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Dr. Azubi

Kündigung in der Probezeit

Hallo Dr. Azubi,

ich mache eine Ausbildung als Damen-Maßschneider*in. Leider hat sich herausgestellt, dass in meinem Ausbildungsbetrieb nicht das hierzu erforderliche handwerkliche Können und Wissen vermittelt werden kann. Wahrscheinlich kann ich auch nicht zu einem anderen Ausbildungsbetrieb wechseln, das es in diesem Jahr so gut wie keine Ausbildungsplätze für diesen Beruf gibt. Ich bin noch in der Probezeit, welche Konsequenzen hat es, wenn ich kündige? Z.B. für die  Krankenversicherung. Oder falls ich später noch studieren sollte fürs Bafög?

Großes Dankeschön & viele Grüße,
Saskia 

RE: Kündigung in der Probezeit

Hallo Saskia,


Danke für deine Anfrage im Forum.

Es tut mir leid, dass dein Ausbildungsstart nicht so klappt, wie es sein sollte. Aber es ist klar, dass du die Notbremse ziehen solltest, wenn die Qualität der Ausbildung nicht dem entspricht, was du dir vorstellst und was dann auch in der Abschlussprüfung gefordert wird.

Du hast dir zugegebenermaßen einen ganz tollen Ausbildungsberuf ausgesucht. Vielleicht solltest du dich nochmal nach anderen Lehrstellen umhören. Frag doch mal in deiner Berufsschulklasse oder schau auf den Websites von Theatern, Opern etc. Vielleicht findest du doch noch einen anderen Ausbildungsplatz.

Sollte das nicht klappen, dann kannst du innerhalb der Probezeit ohne die Angabe von Gründen schriftlich und fristlos kündigen.

Das hat für dich folgende Folgen:

  • Du bist dann nicht mehr über die Ausbildung krankenversichert.
  • Du hast keinen Ausbildungsplatz mehr und musst das der Agentur für Arbeit melden, um dann Arbeitslosengeld zu bekommen. So wird auch deine Krankenversicherung weiter bezahlt werden.
  • ABER VORSICHT: Da du deinen Ausbildungsplatz kündigst, hast du Mitschuld am Verlust deines Ausbildungsplatzes. Das bedeutet, dass du eine Sperre beim Arbeitslosengeld bekommen kannst.

Wir empfehlen dir, eine Alternative zu suchen, bevor du deinen Ausbildungsplatz aufgibst. Das können schulische Ausbildungen sein oder ein anderer Ausbildungsberuf.

Vielleicht ist jetzt auch ein guter Zeitpunkt für eine erneute Berufsberatung. Wende dich dazu am besten an die Agentur für Arbeit.

Welche Auswirkungen eine Kündigung auf ein eventuell beantragtes BaFöG haben wird, kann ich dir leider nicht sagen. Wir beraten hier auf Basis des Berufsbildungsgesetz. BaFöG fällt da nicht drunter. Du kannst diese Frage aber an unsere Kolleg_innen von students@work stellen.

 

Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

 

Ver.di Berlin
Köpenicker Straße 30
10179 Berlin

Tel.: 030/8866-6
Fax: 01805 837343 - 14007
E-Mail: service.bb@verdi.de

 

Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Hier findest du weitere Infos: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

                            

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

                                   

Liebe Grüße                          

Dr. Azubi                               

Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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