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Dr. Azubi

finanzielle Förderung Ausbildung

Hallo Zusammen,

ich habe soebenen eine neue Antwort abgeschickt und 2x direkt eine Mail mit einer leeren Antwort bekommen, deshalb hier nochmal die Mail:

Nochmal zu meiner Situation: Ich bin 33 Jahre alt, wohnhaft in Köln und mache eine vergütete Physiotherapieausbildung seit Okt 2022 in Duisburg. Da ich das mit dem Pendeln nicht mehr schaffe, wechsele ich im September 2023 nach Köln, wo die Ausbildung leider nicht mehr vergütet ist.

Ich habe eine Frage zum Wohngeld und zum Arbeitslosengeld II.

BAB und Kindergeld fällt bei mir weg, weil ich wie gesagt 33 Jahre alt bin und bereits einen Bachelorabschluss, mit dem ich aber nicht wirklich langfristige Berufschanchen habe. 

Jetzt meine 2 Fragen:

1. Wann würdet ihr empfehlen Wohngeld beantragen, da ich erst ab September dann kein Ausbildungsgehalt mehr bekomme?

2. Bekomme ich Arbeitslosengeld II wenn ich ab September eine NICHT vergütete Ausbildung mache? Und unter welchen Vorraussetzungen? 

Liebe Grüße, 

Annika

RE: finanzielle Förderung Ausbildung

Hallo Annika!

Danke für deine Anfragen! Sie kommen alle bei uns an, aber müssen erst von unserem Team freigeschaltet werden, deswegen konntest du sie nicht mehr sehen. Das passiert meistens am nächsten Arbeitstag.

Leider ist es so, dass Ausbildungen im medizinisch-gesundheitlichen Bereich anderen gesetzlichen Bestimmungen unterliegen und in erster Linie auf Länderebene geregelt sind. Das wird auch deutlich mit deinem Wechsel: An manchen Orten ist es vergütet und an manchen leider nicht. Da es sehr unterschiedlich geregelt ist in den Bundesländern, sind wir leider keine Expert_innen für diese Form der Ausbildung. Ich kann dir aber ein paar allgemeine Infos zur Finanzierung geben.

1.     Wohngeld: Zunächst musst du BAB beantragen, denn einen Antrag auf Wohngeld kannst du nur dann stellen, wenn dir BAB „dem Grunde nach“ nicht zusteht, also z. B. wenn du deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.

Nur in diesem Fall haben volljährige Azubis, die am Ausbildungsort eine Wohnung gemietet haben und die Kosten für diese Wohnung selbst aufbringen müssen, gute Chancen Wohngeld zu erhalten. Den Wohngeldantrag musst du bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in welcher sich deine Wohnung befindet.

Unter www.wohngeldantrag.de findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem kannst Du dich bei der dazugehörigen kostenlosen Wohngeldberatung telefonisch informieren (die Telefonnummer findest du unter: http://www.sozial-hotline.de).

2.     Arbeitslosengeld II: Auszubildende können bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld II (ALG II) bzw. Hartz IV beantragen, wenn sie Probleme haben mit ihrer Vergütung über die Runden zu kommen.

Anspruch auf diese Leistungen haben generell Auszubildende oder Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen, die nicht in Wohnheimen, oder in einem Internat bei voller Verpflegung untergebracht sind. Gleiches gilt für behinderte Auszubildende, die für eine Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahme SGB III – Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsleben erhalten.

Bitte beachte, dass der Auszug aus dem Elternhaus vom zuständigen Jobcenter genehmigt werden muss, wenn du nicht schon vor Antragstellung ausgezogen bist, eigene Kinder hast, verheiratet bist, oder vorher deinen Lebensunterhalt selbst decken konntest, damit du Leistungen bekommen kannst.

Da wir aber, wie gesagt keine Expert_innen für medizinisch-gesundheitliche Ausbildungen sind, würde ich dir raten, dich direkt an deine Gewerkschaft in deiner Nähe zu wenden, wenn du dich ausführlich beraten lassen möchtest. Hier ist ein Kontakt für dich:

Ver.di Duisburg
Stapeltor 8
47051 Duisburg
Tel.: 0203 2814-0
E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

Bzw.

Ver.di Köln
Hans-Böckler-Platz 9
50672 Köln
Tel.: 0221 48558-0
E-Mail: service-west.nrw@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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