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Dr. Azubi

Unzufriedenstellendes Gespräch mit Ausbilder

Hallo Dr. Azubi,

 

ich und mein gesamtes Lehrjahr (vier weitere Azubis) haben schon seit längeren Probleme, mit unserer Ausbildung zum Elektroniker mit Fachrichtung Automatisierung und Systemtechnik und bräuchten Hilfe, da auch ein Gespräch mit unserem Ausbilder über die Themen die Situation nicht verbessert hat. Wir sind im dritten Lehrjahr und haben nichtmehr viel Zeit bis zu unserer Prüfung. Es geht um folgende Punkte:

 

1.      Uns fehlen HwK Kurse, die andere aus unserer Berufsschulklasse schon lange hatten.

2.      Wir arbeiten in verschiedenen Abteilungen der Firma. Dort besteht die Arbeit aber eigentlich nur aus Vormontage, Aufkleber aufkleben, kommissionieren und anderen sich ständig wiederholenden arbeiten, welche uns nicht auf unsere Prüfung vorbereiten. Wir haben unseren Ausbilder darauf angesprochen und bekamen die Antwort: Es sei nicht seine Aufgabe die Abteilungen zu kontrollieren, noch könne er etwas für die dort zu erledigende Arbeit.

3.      Als eines der Größten Probleme sehe ich das nicht einhalten des Rahmenlehrplans. Als wir unseren Ausbilder versuchten darüber aufmerksam zu machen, dass uns noch über sechzig Wochen fehlen, bekamen wir die Antwort: Wir seien ein neues Berufsbild und er kann den Rahmenlehrplan bei uns einfach nicht erfüllen.

4.      In unserer letzten Unterkunft, die uns zugeteilt wurde, als wir zur HwK gefahren sind, bekamen zwei von uns eine Schimmelbelastung auf der Lunge und einer einen Pilz am Arm, da die Unterkunft an vielen Stellen Schimmel aufzuweisen hatte und das Wasser nicht sauber war. Auch dazu bekamen wir keine zufriedenstellenden Antworten.

RE: Unzufriedenstellendes Gespräch mit Ausbilder

Hallo liebe Azubis,

schön, dass ihr euch an Dr. Azubi wendet.

Leider kommt es immer wieder vor, dass Ausbilder*innen sich nicht richtig um ihre Azubis kümmern, obwohl es ihre Aufgabe ist. Da seid ihr nicht die einzigen. Es ist aber wichtig, dass ihr euch dagegen wehrt. Eine gute Ausbildung ist wichtig und muss von Betrieben und Ausbilder*innen gewährleistet werden!

Da das Gespräch mit eurem Ausbilder nichts gebracht hat, könnt ihr ihn nocheinmal schriftlich auf die Probleme hinweisen und ihn auffordern, diese zu beheben. Hebt eine Kopie des Schreibens auf. Hier ist ein Musterbrief:

Sehr geehrter Herr/Frau…,

laut § 14 Berufsbildungsgesetz darf der Ausbildungsbetrieb den Azubi nur mit Arbeiten beauftragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Als Ausbilder*in/Meister*in sind Sie verantwortlich dafür, dass die Berufsausbildung entsprechend des Ausbildungsrahmenplans durchgeführt wird. Ich muss allerdings häufig auf Ihre Weisung oder auf Weisung von Kolleg*innen hin ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten. Einige Beispiele:

- [Bitte hier die ausbildungsfremden Tätigkeiten mit genauer Datums- und Zeitangeben aufführen.]

[hier könnt ihr noch weitere Punkte aufführen, wie die HwK Kurse und was sonst noch so schief läuft]

Ich fordere Sie hiermit noch einmal schriftlich auf, solche Weisungen zu unterlassen und mache Sie darauf aufmerksam, dass Ihnen ein Bußgeld droht und Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich als Ausbilder*in nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

 

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift Azubi]

Wenn auch das nichts bringt und sich eure Ausbildungssituation nicht verbessert, solltet ihr euch an eure Gewerkschaft vor Ort wenden und euch rechtliche Unterstützung holen. Hier ist ein Kontakt in eurer Nähe:

IG Metall Augsburg

Am Katzenstadel 34

86152 Augsburg

Telefon:+49 821 72089 0

E-Mail:augsburg@igmetall.de

Da könnt ihr einfach anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und auch ruhig sagen, dass ihr von Dr. Azubi kommt...

Außerdem könntet ihr euch an eine*n Ausbildungsberater*in der Kammer/Innung wenden und mit ihm*ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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