Deutscher Gewerkschaftsbund

Aufhebungsvertrag

Hallo,

ich mache eine Ausbildung zum Fachinformatiker und möchte nun gern den Ausbildungsbetrieb wechseln.
Die Gründ hierfür sind zum Beispiel, dass die Gehaltszahlungen regelmäßig zu spät kommen und ich so meinen Lebensunterhalt nicht beschreiten kann (Abbuchungen etc.) dasweiterer erhalte ich keinerlei Ausbildung sondern bin auf mich selbst und das Internet angewiesen, was ja an sich nicht schlimm ist in meinem Alter, dennoch mache ich mir doch sehr Sorgen so meinen Abschluss zu erlangen, da nichts aus dem Rahmenlehrplan bearbeitet wird. Auch eine Überbetriebliche Ausbildung finden in keiner Form statt. Nun habe ich bereits einen neuen Betrieb gefunden, der mich zum 01.11. auch übernehmen würde.
Wie muss nun die Kündigung vonstatten gehen damit ich in den neuen Betrieb übergehen kann ohne rechtliche Folgen (zB. Wwttbewerbsverbot) befürchten zu müssen?

Ich danke für die Antworten.

Gruss Enrico

Enrico: 27.09.2007 13:00:00 |
Tags:
  • Re: Aufhebungsvertrag

    Hallo Enrico,

    Viele Auszubildende möchten ihre Ausbildung planmäßig zu ende führen, halten es aber im Betrieb nicht mehr aus. Ein Ausbildungsplatzwechsel ist kein Beinbruch. In manchen Berufen wie zum Beispiel Koch oder Friseur wechselt fast jeder zweite Azubi einmal den Ausbildungsplatz. Bei einem Ausbildungsplatzwechsel solltest du folgendermaßen vorgehen:

    Erst wenn du einen neuen Ausbildungsvertrag unterschrieben hast, solltest du dein altes Ausbildungsverhältnis beenden.

    Falls sich dein Betrieb nach deinem Wechsel weigert, dein letztes Gehalt zu zahlen, deinen Urlaub auszuzahlen, deine Arbeitspapiere auszuhändigen oder ein Arbeitszeugnis zu schreiben, solltest du möglichst bald eine Geltendmachung schreiben. Wie das geht, erfährst du unter dem Punkt
    Rechtsbehelf.

    Achtung: Auch in deinem neuen Ausbildungsverhältnis hast du erst mal Probezeit!

    Am besten ist eignet sich ein Aufhebungsvertrag

    Ein Aufhebungsvertrag ist keine Kündigung! Im Unterschied zur Kündigung kündigt beim Aufhebungsvertrag nicht eine Partei der anderen. Beim Aufhebungsvertrag lösen Azubi und Ausbilder das Ausbildungsverhältnis in gegenseitigem Einvernehmen auf. Im Klartext heißt das, beide, Azubi und Ausbilder, wollen das Ausbildungsverhältnis nicht fortsetzen. Ein Aufhebungsvertrag kann also nur zustande kommen, wenn sich Ausbilder und Azubi einig sind. Den Zeitpunkt der Vertragsauflösung können Azubi und Ausbilder dabei frei vereinbaren, es gibt also keine Fristen, die eingehalten werden müssen.

    Wann ist ein Aufhebungsvertrag sinnvoll?

    Bei einem von dir gewünschten Ausbildungsplatzwechsel kann ein Aufhebungsvertrag unter Umständen die einfachste Möglichkeit sein, wenn dein Ausbilder mit deinem Weggang einverstanden ist. Unterschreibe einen Aufhebungsvertrag aber nur, wenn du bereits einen neuen Lehrvertrag hast oder ganz sicher bist, dass du in dem Betrieb nicht bleiben willst, denn wenn der Aufhebungsvertrag einmal freiwillig unterschrieben ist, kann man nichts mehr machen! Wenn du die Berufsausbildung aufgeben willst, ist in der Regel eine ordentliche Kündigung mit vier Wochen Frist wegen Berufsaufgabe besser.

    Was ist der Nachteil bei einem Aufhebungsvertrag?

    Wenn du einen Aufhebungsvertrag unterschreibst, bist du mitschuldig am Verlust deines Ausbildungsplatzes. In diesem Fall kann dir bei einer folgenden Arbeitslosigkeit dein Arbeitslosengeld eine Zeitlang gesperrt werden! Außerdem kannst du gegen einen Aufhebungsvertrag - im Unterschied zu einer Kündigung durch den Ausbilder - keinen Widerspruch einlegen, da ja deine Zustimmung nötig war.

    Was musst du beim Aufhebungsvertrag beachten?

    Der Aufhebungsvertrag wird zweimal angefertigt. Jedes Exemplar wird dann von Azubi und Ausbilder unterschrieben. Azubi und Ausbilder erhalten je ein Exemplar. Bei minderjährigen Azubis muss der Ausbildungsvertrag auch von dem gesetzlichen Vertreter, im Regelfall den Eltern, unterschrieben werden. Falls der Aufhebungsvertrag vom Betrieb aufgesetzt wird, solltest du den ganzen Vertrag gründlich lesen, vor allem das Kleingedruckte. Ein einfacher Aufhebungsvertrag sieht so aus:

    Ort/Datum
    Aufhebungsvertrag

    Zwischen
    ___(Name Ausbilder)
    und
    ____(Name Azubi/rechtlicher Vertreter bei minderjährigem Azubi)

    Hiermit beenden die Vertragsparteien in gegenseitigem Einvernehmen das Ausbildungsverhältnis zum ________(Datum).

    ____________(Ort, Datum)
    ____________(Unterschrift Ausbilder)
    ____________(Unterschrift Azubi)
    ____________(Unterschrift rechtlicher Vertreter bei minderjährigem Azubi) Viel Glück und alles Gute,
    Dr. azubi

    Dr. Azubi: 27.09.2007 17:56:47


  • Re: Aufhebungsvertrag

    Heute hat mir mein Chef einen Aufhebungsvertrag vorgelegt mit dem Argument, das ich plötzlich nicht mehr für diesen Beruf geeigner wäre.
    Seit einiger Zeit schreit unser Chef ständig mit mir herum, ich arbeite nicht gewissenhaft, bin faul, gebe meine Berichte nicht fristgerecht ab, Stundenzettel sind zu spät da usw. Zum Sachverhalt will ich hier sagen: den Beruf Maler- Lackierer mache ich schon gerne, aber zur Zeit machts eben keinen Spaß bei diesem Betriebsklima, meine Stundenzettel habe ich immer Montags abgegeben nur diese Woche nicht weil ich anschließend 1 Woche Berufsschule hatte.Ich habe diese dann an diesem Montag auf der Baustelle meinem Chef gegeben, er meinte zu Spät, und hat mir deshalb auch keinen Lohn überwiesen(15 d. Monats)
    Soll ich jetzt einfach alles mal schlucken und meine Ausbildung (die gerne zu Ende führen möchte) weiter machen in der Hoffnung das mein Chef wieder ruhiger wird, oder den Aufhebungsvertrag unterschreiben.
    Ich bin seit Sept. 2010 im 2. Ausbildungsjahr. Ich bin 17 Jahre alt geworden(August 2010).

    Tobias: 16.11.2010 12:00:00


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