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Dr. Azubi

Probleme im Betrieb

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf diesem Wege möchte ich mich erkundigen, was ich tun kann um besser in meinem Betrieb klar zu kommen. Ich werde von Kolleginnen ignoriert und vollgemault (meist wegen dingen die ich garnicht getan habe). Ich darf ausschließlich eine einzige Tätigkeit machen (im EKG stehen). Ich stehe den ganzen Tag und wenn ich es mal körperlich nicht schaffe den ganzen Tag zu stehen dann muss ich eben nachhause gehen, da ich ja nichts anderes tun darf. Dadurch sammle ich Krankentage, die ich nicht haben sollte (darf in den 3 Jahren nur 78 Tage krank sein). Ich werde nicht ernst genommen und niemanden interessiert es wie es mir geht oder ob ich diese Arbeit überhaupt schaffe. Ich darf mich nicht mal mit an den Tresen setzten oder sonstiges, obwohl wir genug Personal haben. Mein Ausbilder ist einer der dort arbeitenden Ärzte, den ich aber nur sehr selten zu Gesicht bekomme (wenn überhaup) und er garkeine Zeit für mich hat. Ich habe eine Mentorin, die immer mal versucht sich meine Probleme anzuhören, aber auch sie kann sich nicht wirklich durchsetzen oder versucht es teilweise garnicht. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Ich weine sicherlich mindestens 3x die Woche, weil ich dort nur der letzte Idiot für die anderen Kolleginnen bin. Ich mǒchte die Ausbildung sehr gerne weiterführen und befürchte, dass ich das unter diesen Umständen einfach nicht schaffe. 

Ich hoffe Sie können mir einen Rat geben.

Mit freundlichen Grüßen 

RE: Probleme im Betrieb

Hallo Maya!

Bitte wundere dich nicht, ich habe deinen Namen abgekürzt in deiner Anfrage, damit du Anonym bleiben kannst. Zunächst einmal, danke für dein Vertrauen an uns! Ich kann mir vorstellen, dass sich das super ungerecht anfühlt, wie du im Betrieb behandelt wirst. Es ist nicht ok, dass du angemault wirst, dass du alleine Arbeiten musst oder dass du immer dasselbe machen sollst. Schließlich bist du im Betrieb, um was zu lernen! Das tut mir leid, dass du deswegen so viele Sorgen hast. Du bist noch ganz am Anfang deiner Ausbildung, und aller Anfang ist schwer. Das klingt nach einem abgedroschenen Spruch, doch es liegt viel Wahrheit darin - vor allem wenn es um die Eingewöhnung an einer neuen Ausbildungsstelle geht. Du musst dich nicht nur erst einmal mit den Kolleg*innen und Vorgesetzten (mitsamt ihrer teilweise ruppigen Umgangsweisen), sondern auch mit den Arbeitsabläufen vertraut machen. Wenn man in einem neuen Betrieb anfängt, ist es also gar kein Wunder, dass die Freude an der Ausbildung manchmal etwas auf sich warten lässt, denn erst wenn man sich eingelebt und sich eine gewisse Selbständigkeit erarbeitet hat, ist man nicht mehr so stark von den Anweisungen (und Launen) anderer abhängig.

Dementsprechend würde ich dir raten, erst einmal abzuwarten, wie sich die Situation während deiner Probezeit entwickelt. Aber aus der Distanz habe ich natürlich keinen Einblick, wie schwer dir das fällt. Wenn dich die ganze Situation also zu sehr belastet und du keine Kraft hast, abzuwarten, ob es sich bessern wird, solltest du konkret über einen Ausbildungsplatzwechsel nachdenken.

Du kannst dich dazu auch von deiner Gewerkschaft beraten lassen, denn es ist so:

Wir sind leider keine Expert:innen für Ausbildungen im medizinischen Bereich. Ausbildungen im medizinisch-gesundheitlichen Bereich unterliegen anderen gesetzlichen Bestimmungen und sind in erster Linie auf Länderebene geregelt. Dafür sind wir leider, wie gesagt, keine Expert*innen. Deshalb würde ich dir raten, dich direkt an deine Gewerkschaft in deiner Nähe zu wenden, wenn du dich ausführlich beraten lassen möchtest. Die können dir auch Tipps geben, wie du dich am besten Verhalten könntest und welche Handlungsmöglichkeiten du jetzt hast. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di Leipzig
Karl-Liebknecht-Str. 30-32
04107 Leipzig
Tel.: 0341/21609-0
E-Mail:
service.sat@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem*einer Jugendsekretär*in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße und ich hoffe, es geht dir bald wieder besser!

Dr. Azubi          

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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