kammer zu.
Es gibt aber noch andere Punkte zu beachten, wenn du eine Geltendmachung schreiben willst. Deshalb empfehle ich dir, dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft zu wenden. Meistens hat ein Brief von deiner Gewerkschaft einschlagenden Erfolg, weil dein Ausbilder dann weiß, dass du Rechtsschutz hast und deine Gewerkschaft Ansprüche notfalls einklagen wird.

Du schreibst außerdem, dass du deinen Lohn nicht in voller Höhe erhalten hast. Dein Betrieb begründet das mit „fehlender Einstellung“. Das geht natürlich nicht! Dein Lohn muss auch an die vertragliche Vereinbarung für das zweite Lehrjahr angeglichen werden, wenn du durch die Zwischenprüfung gefallen bist. Schlechte Leistungen sind kein Grund, den Lohn zu kürzen.

Auch diesen Betrag musst du in die Geltendmachung aufnehmen. Schreibe also noch folgendes mit rein: Laut Ausbildungsvertrag vom XXXXX wird meine Vergütung mit Beginn des zweiten Lehrjahres auf xxx€ angehoben. Den Differenzbetrag von xxx€ monatlich habe ich in den Monaten xxxxx nicht erhalten. Ich fordere Sie deshalb auf, auch den Betrag von XXX auf mein Konto zu überweisen.

Warte ab, was nach der Geltendmachung passiert. Normalerweise überweisen die Betriebe bereits nach der ersten Geltendmachung. Passiert das bei dir nicht, dann musst du noch eine Geltendmachung schreiben mit einer weiteren Frist von ca. 14 Tagen. Wenn du auch dann nicht dein Gehalt bekommst, wende dich an deine Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt:

IG Bau
Bezirksverband
Mecklenburg
August-Bebel-Str. 89
18055 Rostock
T: 0381 2038260
F: 0381 20382615
E: rostock@igbau.de
W: http:/​/​www.mecklenburg.igbau.de

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi
P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo, 

Ich bin Thomas und brauch dringend Hilfe wegen meiner Firma ich war zwei Wochen krank und zwei Wochen arbeiten und dann war ich wider zwei Wochen krank (Grippe) und hab die Krankmeldung pünktlich in der Firma abgegeben, nur nicht bei der Krankenkasse, mein Chef hat mich darauf hin angesprochen und mir gesagt das da was mit der Krankenkasse nicht stimmt hab mehr mals bei ikk angerufen nur keinen erreicht anschließend erst am donnerstag und somit meine Krankmeldung per Email denen zu geschickt und von mein Chef hab ich nur 50% Lohn bekommen und ikk sagte zu mir das der Chef nächste Woche anrufen kann, das macht er nicht und wartet bis zur nächsten Abrechnung!? 

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Thomas!

Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir. Die Lohnfortzahlung richtet sich nach dem § 3 Entgeltfortzahlungsgesetz:

Wenn du wegen unterschiedlicher Krankheiten krankgeschrieben wirst, muss der Arbeitgeber immer wieder zahlen, ggf. auch mehrmals im Jahr.


Wenn du wegen derselben Krankheit erneut krankgeschrieben wirst muss der Arbeitgeber nur wieder zahlen wenn:

seit der letzen Arbeitunfähigkeit wegen derselben Krankheit mindestens 6 Monate vergangen sind, oder seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit eine Frist von 12 Monaten abgelaufen ist.

 

Solange du also eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung von deinem Arzt hast und die nicht länger als sechs Wochen, aus demselben Grund krank gewesen bist, muss dein Arbeitgeber die deine Ausbildungsvergütung weiterbezahlen.

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


 

IG Metall Pforzheim

 

Jörg-Ratgeb-Str. 23

75173 Pforzheim

+49 7231 1570 0

+49 7231 1570 50

pforzheim@igmetall.de

www.pforzheim.igm.de

 

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

 

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

 

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Dr. Azubi         

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Hier kannst du Mitglied werden

https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

 

 

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo...Ich bin im 3 Ausbildungsjahr und die Ausbildung macht mir soweit eigendlich auch Spaß..nur jetzt will man mir den Lohn kürzen für Fehlstunden die wegen Nachhilfeunterricht in der Firma angefallen sind...Ich habe eine Audioaktives Höhrwahrnehmungsproblem und wurde daher in den Förderunterricht der Firma aufgenommen...soll aber hierfür Ausstempeln und die Stunden an anderen Tagen wieder ausarbeiten...dieses ist jetzt wärend Corona aber nicht möglich da die Firma verbietet das wir in anderen Schichten arbeiten wir müssen sogar teilweise weniger Arbeiten damit die Schichten sich nicht begegnen..und nun will man mir die Fehlstunden die sich deswegen die letzten Monate angesammelt haben vom Lohn abziehen wenn ich sie nicht bis zum 31.12 ausgleiche...dürfen Die das???

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo C.M.S,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Das erscheint mir als nicht gerechtfertigt. Wenn du an Maßnahmen teilnimmst, die deiner Ausbildung dient, dürfen dir dafür eigentlich keine Minusstunden anfallen. Auch wenn du früher nach Hause geschickt wirst, dürfen dir keine Minusstunden berechnet werden. Wenn du in deinem Betrieb einen Betriebsrat/Jugendvertretung hast, würde ich mich nochmal an diese wenden. Ansonsten wäre mein Rat, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall

Geschäftsstelle Minden 
Brückenkopf 2
32423 Minden

Tel.: +49 571 83762 0
Fax: +49 571 83762 50
E-Mail: minden@igmetall.de

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo

Ich bin azubi im 2. Lehrjahr und im Handwerk tätig. Unser Chef legt uns als die Rapport in unser Fach und dem gesellen mit dem wir unterwegs sind auch. Müssen wir diese Rapport auch aus füllen? Theoretisch muss es ja nur der gesselle machen und uns drauf schreiben

Wenn wir als Azubis diesen Rapport nicht abgeben darf der Chef das vom Gehalt abziehen?

Mit freundlichen Grüßen 

Marc

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Marc,

 

Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir weiter.

Ein Rapport ist eine dienstliche Meldung oder ein Bericht. In manchen Berufen, vor allem solchen, die oft auf Montage oder beim Kunden arbeiten, müssen die Angestellten solche Berichte schreiben, um z.B. Angebotsanfragen etc. zu dokumentieren.

Es ist für dich als Azubi sicherlich wichtig, zu lernen, wie man einen solchen Rapport genau schreibt. Ich empfehle dir deshalb, den Gesellen zu fragen, was du da genau reinschreiben kannst.

Aber: ein Rapport ersetzt kein Berichtsheft. Ein Rapport ist für den Betrieb, damit dokumentiert werden kann, welche Arbeiten erledigt wurden. Und das Berichtsheft ist für den/die Azubi_ne, um nachzuweisen, was er/sie gelernt hat.

Du könntest auch nochmal mit deinem Chef sprechen und fragen, was du genau in diesen Rapport schreiben sollst. Oder du versuchst es einfach mal und gibst den ausgefüllten Rapport dann bei deinem Chef zur Kontrolle ab.

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

 

IG Bau

Mitgliederbüro Singen

Schwarzwaldstr. 30
78224 Singen

T: 07731 9 94 90
F: 07731 9 94 94
E: singen@igbau.de

 

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 Infos: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

       

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Dr. Azubi  

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Lieber Pasqual,

vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

Es ist so, wenn der Betrieb für die Ausbildung einen Führerschein verlangt und das Voraussetzung ist, dann muss er dafür auch aufkommen. Etwas anderes gilt, wenn es eine freiwillige Leistung ist und der Betrieb unterstützt beim Erreichen eines Führerscheins. Wenn das der Fall ist, dann muss es dafür natürlich eine klare Regelung geben. Und dein Sohm muss da auch etwas Schriftliches in der Hand halten.

Wenn ihr noch Unterstützung braucht, dann könnt ihr euch an die zuständige Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt:

IG Bau Jena

Johannisplatz 14
07743 Jena

T: 069 95737 205
F: 069 95737 206
E: jena@igbau.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

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Liebe Grüße

Dr. Azubi

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Lieber Tim,

vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

Wenn du unentschuldigt gefehlt hast, hat er tatsächlich das Recht, deine Vergütung anteilig für die Tage, in denen du dich nicht ordnungsgemäß krankgemeldet hast, zu kürzen (§ 7 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes).Wenn du dein Attest nachgereicht hast, dann sind diese Tage entschuldigt und du bekommst dein Geld.

Ob eine Abmahnung gerechtfertigt ist, kann ich aus der Ferne nicht beurteilen. Wenn du dich zu spät oder nicht korrekt krank gemeldet hast, dann auf jeden Fall. Deine Pflichten bei Krankheit sind:

Wenn du wegen Krankheit nicht in der Lage bist zur Ausbildung zu erscheinen, musst du das deinem Betrieb noch am gleichen Tag vor Arbeitsbeginn mitteilen. Du musst ihm auch mitteilen, wie lange du voraussichtlich arbeitsunfähig sein wirst. Den Grund deiner Erkrankung musst du nicht angeben. An Berufsschulen werden unterschiedliche Regelungen angewendet. Dein Klassenlehrer sagt dir, wie und wann du dich krank zu melden hast. Wenn du davon nichts weißt gilt auch hier: Vor Beginn des Schultages im Sekretariat anrufen und Bescheid sagen. Achtung: Auch wenn du in der Berufsschule fehlst, musst du dich im Betrieb krankmelden!

Wenn du länger krank bist, musst du deinem Ausbilder ab dem vierten Tag eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Dein Ausbilder hat das Recht, die ärztliche Bescheinigung immer schon ab dem ersten Tag zu verlangen. Das kann er dir entweder mündlich mitteilen oder schriftlich mit dir vereinbaren.

Beim Arzt erhältst du dann zwei Zettel. Einer ist für den Arbeitgeber bestimmt, den zweiten Zettel schickst du an deine Krankenkasse.

Bei Arbeitsunfähigkeit gilt also der Grundsatz: Dein Ausbilder muss immer wissen, wo du steckst. Also: Vor Arbeitsbeginn anrufen und Atteste frühzeitig abschicken. Falls es am Ausbildungsplatz kriselt und dir deine Arbeitsunfähigkeit zum Vorwurf gemacht wird, kannst du das Attest auch per Einschreiben schicken oder von jemandem persönlich bringen lassen. Dann hast du im Zweifelsfall einen Nachweis über deine fristgerechte Krankmeldung.

Wenn du dich noch einmal ausführlich beraten lassen möchtest oder rechtliche Unterstützung brauchst, kannst du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

ver.di Hamburg
Besenbinderhof 60
20097 Hamburg

Tel.: 040/890615-0
Fax: 040/890615-279
E-Mail: bezirk.hamburg@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Außerdem könntest du dich an eine_einer Ausbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm_ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,

seit meinem Ausbildungsbeginn kriege ich gekürztes Gehalt, da unsere Firma eine 35 Std. Woche eingebracht hat(haben eigentlich 39 Std. Woche). Da wollte ich fragen, ob es unsere Firma eigentlich deswegen mein Gehalt kürzen darf, ich habe auch nichts unterschrieben das ich damit einverstanden wäre. Ich werde ja nicht nach Stunden bezahlt sondern nach meinem Gehalt der auf dem Vertrag steht.

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Jon,

vielen Dank für deine Nachricht. Dein Betrieb darf dein Gehalt nicht kürzen. Du stehts schließlich zur Verfügung und würdest die Stunden auch arbeiten. Dein Betrieb muss dir die vorgegebene Ausbildungszeit zur Verfügung stellen. Du hast einen Anspruch darauf. Wenn dein Betrieb das nicht kann und dich deshalb früher nach Hause schickt, dann darf das nicht zu deinem Nachteil sein. Weise deinen Chef darauf hin und stelle klar, dass dir dein voller Lohn zusteht. Am besten wendest du dich direkr an die Kammer und an die Gewerkschaft, falls dein Betrieb dazu keine Bereitschaft zeigt. Du solltest dann eine Geltenmachung schreiben, der du die Gehaltsdifferenzen nachforderst und auch dazuschreibst, dass du deine vollen Wochenstunden als Azubi zur Verfügung stehst.

Deine Ausbildungsvergütung muss dir regelmäßig, und zwar vor Ablauf des Monats, gezahlt werden - so steht es im Gesetz (§ 18 Berufsbildungsgesetz). Sonst kannst du ja nicht richtig mit deinen monatlichen Finanzen kalkulieren. Wenn dein Gehalt ausbleibt gekürzt oder nur unregelmäßig kommt, solltest du es möglichst bald geltend machen. Wenn du Gewerkschaftsmitglied bist, hilft sie dir dabei, ohne dass Kosten für dich entstehen. Sollten Dir durch die verspätete/ gekürzte Zahlung Mahnkosten oder Überziehungszinsen entstanden sein, dann kannst Du diese Deinem Betrieb in Rechnung stellen.

Eine Geltendmachung schreibt man während der Ausbildung oder nach Ende der Ausbildung, um Leistungen schriftlich einzufordern. Wenn du eine Geltendmachung schreibst, musst du die Höhe deiner Forderung darin angeben und deinen Arbeitgeber am besten mit einer Fristsetzung (also einem genauem Datum) zur Zahlung auffordern. Außerdem solltest du sie so bald wie möglich formulieren und per Einschreiben (mit Rückschein) abschicken, damit du einen Nachweis über deine Geltendmachung hast. Du kannst auch eine Kopie des Schreibens an die zuständige Stelle schicken (hier reicht ein ganz normaler Brief), um sie über deine Probleme in Kenntnis zu setzen. Hier hast du eine grobe Vorlage für eine Gehaltsgeltendmachung:

Sehr geehrter Herr/Frau…,

laut § 18 Berufsbildungsgesetz muss meine Vergütung bis zum letzten Arbeitstag des Monats auf meinem Girokonto eingehen. Ich habe mein Gehalt für den Monat allerdings bis heute nur anteilig erhalten. Bitte überweisen Sie mir den ausstehenden Betrag von xxx Euro umgehend auf mein Konto.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift Auszubildende_r]

[Unterschrift der Sorgeberechtigen bei minderjährigem Auszubildenden]

Es gibt aber noch andere Punkte zu beachten, wenn du eine Geltendmachung schreiben willst. Deshalb empfehle ich dir, dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft zu wenden. Meistens hat ein Brief von deiner Gewerkschaft einschlagenden Erfolg, weil dein Ausbilder dann weiß, dass du Rechtsschutz hast und deine Gewerkschaft Ansprüche notfalls einklagen wird. Hier ein Kontakt für dich:

ver.di vor Ort

Sitz des Landesbezirks Niedersachsen/Bremen
Goseriede 10
30159 Hannover

Tel.: 0511/12400-0
Fax: 0511/12400-150
E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

Landesbezirksleiter/in: Detlef Ahting

 

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Außerdem könntest du dich an eine_einer Ausbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm_ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo und zwar bin ich im 1lehrjahr muss auch schon von anfang an alleine arbeiten in der tankstelle in allen Schichten 

Nun meine Frage ich hatte jetzt 2x das Problem das ich minus in der Kasse hatte jetzt will mein Chef mir das vom Lehrlingsgeld abziehen 

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Lena!

Danke für deine Anfrage!

Ausbildung kann nur dann stattfinden, wenn am Ausbildungsplatz ein_e Ausbilder_in oder ein Ausbildungsbeauftragter anwesend ist, der dich ausbildet. Laut § 14 Abs. 1 Nr. 2 des Berufsbildungsgesetzes (BBIG) muss der Ausbildende selbst ausbilden oder einen Ausbilder oder eine Ausbilderin ausdrücklich damit beauftragen. Der_die Ausbilder_in oder die Person, die mit der Ausbildung beauftragt ist, muss dir Fragen beantworten und dich in Arbeitsvorgänge einweisen. Er oder sie muss deine Arbeitsergebnisse kontrollieren und dafür sorgen, dass du alle wichtigen Ausbildungsinhalte erlernst. Daraus ergibt sich, dass er oder sie eigentlich immer anwesend sein muss. Der Azubi darf also nicht alleine am Ausbildungsplatz sein oder nur in Gesellschaft von anderen Azubis, Praktikant_innen und Ungelernten, die als Ausbilder_in nicht geeignet sind. Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach § 102 BBiG mit einem Bußgeld geahndet werden!

Hier sind ein paar Tipps für dich, was du unternehmen könntest:

1. Sprich mit deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin und mache darauf aufmerksam, dass du seine oder ihre Hilfe und Wissen brauchst, um deinen Beruf zu erlernen. Falls möglich schalte den Betriebsrat ein.

2. Falls sich nach dem Gespräch nichts ändert, solltest du den Ausbilder/ die Ausbilderin oder Betriebsinhaber_in noch einmal schriftlich an seine/ihre Pflichten erinnern. Hebe dir eine Kopie des Schreibens auf! Hier ist ein Musterbrief:

Sehr geehrte/r Frau/Herr…,

laut § 14 Berufsbildungsgesetz muss ein geeigneter Ausbilder die Ausbildungsinhalte vermitteln.

- Ich bin allerdings sehr häufig alleine im Betrieb [Bitte Beispiele einfügen]

- Es steht für mich allerdings kein Ausbilder bereit und es ist auch niemand ausdrücklich mit meiner Ausbildung beauftragt worden.

Ich fordere Sie hiermit schriftlich auf, mir einen Ausbilder zur Verfügung zu stellen, mache Sie darauf aufmerksam, dass Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift Azubi]

3. Wenn auch das nichts bringt und sich deine Ausbildungssituation nicht verbessert, solltest du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden und dir rechtliche Unterstützung holen.

Wegen dem Kassenfehlbetrag gilt folgendes:

Manche Azubis, die an einer Kasse arbeiten, erhalten zusätzlich zu ihrer Ausbildungsvergütung ein so genanntes Mankogeld. Im Falle eines Fehlbetrages in der Kasse, könnte der_die Arbeitgeber_in dann diesen Betrag vom Azubi verlangen, solange er nicht höher ist, als das Mankogeld, das der Azubi bezieht. Aber auch hier kommt es immer auf die Umstände an. Z. B.  muss sichergestellt sein, dass kein anderer Zugriff auf die Kasse hatte, dass den Azubi tatsächlich die Schuld des Fehlbetrages trifft, usw.

Wenn ein Azubi kein Mankogeld bekommt, gilt in der Regel, dass fehlerhafte Leistungen des Azubis zum Risiko des Ausbilders gehören und er keinen Kostenausgleich vom Azubi verlangen darf, also nichts von der Ausbildungsvergütung abziehen darf.

Frag am besten mal direkt bei deiner Gewerkschaft nach, wenn du noch konkretere Fragen hast. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di Schwerin
Dr.-Külz-Straße 18
19053 Schwerin
Tel.: 0385/59190-0
E-Mail: service.nord-hh@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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Liebe Grüße

Dr. Azubi         

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo mein Name ist Aya,

Ich habe mehrmals unentschuldigt in der Berufschule gefehlt und habe nicht für alle tage eine Krankmeldung, meine Chefin möchte mir deswegen jetzt eine Rechnung stellen in der ich ihr das Geld zurücküberweise welches ich bekommen habe, Nach einem anruf bei der landeszahnärztekammer hieß es sie müsste mir das vom gehalt abziehen und darf mir als Azubi keine Rechnung stellen , ich wollte mich gerne nochmal hier eine Bestätigung holen 

vielen dank

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr. Azubi gewendet hast Leider kann ich dir in diesem Fall nicht weiterhelfen, denn dieses Forum behandelt eigentlich Fragen, die sich auf Probleme innerhalb einer innerbetrieblichen Ausbildung beziehen. Ausbildungen im medizinisch-gesundheitlichen Bereich unterliegen anderen gesetzlichen Bestimmungen und sind in erster Linie auf Länderebene geregelt. Dafür sind wir leider keine Experten. Deshalb würde ich dir raten, dich direkt an deine Gewerkschaft in deiner Nähe zu wenden, wenn du dich ausführlich beraten lassen möchtest. Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Hessen
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main

Tel.: 069/2569-0
Fax: 069/2569-2099
E-Mail: lbz.hessen@verdi.de

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Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

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Liebe Grüße

Dr. Azubi   

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,

Ich habe soeben auf meinem Konto gesehen,dass von den 614€  Lohn ,die ich im 2. Lehrjahr bekommen sollte nur 414 € drauf sind.

Ich war zwar oft krank geschrieben auch durch Corona ,

habe aber trotzdem rechtzeitig die Krankmeldungen

abgeben.

Kann es sein,dass mein Chef mir das abgezogen hat?

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr. Azubi gewendet hast. Da musst du auf deiner Lohnabrechnung schauen und gegebenenfalls Bescheid sagen, dass da was nicht stimmt.

Wenn dann dies krankheitsbedingt ist, an die Gewerkschaft wenden, die berät dich dann individuell.

Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden!

Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also keinen Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Ein Kontakt in deiner Nähe ist:

Verdi Sitz des Landesbezirks Baden-Württemberg
Theodor-Heuss-Straße 2 / Haus 1
70174 Stuttgart

Tel.: 0711 - 88788-7
Fax: 01805 - 83734329920
E-Mail: lbz.bawue@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,

ich bin im 3. Lehrjahr. Beim Prüfen meiner Lohnzettel habe ich zufällig festgestellt, dass der ausgewiesene Bruttolohn nicht der vereinbarten Ausbildungsvergütung in meinem Vertrag entspricht. Es wurde weniger überwiesen und das schon seit dem 1. Lehrjahr. Kann ich diese Differenzen gegenüber meinem Arbeitgeber geltend machen  und ist das rückwirkend für die ersten beiden Lehrjahre möglich?

Laut Aussage IHK liegt die überwiesene Vergütung unterhalb der angemessenen Ausbildungsvergütung.

Vielen Dank...

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi, 

schön das du dich an Dr. Azubi gewendet hast. 

Spreche mal deine Personalabeilung darauf an...

Die Höhe deiner Ausbildungsvergütung ist in deinem Ausbildungsvertrag geregelt.

Die Ausbildungsvergütung muss mit den Ausbildungsjahren ansteigen (§ 17 Berufsbildungsgesetz). Häufig wird die Höhe der Ausbildungsvergütung in einem Tarifvertrag festgelegt. Wenn kein Tarifvertrag existiert, darf dein Betrieb die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nicht unterschreiten.

Am 01.01.2020 wurde die Mindestausbildungsvergütung, für alle neu abgeschlossene Ausbildungsverträge, verpflichtend eingeführt. Sie regelt die Untergrenzen an Ausbildungsvergütung, die ein Betrieb nicht unterschreiten darf.

Sie wird bis 2023 in mehreren Stufen eingeführt. Ab 2024 wird sie jährlich nach der Entwicklung der durchschnittlichen Ausbildungsvergütungen der beiden vorausgegangenen Kalenderjahre angepasst. Konkret darf dein Betrieb folgende Vergütungen nicht unterschreiten:

 

Jahr des Ausbildungs-beginns

1. Ausbildungsjahr

2. Jahr
(+18% im Vergleich zum 1. Jahr)

3. Jahr
(+35% im Vergleich zum 1. Jahr)

4. Jahr
(+40% im Vergleich zum 1. Jahr)

Jahr 2020

515,00 Euro

607,70 Euro

695,25 Euro

721,00 Euro

 

Jahr 2021

550,00 Euro

649,00 Euro

742.50 Euro

770,00 Euro

 

Jahr 2022

585,00 Euro

690,30 Euro

789,75 Euro

819,00 Euro

 

Jahr 2023

620,00 Euro

731,60 Euro

837,00 Euro

868,00 Euro

 

Jahr 2024

x = 620,00 Euro

+ durchschnitt-

liche Steigerung

der Vergütungen

zwischen 2022

und 2023 +

Auf- und Abrun-

dungsregel

x + 18 %

x + 35 %

x + 40 %

 

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Für die Höhe der Mindestausbildungsvergütung, ist das Datum deines Ausbildungsbeginns entscheidend für die Vergütungshöhe im zweiten und dritten Lehrjahr. Beginnst du beispielsweise, die Ausbildung am 01.09.2021 erhältst du im ersten Lehrjahr 550 €, im zweiten 649 € und im dritten Lehrjahr 742,50 €.

Wichtig: Bei deiner Gewerkschaft kannst du erfragen, ob es für deinen Ausbildungsberuf einen bindenden Tarifvertrag gibt. Aber auch, wenn für deinen Ausbildungsbetrieb kein Tarifvertrag gilt, muss deine Ausbildungsvergütung mindestens 80 Prozent der in deiner Branche üblichen tariflichen Vergütung betragen. Dies gilt auch, wenn die Mindestausbildungsvergütung darunter liegt. Wenn du Mitglied in einer Gewerkschaft bist, klagt sie die Ausbildungsvergütung für dich ein. Kümmere dich frühzeitig darum, denn oft kann man die Vergütung nur für einen bestimmten Zeitraum rückwirkend einfordern!

Als Orientierungshilfe bieten wir dir folgendes: https://www.bibb.de/de/12209.php

Die Mindestausbildungsvergütung darf nur in zwei Fällen unterschritten werden:

Wenn du eine Teilzeitausbildung machst, dann kann deine Vergütung prozentual entsprechend der Kürzung deiner Arbeitszeit angepasst werden.

Wenn es einen bindenden Tarifvertrag für dein Betrieb gibt, der niedriger ist, als die Mindestausbildungsvergütung, dann gilt dieser.

Jetzt Gewerkschaftsmitglied werden!

Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also keinen Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Ein Kontakt in deiner Nähe ist:

Verdi Sitz des Landesbezirks Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen
Karl-Liebknecht-Straße 30-32
04107 Leipzig

Tel.: 0341/52901-0
Fax: 0341/52901-500
E-Mail: service.sat@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

 

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo,

ich habe meine Ausbildung letzten Monat beendet.

Der letzte Arbeitstag war am 27.01.23. Damit ist das Arbeitsverhältnis ja eigentlich beendet, weil ich an dem Tag meine Prüfungsergebnisse bekommen habe. Am Freitag war ich dann noch einen Tag in der Firma, weil ich noch einen ausgeben wollte. Montag und Dienstag in der darauffolgenden Woche gehörten auch noch zum Monat. Da war ich aber dann schon nicht mehr da. Als ich die Abrechnung erhalten habe, habe ich gesehen, dass mir 120€ abgezogen wurden! ("Kürzung Ausbildungsvergütung Ein-/Austritt")

Meine Frage ist, ob das so rechtens ist, weil ich nach recherchieren im Internet nicht schlauer geworden bin.

Danke schonmal.

Lg Tim

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Tim!

Vielen Dank für deine Anfrage und herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Bestehen deiner Ausbildung! Bezüglich deiner Ausbildungsvergütung im letzten Monat ist es so, dass du nur Geld bekommst, für die Tage die du auch im Betrieb noch die Ausbildung gemacht hast. Das heißt: Falls deine Ausbildung innerhalb eines Monats endet, muss dir dein Gehalt anteilig gezahlt werden. Pro Tag steht dir 1/30 deines Monatsgehaltes zu (§ 18 Berufsbildungsgesetz). Das heißt: in deinem Ausbildungsvertrag steht, was du im Monat verdienst („Die Vergütung bemisst sich nach Monaten“ §18 BBiG). Um herauszufinden, was du am Tag verdienst, musst du diese Vergütung durch 30 teilen, egal wie viele Tage der Monat tatsächlich hat („Bei Berechnung der Vergütung für einzelne Tage wird der Monat zu 30 Tagen gerechnet“ § 18 BBiG). Mit der Summe kannst du dir dann genau ausrechnen, wie viel Geld du für die letzten Wochen bekommen musst. Das heißt, du kannst das berechnen, wenn du deine Ausbildungsvergütung durch 30 teilst und das Ergebnis dann mal 27 nimmst, weil deine Ausbildung ja bis 27. Januar ging. Wenn das Ergebnis weniger als 120 Euro sind (dir also zu viel abgezogen wurde) solltest du dich erkundigen. Wenn du dir unsicher bist mit der Berechnung kannst du das immer nochmal von deiner Gewerkschaft prüfen lassen. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall
Brückenkopf 2
32423 Minden
Telefon: +49 571 83762 0
E-Mail: minden@igmetall.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi         

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo zusammen,

ich mache eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement und befinde mich im 3. Lehrjahr.

Leider habe ich Minusstunden und meine Chefin will das von meinem Gehalt abziehen.

Meine Frage hierzu, ist das rechtens?

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass du dich an Dr. Azubi wendest. 

Unentschuldigtes Fehlen – egal ob in der Berufsschule oder im Betrieb – ist eine ernste Pflichtverletzung und kann im Wiederholungsfall sogar zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung durch den Arbeitgeber führen.

Abgesehen davon, dass dein Arbeitgeber dich für die unentschuldigten Fehltage zunächst einmal abmahnen könnte, hat er tatsächlich das Recht, deine Vergütung anteilig für die Tage, in denen du dich nicht ordnungsgemäß krankgemeldet hast, zu kürzen (§ 7 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes).

Wenn du dich noch einmal ausführlich beraten lassen möchtest oder rechtliche Unterstützung brauchst, kannst du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Verdi Sitz des Landesbezirks Bayern
Neumarkter Str. 22
81673 München

Tel.: 089/59977-0
Fax: 089/59977-488
E-Mail: LBZ.Bayern@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Außerdem könntest du dich an eine_einer Ausbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm_ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

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RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo 

ich habe vom 18.12.24 bis heute unentschuldigt gefehlt, jedoch hat der Betrieb mir meinen Lohn nicht gezahlt obwohl ich 10 Tage +3 Tage frei laut dienstplan gefehlt habe. Habe keinen Rückruf herhalten von einer Praxisanleitung stattdessen ist einer meiner Mitschüler ans Telefon gegangen und hat meine Meldung entgegengenommen. Ist es so richtig? Und dürfen die mir meine komplette Vergütung enthalten? 

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass Du dich an Dr. Azubi wendest.

Grundsätzlich kann ein*e Arbeitgeber*in für unetschuldigte Fehltage das Gehalt kürzen. Du solltest dich, wenn Du nicht zur Arbeit erscheinst, immer entschuldigen. Tust Du das nicht, ist das eine Verletzung deiner Pflichten als Arbeitnehmerin.

Solltest Du Gehaltskürzungen für entschuldigtes Fehlen bekommen, ist das natürlich nicht in Ordnung. Auch Urlaub z.B. muss bezahlt werden.

Da Du noch in der Probezeit bist, würde ich dir dringend raten, nicht nocheinmal unentschuldigt zu fehlen. Dies kann sonst auch ein Grund für eine Kündigung sein.

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft. Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Guten Tag,

ich habe drei fehltage vom ersten Ausbildung Jahr jetzt möchte meine Firma mir das 1 Jahr später vom Gehalt abziehen dürfen die das? 
grüße

RE: Lohnkürzung in der Ausbildung

Hallo Dododomi2!

Vielen Dank für deine Anfrage. Es kommt ein wenig drauf an, ob du hier von unentschudligten Fehltagen sprichst. Unentschuldigtes Fehlen – egal ob in der Berufsschule oder im Betrieb – ist eine ernste Pflichtverletzung und kann im Wiederholungsfall sogar zu einer außerordentlichen fristlosen Kündigung durch den*die Arbeitgeber*in führen.

Abgesehen davon, dass dein*e Arbeitgeber*in dich für die unentschuldigten Fehltage zunächst einmal abmahnen könnte, hat er*sie tatsächlich das Recht, deine Vergütung anteilig für die Tage, in denen du dich nicht ordnungsgemäß krankgemeldet hast, zu kürzen (§ 7 Abs. 1 des Entgeltfortzahlungsgesetzes).

Wenn du dich noch einmal ausführlich beraten lassen möchtest oder rechtliche Unterstützung brauchst, kannst du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di
Koblenzer Str. 29
57072 Siegen
Tel.: 02331 1677-1
E-Mail: service-ost.nrw@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Außerdem könntest du dich an eine*n Ausbildungsberater*in der Kammer/Innung wenden und mit ihm*ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi

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