© DGB-Jugend

Dr. Azubi

Minusstunden in der Ausbildung

Hallo,

ich bin aktuell im zweiten Lehrjahr zur Fachkraft für Lagerlogistik. Da unsere Berufsschule weiter weg gelegen ist, soll ich nach der Schule nicht zur Arbeit kommen. Dafür bekomme ich allerdings Minusstunden. Deswegen muss ich öfters eine Stunde länger oder Samstags arbeiten. An einem Samstag (vor der Arbeit) hatte ich 19 Minusstunden. Nach dem 9-Stunden-Sonntag waren es 18 Minusstunden, sprich für 9 Stunden Arbeit habe ich eine einzige Stunde gutgeschrieben bekommen. Bei mir ist es so: Wer für seine Rechte einsteht verliert. 

Ist das so erlaubt?

Samstagsarbeit bringt mir zudem keinen Vorteil in der Ausbildung.

RE: Minusstunden in der Ausbildung

Hallo lieber Azubi,

schön, dass Du dich an Dr. Azubi wendest.

Es ist wichtig für seine Rechte einzustehen! Es gibt nicht umsonst Gesetze, die ein Minimum an Arbeitsrechten regeln.

Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem*ihrer Ausbilder*in erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein*e Ausbilder*in schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein*e Ausbilder*in ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

Dass Du für 9 Stunden Arbeit nur eine Stunde gut geschrieben bekommst ist alles andere als in Ordnung. Alles was Du extra arbeitest, also Überstunden, muss dir bezahlt werden!

Du kannst also auf deine*n Vorgesetzte*n zu gehen und erklären, dass dir die Bezahlung der extra Arbeit zu steht. Sollte dein*e Chef*in sich quer stellen und nicht auf deine Forderungen eingehen, dann solltest Du dich an deine zuständige Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di Hagen

Hochstr. 117a
58905 Hagen

Tel.: 02331 16771
E-Mail: service-ost.nrw@verdi.de

Da kannst du einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft. Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

Hier kannst du Mitglied einer Gewerkschaft werden: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Bist du in der Probezeit?*
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*