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Dr. Azubi

Zweitausbildung

Hallo! Ich bin Anfang nächsten Jahres mit meiner Ausbildung zur zerspanungsmechanikerin fertig. August nächsten Jahres habe ich geplant, eine Zweitausbildung zur industriekauffrau zu machen. Ich wohne noch zu Hause und meine Mutter möchte dann von mir 250,-€ monatlich. Momentan bekommt sie für mich noch Kindergeld, dass dann ja in der zweiten Ausbildung wegfällt. Ich bin mir da nicht sicher und wollte mal nachfragen. Außerdem sagt sie, dass ich dann nicht mehr über sie haftpflichtversichert bin. Ist das richtig? Was ändert sich denn noch für mich, wenn ich eine zweite Ausbildung ein halbes Jahr nach Abschluss der ersten beginne? Ich bin auch schon länger auf der Suche nach einer Wohnung, was sich ja momentan als ziemlich schwierig gestaltet. 

LG Patricia 

RE: Zweitausbildung

Hallo Patricia,

schön, dass Du dich an Dr. Azubi wendest.

Als erstes zum Kindergeld: Auch wenn Du eine zweite Ausbildung beginnst, steht dir Kindergeld zu. Dieses bekommst Du bis zu deinem 25. Geburstag, vorrausgesetzt, du hast keine reguläre Beschäftigung, sondern bist noch in Ausbildung. Eltern müssen per Gesetz ihren Kindern für die erste Ausbildung Unterhalt bezahlen. Da zählt auch das Kindergeld mit rein. Bei einer zweiten AUsbildung können deine Eltern zwar immer noch Kindergeld für dich beziehen, sind aber nicht mehr verpflichtet dir Unterhalt zu bezahlen.

Eine andere Möglichkeit, dir einen Zuschuss für die zweite Ausblidung zu holen ist das Wongeld. Zunächst musst du BAB beantragen, denn einen Antrag auf Wohngeld kannst du nur dann stellen, wenn dir BAB „dem Grunde nach“ nicht zusteht, also z. B., wenn du deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.

Was die Haftpflichtversicherung angeht, dazu gibt es keine allgemein gültige Regel. Das hängt von deiner Haftpflichtversicherung ab. Da lohnt sich einfach mal direkt bei der Versicherung nachzufragen, wie sich das verhält.

Sollte es finanziell sehr knapp werden, dann gibt es noch die Möglichkeit Arbeitslosengeld II zu beantragen. Anspruch auf diese Leistungen haben generell Auszubildende oder Teilnehmer*innen an berufsvorbereitenden Maßnahmen, die nicht in Wohnheimen, oder in einem Internat bei voller Verpflegung untergebracht sind. Gleiches gilt für Auszubildende mit Behinderung, die für eine Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahme SGB III – Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsleben erhalten.

Bitte beachte, dass der Auszug aus dem Elternhaus vom zuständigen Jobcenter genehmigt werden muss, wenn du nicht schon vor Antragstellung ausgezogen bist, eigene Kinder hast, verheiratet bist, oder vorher deinen Lebensunterhalt selbst decken konntest, damit du Leistungen bekommen kannst.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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