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Dr. Azubi

Berichtsheft paar Tage zu spät abgegeben und dafür jetzt (straf-) Samstagsdienst oder Minusstunden.

Guten Tag, 

ich hatte jetzt den Fall das ich mein Berichtsheft paar Tage zu spät abgegeben hatte. Ich habe keine Abmahnung / kein Bescheid erhalten, dass ich dies abgeben soll sondern bin noch von mir aus zu meinem Vorgesetzen hin und hatte dies am Mittwoch (06.03.2024) abgegeben, eigentliche Abgabe (01.03.2024). Jetzt sollte ich mich entweder zwischen 5 Minusstunden (diese werden dann vom Stempelkonto abgezogen) oder einen (straf-)Samstagdienst (+4 Stunden, ohne Auszahlung / Vergütung, ohne frei) entscheiden. 

Ich hatte mich an meine Berufsschul-Lehrerin gewendet und ihr die Situation erklärt, worauf mir empfohlen wurde nochmal mit meinem Vorgesetzten zu reden. Bevor ich dies aber tun wollte, wollte ich mich nochmal etwas schlauer machen, ob der Betrieb das jetzt so dürfte. Ich hatte ebenfalls mit einer Mitarbeiterin gesprochen, die meinte, wir Auszubildenen hätten sowas im Vertrag unterschrieben, wozu ich nichts finde. 


Gerne können Sie mich unter der angegebenen Telefonnummer oder der angegebenen E-Mail erreichen. 

Ich bedanke mich im Voraus. 

Mit freundlichen Grüßen. 

RE: Berichtsheft paar Tage zu spät abgegeben und dafür jetzt (straf-) Samstagsdienst oder Minusstunden.

Hallo Anonym!

Vielen Dank für deine Anfrage! Super, dass du dir schon Hilfe bei deiner Lehrerin gesucht hast und auch nochmal bei einer Kollegin nachgefragt hast. Ich weis nicht genau, ob du mit deinem Ausbildungsvertrag auch was unterschrieben hast, wann du das Berichtsheft vorzeigen sollst oder ähnliches. Grundsätzlich ist es so:

Die schriftlichen Ausbildungsnachweise, also dein Berichtsheft, muss dir dein*e Ausbilder*in kostenlos zur Verfügung stellen (§ 14 Berufsbildungsgesetz). Der*die Ausbilder*in muss sich auch darum kümmern, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise regelmäßig führst. Er*sie muss deine Einträge kontrollieren und unterschreiben. Nach Empfehlungen des Bundesausschusses für Berufsbildung solltest du das Berichtsheft mindestens wöchentlich führen. Die Kontrolle deines Berichtsheftes durch den Betrieb, sollte mindestens monatlich erfolgen. Wenn dein*e Ausbilder*in nicht will, dass du die ausbildungsfremden Tätigkeiten in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen vermerkst, solltest du dich wehren. Denn alles, was in deinen schriftlichen Ausbildungsnachweisen steht, hast du offiziell gelernt. Die schriftlichen Ausbildungsnachweise können auch ein wichtiger Nachweis sein.

Deine schriftlichen Ausbildungsnachweise sind sehr wichtig: Sie sind Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung! Als Azubi bist du verpflichtet, regelmäßig deine schriftlichen Ausbildungsnachweise zu führen. Wenn du dieser Pflicht nicht nachkommst, kann das ein Grund für eine Abmahnung und bei wiederholter Pflichtverletzung auch für eine fristlose Kündigung sein! Deine schriftlichen Ausbildungsnachweise müssen von deinem*deiner Ausbilder*in unterschrieben werden. Normalerweise schreibt die Ausbildungsordnung deines Ausbildungsberufes vor, dass du deine schriftlichen Ausbildungsnachweise während der Arbeitszeit führen darfst.

Die Bestrafung, die sich dein Arbeitgeber da ausgedacht hat, klingt allerdings fragwürdig. Du hast dein Berichtsheft ja auch geschrieben, deswegen weis ich nicht, warum du da jetzt nacharbeiten solltest. Falls es nichts bringt, mit deinem Vorgesetzten nochmal in Ruhe darüber zu sprechen, solltest du dir unbedingt Hilfe bei deiner Gewerkschaft holen. Hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:

IG Metall
Große Str. 21-23
24937 Flensburg
Telefon:
+49 461 168460 20
E-Mail:
flensburg@igmetall.de

Da kannst du anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft. Als Gewerkschaftsjugend kämpfen wir Tag für Tag für gute Ausbildung, höhere Löhne, Umverteilung und Bildungsgerechtigkeit. Kurz: Für eine solidarische und antifaschistische Gesellschaft. Zusammen sind wir stärker – werde Mitglied!

 

Liebe Grüße

Dr. Azubi          

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

 

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