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Dr. Azubi

Kündigung wegen Berichtsheft?

Hallo Dr. Azubi, in meiner Ausbildung ist vor kurzem einer meiner Mitazubis gekündigt worden. Die maßgebende Begründung ist das Fehlen des Berichtheftes. Diesem wird in unserer Ausbildung eine für uns und die meisten Ausbilder zu hohe Priorität zugeordnet. Schon oft gab es in der ganzen Klasse Probleme, weil Abgabetermine nicht eingehalten wurden oder das Berichtsheft zu unausführlich geschrieben wurde (Spitzenwerte liegen bei über 100 Seiten pro Monat!). Daher gab es früh Probleme. Nun wurde er gekündigt, mit dem Grund des fehlenden Berichtsheftes. Seine Berichte fehlen ab August diesen Jahres. Verspätetet gab er schon häufiger ab. In der Schule und im praktischen Teil hatte er immer gute Noten. Deshalb verstehen wir und auch zum Teil unserer Lehrer nicht, wie man ihn wegen soetwas so kurz vor der Abschlussprüfung (Mai 2008) entlassen kann. Eventuell spielen auch noch Fehlverhalten im Privatleben in der Kündidung mit, aber darf dies überhaupt berücksichtigt werden? Es handelt sich nicht um sonderlich schwere Vergehen, die das Ansehen besonders schädigen.
Die Kündigung lief nicht einmal durch den Personalrat. Er erhielt diese am 12.11, der Personalrat schon am 09.11. Dieser stimmte nicht zu und wollte Widerspruch einlegen. Eine entsprechende Sitzung findet heute am 14.11 statt. Diese wurde nichteinmal abgewartet. Die Kündigung wurde bereits vorher ausgehändigt. Wir bangen sehr um unseren Kollegen, vor allem da niemand möchte, dass er zweieinhalb Jahre wegwerfen muss. Er legt nun Widerspruch ein, auch der Personalrat stimmt heute ab. Vieleicht haben Sie ja noch irgendwelche Ratschläge oder Ideen, vor allem bezüglich dieses Regelverstoßes im Falle des Personalrates. Danke und Gruß, Felix

RE: Berichtsheft Umschreiben

Gude, 

Darf mein Meister von Mir verlangen das ich das Brichtsheft nachträglich verändern soll, weil er jetzt nicht mehr damit zufrieden ist obwoll sie schon lange underschrieben sind.

Ich würde mich über eine Antwort freuen S. Möller

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

Hallo S. Möller,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Also prinzipiell würde ich erstmal nein sagen. Wenn dein Ausbilder die Ausbildungsnachweise unterschrieben hat, waren sie zu dem Zeitpunkt auch ok. Besonders wenn er von dir verlangt den Inhalt zu ändern und, z. B. will das du Ausbildungsfremde Tätigkeiten oder ähnliches rausnimmst, solltest du das nicht tun. Immer wieder gibt es nämlich Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder über den Inhalt der schriftlichen Ausbildungsnachweise. Einige Ausbilder verlangen, dass vor allem ausbildungsfremde Tätigkeiten nicht in die schriftlichen Ausbildungsnachweise aufgenommen werden. In diesem Fall solltest du dich wehren, denn die schriftlichen Ausbildungsnachweise können ein wichtiger Nachweis sein. Wenn es zu Streitigkeiten kommt, wende dich umgehend an deine Gewerkschaft!

Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall

Geschäftsstelle Koblenz 
Moselring 5 - 7a
56068 Koblenz

Tel.: 0261 915170
Fax: 0261 9151720
E-Mail: koblenz@igmetall.de

www.igmetall-koblenz.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

moin moin zusammen kurze Frage 

mein Sohn macht eine Ausbildung Er ist im letzten Ausbildungsjahr er steht kurz vor der Gesellenprüfung nun wurde er fristlos gekündigt Grund sei was ich aus der Kündigung lesen kann Berichtsheft Nicht ordnungsgemäß geführt sprich die Rückseite nicht gemacht was natürlich nicht der Fall ist mein Sohn hat das Berichtsheft bei sich es steht auch in der Kündigung das eine schriftliche Abmahnung Am 05.10.20 erfolgt ist aber nichts weiter. Ich habe es heute erst erfahren und die Kündigung ist am 28.02.22 erfolgt Aussage von meinem Sohn der Chefs hatte ihn ins Büro zitiert 2 Zettel auf den Tisch gelegt er sollte es Unterschreiben!!!! Es wurde Druck ausgeübt mein Sohn fühlte sich unter Druck gesetzt von dem chef meines Erachtens find ich das eine ganz schön harte Nummer jemanden Unterdruck zusetzen er sollte das Unterschreiebn naja und mein Sohn war total mit der ganzen Situation überfordert und hat es unterschrieben ich habe ihn denn auch gesagt warum er nicht gleich am selben Tag zu mir gekommen ist und warum er sowas unterschreibt ohne es zu besprechen mein Sohn war außer sich und hat das getan was von ihm gefordert wurde. Jetzt habe ich beschlossen diese Sache zu Klären.

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

Moin. Habe mein Berichtsheft 2Tage zu spät abgegeben und deshalb eine Ermahnung bekommen. Das Problem ist, dass der Abgabetermin Montags war, und ich Montag und Dienstag Krank geschrieben war. Ist das rechtens das mein Ausbilder dann zu mir sagt, dass ich das Sonntag in den Briefkasten stecken sollte oder anders mich darum kümmern muss, dass das rechtzeitig dort ankommt? Sonntag wusste ich ja noch garnicht, dass ich krank war. Bitte um schnelle Rückmeldung. Liebe Grüße Luca

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

Hallo Luca,

vielen Dank für deine Nachricht. Ein zuspät abgegebenes Berichtsheft kann eine Abmahnung nach sich ziehen. Allerdings nicht, wenn du an dem Abgabetermin krank warst. Du bist dann nicht verpflichtet an deinem Krankheitstag Verpflichtungen aus der Arbeit nchzukommen. Du sollst dich ja erholen. Vorher brauchst du es auch nicht abzugeben. Du weisst ja am Samstag noch nicht, dass du am Montag erkrankst.

Sprech noch mal mit deinem Chef und bitte ihn darum die Abmahnung zurückzunehmen. Falls er das nicht macht, kannst du eine Gegendarstellung schreiben. Schilder da die Situation aus deiner Sicht und schreibe mit rein, dass du deshalb die Abmahnung als nicht gerechtfertigt siehst. Du solltest die gegendarstellung dann deiner personalakte beifügen lassen. Denn das dient dir dann als Beweis, falls es du weiteren Abmahnungen oder gar einer Kündigung kommt. Falls es aber bis dato immer gute Stimmung zwischen dir und deinem Chef gab und ihr sonst ganz gut klar kommt, würde ich mir wegen der Abmahnung jetzt auch nicht die Größten Sorgen machen. Dennoch solltest du nicht auf die Gegendarstellung verzichten. Schicke sie via Einschreiben und hebe dir eine Kopie davon auf.

Falls du noch weitere Hilfe brauchst, kannst du dich auch gerne direkt an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ein Kontakt für dich:

IG Bau

Schulstr. 3
25335 ElmshornTelefon069 95737878Fax069 95737879

Öffnungszeiten:1. Dienstag im Monat9.00 - 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi                 

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

Hallo Mike.

Vielen Dank für deine Nachricht. Gerne helfe ich euch bei der Einschätzung zur frislosen Kündigung. Hier ein paar Inofs zur Thematik für deinen Sohn. Lass ihn das doch mal in Ruhe durchlesen:

Nach der Probezeit gilt für Azubis ein besonderer Kündigungsschutz – sie sind durch das Arbeitsrecht besser geschützt, als normale Arbeitnehmer an ihrem Arbeitsplatz. Eine ordentliche Kündigung ist nach der Probezeit nicht mehr möglich. Nach der Probezeit kann der Arbeitgeber den Azubi laut Arbeitsrecht nur noch fristlos kündigen. Eine fristlose Kündigung kann aber nur ausgesprochen werden, wenn der Arbeitgeber dem Azubi schwere Pflichtverletzungen vorwerfen kann, also einen schwerwiegenden Kündigungsgrund hat (§ 22 Berufsbildungsgesetz). Das gilt für alle Azubis, unabhängig vom Beruf und Alter. In einer fristlosen Kündigung muss der Arbeitgeber genau schreiben, welche Pflichtverletzung dem Azubi vorgeworfen wird. Deshalb gibt es kein Muster oder Vorlage für eine fristlose Kündigung.

Die fristlose Kündigung erfolgt sofort, ohne Kündigungsfrist. Allerdings muss der Arbeitgeber den Azubi in der Regel vorher abmahnen. Es gilt die Faustregel, dass der fristlosen Kündigung eines Azubis mindestens zwei Abmahnungen vorausgehen müssen.

Der Ausbilder kann dich fristlos kündigen, wenn er dir schwere oder häufige Pflichtverletzungen vorwerfen kann oder weil du nicht mehr für den Beruf geeignet bist. Kündigungsgrund kann zum Beispiel sein:

  • Häufiges unentschuldigtes Fehlen
  • Häufiges schwänzen der Berufsschule
  • Eigenmächtiger Urlaubsantritt
  • Verweigerung von Arbeitsanweisungen am Arbeitsplatz
  • Mehrmaliges nicht beachten von Sicherheitsbestimmungen am Arbeitsplatz
  • Missachtung von Verboten, zum Beispiel private Telefongespräche am Arbeitsplatz
  • Fahrlässige Beschädigung von Werkzeugen und Betriebseigentum am Arbeitsplatz
  • Nicht Führen der Ausbildungsnachweise
  • Auftreten eine schlimmen Hautkrankheit bei einem Beruf im Dienstleistungsbereich
  • Nachgewiesener Diebstahl am Arbeitsplatz
  • Unfähigkeit für den Beruf zum Beispiel durch Krankheit
  • Durchgehend so schlechte Leistungen, dass das Ausbildungsziel in dem Beruf nicht erreicht werden kann

 

Verdachtskündigungen sind laut Arbeitsrecht nicht erlaubt. Der Arbeitgeber kann den Azubi also nicht kündigen, wenn er ihn verdächtigt, etwas gemacht zu haben, aber keine Beweise dafür hat. Die gilt insbesondere bei fristlosen Kündigungen wegen Diebstahl. Der Arbeitgeber muss dir den Diebstahl zweifelsfrei nachweisen können.

Eine Kündigung ist wegen geringen Pflichtverletzungen erst dann zulässig, wenn alle anderen Maßnahmen (wie zum Beispiel Abmahnungen) nichts gebracht haben. Je weiter die Ausbildungszeit fortgeschritten ist, um so schwieriger ist es, dich zu kündigen, und umso gravierender müssen die Gründe des Ausbilders sein. Kurz vor dem Ende der Ausbildung ist eine fristlose Kündigung eigentlich ausgeschlossen.

Ein zusätzlicher besonderer Kündigungsschutz gilt im Arbeitsrecht für folgende Arbeitnehmer:

  • Angehörige der Jugend- und Auszubildendenvertretung
  • Schwangere
  • Schwerbehinderte

Ihre Arbeitsverträge können noch schwerer gekündigt werden. Wenn du schwanger bist und eine fristlose Kündigung erhältst, musst du deinem Betrieb innerhalb von zwei Wochen mitteilen, dass du schwanger bist.

Für die Fristlose Kündigung gilt:

  • Die fristlose Kündigung muss schriftlich erfolgen.
  • Der Kündigungsgrund muss ganz genau benannt werden, sonst ist die fristlose Kündigung formal nicht richtig und somit ungültig.
  • Der Ausbilder darf dich auch nicht mündlich kündigen und später die schriftliche Kündigung nachreichen.
  • Eine Kündigung ist auch unwirksam, wenn dem Ausbilder der auslösende Kündigungsgrund bereits länger als zwei Wochen bekannt war.
  • Die fristlose Kündigung ist auch unwirksam, wenn in deinem Betrieb ein Betriebsrat existiert und der Betriebsrat vor der fristlosen Kündigung nicht angehört wurde.

Da die Kündigung fristlos ist, endet deine Ausbildung, sobald du die Kündigung erhältst. Falls du Minderjährig bist, müssen auch deine gesetzlichen Vertreter, in der Regel deinen Eltern, die Kündigung erhalten.

 

Kündigung Muster Widerspruch

Wenn du eine Kündigung erhältst, muss man sie erst mal prüfen. Ist sie formal richtig? Ist sie inhaltlich gerechtfertigt oder ungerechtfertigt? Falls du Zweifel hast, solltest du reagieren.

Du kannst innerhalb von drei Wochen Widerspruch gegen die Kündigung einlegen und eine Schlichtung bei der zuständigen Stelle zu beantragen. Wenn die Schlichtung beantragt ist, musst du einige Wochen auf den Termin warten. Melde dich unbedingt sofort arbeitslos und bewirb dich um einen neuen Ausbildungsplatz. Hier ein Muster für einen Widerspruch:

Widerspruch gegen die fristlose Kündigung vom ____________(Datum)
Sehr geehrter Herr/Frau ____________,
hiermit lege ich Wiederspruch gegen ihre fristlose Kündigung vom ____________ ein.
Begründung (wahlweise):

  • Die Kündigung wurde nur mündlich ausgesprochen, muss aber laut § 22 Berufsbildungsgesetz schriftlich erfolgen.
  • Sie haben in Ihrer Kündigung keinen wichtigen Grund angegeben.
  • Die Gründe für die Kündigung waren Ihnen bereits länger als zwei Wochen bekannt und die Kündigung hätte laut § 22 Berufsbildungsgesetz deshalb früher erfolgen müssen.
  • Es handelt sich um eine Verdachtskündigung. Sie werfen mir einen Diebstahl vor, den ich nicht begangen habe und den Sie mir auch nicht nachweisen konnten. Dies ist nicht zulässig.
  • Die von Ihnen genannten Gründe sind nicht ausreichend um einen Auszubildenden zu kündigen. Sie hätten mich zunächst abmahnen müssen, um mir Gelegenheit zu geben, mein Verhalten zu ändern.
  • Die von Ihnen geschilderten Tatsachen treffen nicht zu. Entgegen Ihrer Darstellung verhält es sich folgendermaßen (…)

Eine Kopie dieses Widerspruchs geht an die zuständige Stelle. Gleichzeitig werde ich dort ein Schlichtungsverfahren beantragen, um die rechtliche Situation zu klären.
Mit freundlichen Grüßen,
____________(Unterschrift Azubi)
____________(Unterschrift der Sorgeberechtigen bei minderjährigem Azubi)

 

Den Widerspruch schickst du – am besten mit Einschreiben – an deinen Betrieb oder bringst ihn vorbei. Hebe dir eine Kopie des Schreibens auf. Gleichzeitig beantragst du eine Schlichtung bei der zuständigen Stelle und legst die Kündigung und den Widerspruch in Kopie bei. Rufe dort an und lass dir einen Schlichtungsantrag zuschicken.

Für den Widerspruch und den Schlichtungsantrag solltest du dir rechtliche Hilfe holen, wie die Schlichtung abläuft kannst du hier nachlesen Mein Reche durchsetzen. Bei einer fristlosen Kündigung kann der Schlichtungsausschuss zum Beispiel folgenden Spruch fällen:

  • Du musst wieder eingestellt werden, weil die Kündigung ungerechtfertigt war.
  • Die Kündigung ist rechtmäßig.
  • Die Kündigung wird in einen Aufhebungsvertrag zu einem späteren Zeitpunkt umgewandelt und du gewinnst Zeit für Bewerbungen.

Außerdem kann bei der Schlichtung geklärt werden, was dir noch alles zusteht.

Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben und wünsche dir viel Erfolg bei deinen weiteren Schritten.

Das war ein Service deiner Gewerkschaft!

RE: Berichtsheft

Guten Tag, 

Und zwar geht es darum das ich seit Anfang der Ausbildung schon sehr spezielle Themenberichte schreiben muss. Bis jetzt habe ich dies auch so getan wie es mein Chef von mir verlangt hat, doch ich habe einfach keine Themen mehr und bekomme größenteils meine Berichte alle wieder zurück zum neu schreiben, da diese dem Chef nicht gefallen. Ich habe ihn schon mehrmals darum gebeten mir Themen vorzugeben oder mir wenigstens etwas zu helfen aber davon fehlt alles. Außerdem müssen die Berichte Firmenspezifisch über meinen Betrieb geschrieben werden, da wir aber wenig Bereiche hier haben fällt alles ziemlich knapp aus. Außerdem hat er ein persönliches Problem wohl mit mir und geht oftmals auch unter die Gürtellinie mit dem das er sagt. Das Problem an dem ganzen ist schon, das es mir auf die Psyche geht, da ich wirklich immer im Zeitdruck stehe durch die (Themenberichte), keine Themen mehr habe und ich sowieso etwas zuhören bekommen werde und es neu schreiben müsse.

Mir wurde jetzt schon von meiner Lehrerin geraten einfach normale Wochenberichte zu schreiben und diese ihm dann vorzulegen. 

Meine Frage jetzt wäre, ob es rechtens ist was er von mir verlangt und ob ich in irgendeiner Hinsicht gefährdet bin meine Ausbildung zu verlieren?

LG Nils

RE: Kündigung wegen Berichtsheft?

Hallo Nils!

Vielen Dank für deine Anfrage! Ich finde es nicht in Ordnung, dass dein*e Ausbilder*in dich da so unter Druck setzt und dann auch noch beleidigend wird. Das musst du dir nicht gefallen lassen. Es ist super, dass du das Thema auch schon mal bei deiner Lehrerin angesprochen hast und dir Hilfe suchst. Mit den Berichtsheften ist es eigentlich so:

Die schriftlichen Ausbildungsnachweise, also dein Berichtsheft, muss dir dein*e Ausbilder*in kostenlos zur Verfügung stellen (§ 14 Berufsbildungsgesetz). Der*die Ausbilder*in muss sich auch darum kümmern, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise regelmäßig führst. Er*sie muss deine Einträge kontrollieren und unterschreiben. Nach Empfehlungen des Bundesausschusses für Berufsbildung solltest du das Berichtsheft mindestens wöchentlich führen. Die Kontrolle deines Berichtsheftes durch den Betrieb, sollte mindestens monatlich erfolgen. Wenn dein*e Ausbilder*in nicht will, dass du die ausbildungsfremden Tätigkeiten in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen vermerkst, solltest du dich wehren. Denn alles, was in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen steht, hast du offiziell gelernt. Da sollte also nichts drinnen stehen, was du nicht auch wirklich gemacht hast. Die schriftlichen Ausbildungsnachweise können auch ein wichtiger Nachweis sein.

Deine schriftlichen Ausbildungsnachweise sind sehr wichtig: Sie sind Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung! Als Azubi bist du verpflichtet, regelmäßig deine schriftlichen Ausbildungsnachweise zu führen. Wenn du dieser Pflicht nicht nachkommst, kann das ein Grund für eine Abmahnung und bei wiederholter Pflichtverletzung auch für eine fristlose Kündigung sein. Du schreibst aber ja, dass du die Berichte schreibst, nur dass deinem*deiner Ausbilder*in die Inhalte nicht zu passen scheinen. Deswegen frage ich mich, ob du wirklich lernst, was du lernen sollst und ob du Berichte über Sachen schreiben sollst, die du gar nicht gelernt hast. Das wäre dann von deinem*deiner Ausbilder*in nicht in Ordnung.

Deine schriftlichen Ausbildungsnachweise müssen von deinem*deiner Ausbilder*in unterschrieben werden. Normalerweise schreibt die Ausbildungsordnung deines Ausbildungsberufes vor, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise während der Arbeitszeit führen darfst.

Immer wieder gibt es Streitigkeiten zwischen Azubi und Ausbilder*in über den Inhalt der schriftlichen Ausbildungsnachweise. Einige Ausbilder*innen verlangen, dass vor allem ausbildungsfremde Tätigkeiten nicht in die schriftlichen Ausbildungsnachweise aufgenommen werden. In diesem Fall solltest du dich wehren, denn die schriftlichen Ausbildungsnachweise können ein wichtiger Nachweis sein. Wenn es zu Streitigkeiten kommt, wende dich umgehend an deine Gewerkschaft!

Was hineingehört:

  • Die täglichen oder wöchentlichen Beschreibungen der ausgeführten Tätigkeiten innerhalb des Ausbildungsbetriebes. Welche Beschreibung verlangt wird, hängt von dem Ausbildungsberuf ab. Zudem gibt es Berichtshefte in welchen bereits, die vorgesehenen Ausbildungsinhalte in Tätigkeitsbereiche untergliedert sind und nur durch die Unterschrift des Ausbilders oder der Ausbilderin und dir bestätigt werden muss, dass die Inhalte erlernt wurden.
  • Unterweisungen, Schulungen, Lehrgänge, Praktika oder Ähnliches, sowie Themen des Berufsschulunterrichts gehören auch mit rein. Hier solltest du nicht nur das Unterrichtsfach benennen, sondern auch die konkrete Benennung des Lehrstoffes ist notwendig.
  • Diese Bereiche werden getrennt voneinander aufgeführt, so dass man sie deutlich unterscheiden kann. Die einzelnen Arbeitsabläufe, Inhalte von Erlerntem oder Ähnliches sollten wenigstens stichpunktartig genannt werden. Jeder Ausbildungsnachweis wird mit einer fortlaufenden Nummer, dem Namen des*der Auszubildenden, dem Ausbildungsjahr sowie dem Berichtszeitraum versehen. Auch die jeweiligen Zeiten, also Arbeitszeiten oder Unterrichtszeiten werden korrekt angegeben, ebenfalls Urlaubstage oder auch Fehlzeiten aufgrund einer Krankheit oder anderen Gründen.
  • Das Berichtsheft kann in Heftform geführt werden oder auch digital. Zudem können Skizzen und Zeichnungen Inhalt des Berichtsheftes werden. Grundsatz ist hierbei immer, dass es sich um Fertigkeiten und Kenntnisse handelt, die im jeweiligen Ausbildungsberuf erlernt werden sollen. Diese Fachberichte können somit verpflichtend für dich sein, aber sie stellen keine Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung dar.

Wie gesagt, wenn du Probleme hast mit deinem*deiner Ausbilder*in wegen dem Berichtsheft, dann hol dir bitte unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:

Ver.di
Friedrich-Karl-Str. 24
46045 Oberhausen
Tel.: 0201 24752-0
E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Es gibt für Menschen ohne Einkommen auch sehr reduzierte Beitragssätze.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft. Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi         

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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