© DGB-Jugend

Dr. Azubi

Burnout Informatiker für Systemintegration

Ich möchte in im September/August eine neue Ausbildung anfangen weil mir dieser Beruf nicht sonderlich liegt nur weiß ich nicht wie ich bis Sommer das durchstehen soll kündige ich und fange einen Minijob an bin ich nicht mehr krankenversichert aber ich möchte mich auch nicht bei der Agentur für Arbeit anmelden. Aber jeden Tag wenn ich von der Arbeit komme fühle ich mich innerlich tod ich werde auf arbeit angeschrien und ausgenutzt als katastrophe benannt ich kann einfach nicht mehr ich habe ständig Kopfschmerzen Panik und würde mir einfach wünschen nicht mehr aufzuwachen

Ich würde am liebsten nie wieder hier hin zurück kommen aber ich brauche die Ausbildungsvergütung denn ohne kann ich mir die Miete nicht leisten und Familiär gesehen habe ich kein monetäres Auffangnetz 

Ich fühle mich zuhause nurnoch Antriebslos und rede mir ein das es keine andere Möglichkeit mehr gibt als von dieser welt zu verschwinden.

 

Mein Betrieb versteht auch garnichts ich traue mich nicht mal ihnen zu sagen das ich den Beruf wechseln möchte.

RE: Burnout Informatiker für Systemintegration

Hallo lieber Azubi,

Sehr gut, dass Du dich an uns wendest.

Das aller wichtigste ist jetzt, dass Du nach dir und deiner körperlichen und geistigen Gesundheit schaust, denn Du bist wichtig und deine Gesundheit ist dein höchstes Gut! Das Betriebe sich derart verhalten ist schlimm! Es kann nicht sein, dass Azubis in so eine Lage gebracht werden, in der Du jetzt bist. Du bist aber nicht der einzige dem es so geht. Leider passiert das immer wieder. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Du dich jetzt um dich kümmerst. Du kannst dafür gar nichts und das solltest Du auch nicht in Frage stellen. Am besten Du gehst direkt zu einer*m Arzt*Ärztin und schilderst ihm*ihr deine Situation und wie es dir geht. Eine "Ausbildungspause" oder Unterbrechung gibt es im wörtlichen Sinne zwar nicht, aber du kannst dich selbstverständlich krankschreiben lassen und so erst einmal aussetzen, denn wenn du krankgeschrieben bist, bist du krankgeschrieben. Daher hast du dich dann vollkommen korrekt verhalten, indem du dich erst einmal um deine Gesundheit kümmerst.

Wenn dein*e Arzt*Ärztin dich länger krankschreiben würde, damit du z. B. eine Therapie oder so machen könntest, hast du zunächst einmal Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz). Erst wenn du länger als 6 Wochen krank bist, bekommst du Krankengeld von deiner Krankenkasse. Die Krankenkasse zahlt 70 Prozent der regelmäßig erzielten Bruttoausbildungsvergütung (das ist der Betrag ohne Abzüge), jedoch nicht mehr als 90 Prozent der letzten Nettoausbildungsvergütung (das ist der Betrag, der auf deinem Konto eingeht). Das Krankengeld ist einschließlich Vergütungsfortzahlung auf 78 Wochen innerhalb von drei Jahren beschränkt.

Worauf du dich zudem gefasst machen solltest, wenn du sehr lange krankgeschrieben bist, ist, dass dein*e Arbeitgeber*in den medizinischen Dienst der Krankenkasse einschalten kann. Der überprüft dann die Diagnose deines Arztes oder deiner Ärztin. Das ist aber keine Schikane oder Druckausübung, sondern ganz normale Routine. Zudem unterliegt der Arzt oder die Ärztin der Krankenkasse natürlich auch der ärztlichen Schweigepflicht und darf deinem*deiner Arbeitgeber*in nur mitteilen, ob du arbeitsfähig bist oder nicht.

Im Internet gibt es verschiedene Möglichkeiten sich Hilfe, auch in akuten Situationen, zu holen. Hier ein paar Links und Telefonnummern:

https://www.nummergegenkummer.de/ (Anonyme und kostenlose Telefonberatung)

https://www.telefonseelsorge.de/, die Nummern lauten: 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222, 24 h erreichbar, anonym und kostenlos, auch Mailberatung und Chat.

In jeder Stadt gibt es sogenannte psychosoziale Beratungsstellen. Danach kannst Du suchen und dich dort beraten lassen.

Wenn es dir wieder besser geht, dann kannst Du dich um deine berufliche Zukunft kümmern. Dann kannst Du dich auch gerne noch einmal melden und nach Tipps zum Ausbildungsplatzwechsel fragen.

Ich wünsche dir alles Gute für deine Gesundheit und deine weitere Ausbildung - dass du dich bald wieder besser fühlst.

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.

Bist du in der Probezeit?*
Bist du Gewerkschaftsmitglied?*
Darf deine Telefonnummer oder deine E-Mail-Adresse an interessierte Journalist*innen für Hintergrundgespräche, Zitate oder Interviewanfragen weitergegeben werden?*
Über Antworten und Kommentare zu meiner Anfrage im Forum möchte ich per E-Mail informiert werden.*