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Dr. Azubi

Unglücklich in der Ausbildung

Guten Tag Doktor Azubi,

ich habe da ein Problem. Ich bin nun seid gut 7 Wochen in der Ausbildung (also noch in der Probezeit) und bin unglücklich. Ich komme leider nicht so recht mit meinen Vorgesetzten klar. Zuständiger Ausbilder als auch dem Chef.

Ich mache mir nun seid Tagen schon Gedanken, was ich machen kann. Dann habe ich von Ihnen gehört und hoffe nun, das Sie mir weiterhelfen können.

Nun zum Problem:
Ich bin überglücklich das ich einen Ausbildungsplatz habe. Leider gab es einige Querelen seid meinem Ausbildungsbeginn. Es gab ein paar Fehler im Ablauf der Arbeit, wofür ich nichts konnte und so kam es, das mich mein Chef angebrüllt hat. Er ist extrem autoritär und brüllt meist sofort los. Leider kann man mit ihm nicht direkt reden und ich habe ehrlich gesagt, auch ein wenig schiss vor ihm was das Problem und meine Unglücklichkeit nicht gerade schmälert. Ich habe mittlerweile auch schon solche Probleme damit, das ich ständig an die Arbeit denken muss und hoffe, das ich keine Fehler gemacht habe. Man kann auch sagen, das ich extrem verunsichert bin und eigentlich kau eine ruhige Minute habe.

Was kann ich tun? Ich will unheimlich gern in dem Beruf eine Ausbildung machen.

Kann ich den Betrieb wechseln, ohne größere Probleme dadurch zu bekommen? Wie kann ich das am besten dann machen? Und wie stell ich das am besten an?

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit freundlichen Grüßen
chris

RE: Unglücklich in der Ausbildung

Hallo,

ich bin jetzt im 2. Lehrjahr meiner Ausbildung als MFA und ich könnte nicht unglücklicher sein. Das ganze fängt erstmal bei meinem Chef an. Er ist super cholerisch und brüllt vor den Patienten herum, droht einem das Gehalr zu kürzen oder zu kündigen usw.. Ich habe wirklich angst vor ihm. 

Dazu kommt, dass ich mich in der Umgebung super unwohl fühle, da ich mich mit den anderen nicht so gut verstehe. Außerdem läuft es dort immer super unfair ab, egal um was es geht.

Zudem habe ich dort auch schon Rassismus erlebt, was ich absolut nicht in Ordnung finde. 

Der medizinische Beruf war eigentlich von Anfang an nicht das, was ich machen wollte aber leider habe ich nichts anderes gefunden. Nun ist es so, dass mir das ganze, was mir dort wiederfährt diese Ausbildung total verdoben hat.

Ich habe vor später zu studieren, was nichts mit Medizin zu tun hat. Dafür möchte ich 2 Jahre in Vollzeit das Abitur nachholen und habe mir überlegt, die Ausbildung abzubrechen und bis September, wenn das neue Schuljahr beginnt einen Nebenjob zu machen.

Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob das eine gute Idee ist und ob ich das machen soll. Ich bin mittlerweile schon sehr verzweifelt und das Ganze geht mir langsam sehr auf die Psyche. Deshalb würde es mich freuen hier einen Rat zu bekommen.

Liebe Grüße

Melanie

RE: Unglücklich in der Ausbildung

Liebe Yolanda,

vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

Es ist verständlich, dass du unter diesen Umständen den Spaß an deinem Beruf verlierst. Du bist ja in der Ausbildung, um den Beruf zu erlernen und nicht um ab der Frühstückspause nichts mehr zu tun zu haben. Und du bist damit nicht alleine. Es geht (leider) einigen Azubis so wie dir.

Versuche dir im ersten Schritt klar zu werden, ob es an dem Berufsfeld liegt oder an den Umständen in deinen Betrieb. Vielleicht könnte ja auch ein Ausbildungsplatzwechsel für dich die richtige Lösung sein. Und die Freude kommt wieder etwas zurück wenn du und deine Ausbildung wertgeschätzt werden. Es wäre ja echt schade, wenn du nach zwei Jahren die Ausbildung aufgibst.

Aber aus der Distanz habe ich natürlich keinen Einblick, wie schwer dir das fällt. Wenn dich die ganze Situation also zu sehr belastet und du keine Kraft hast und keine Möglichkeit in einem Ausbildungsplatzwechsel siehst, dann kann ein Berufswechsel auch die richtige Lösung sein.

Es kann wirklich helfen, wenn du dir Menschen suchst mit denen du gut reden kannst und einmal Luft lassen kannst.

Hier findest du zwei Anlaufstellen:

https://www.nummergegenkummer.de/

Anonyme und kostenlose Telefonberatung.

www.telefonseelsorge.de, die Nummern lauten: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222, 24 h erreichbar, anonym und kostenlos, auch Mailberatung und Chat.

Und es ist gut und wichtig, wenn du Träume und Ideen hast. Und die hast du ja auch. Ich rate dir wirklich Schritt für Schritt vorzugehen.

Deine psychische und physische Gesundheit ist dein wichtigstes Gut. Die Ursachen von psychischem Stress können sehr unterschiedlich sein: zu hohe Arbeitsbelastung, Druck am Arbeitsplatz, Unterforderung bis hin zu fehlender Anerkennung von Vorgesetzten oder private Probleme. Aber auch Mobbing, Gewalt oder sexuelle Belästigung am Ausbildungsplatz können Auslöser psychischer Belastung sein.

Wenn die Symptome über einen längeren Zeitraum auftreten, solltest du die Warnsignale ernst nehmen und dir Hilfe von einem fachlich qualifizierten Arzt holen. Konzentriere dich erst einmal darauf, dass es dir bald wieder besser geht und mach dir keine Sorgen wegen deiner Ausbildung. Blöde Kommentare oder Druckausübungen von Seiten deines Betriebes sind nicht in Ordnung.

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

ver.di Freiburg
Friedrichstraße 41-43
79098 Freiburg

Tel.: 0761/2855-0
Fax: 0761/2855-109
E-Mail: service.bawue@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Ich wünsche dir viel Kraft und alles Gute! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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