Deutscher Gewerkschaftsbund

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Ausbeutung statt ausbildung

Ein schöne Tag wünsche ich Ihnen, meine Name ist Denis,

hiermit möchte mal fragen, was kann ich machen dagegen, das ich nur ausgenutzt werde als billige arbeitskraft in meiner ausbildung. Ich mache gerade eine Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik in eine speditionlager aber ich werde dort einfach als billige arbeitskraft genutzt. ich muß dort täglich Überstunden leisten falls wir viel arbeit haben( auch wenn der Führer einfach so bock darauf hat) und Oktober bis Dezember könnte unsere überst. Auch 10-11 Std sein. Oder wir werden sehr oft beschäftigt auch längere Zeiträume als 6 Std. Ohne Pause zu machen( selten kommt auch vor, dass wir nur durcharbeiten müssen wenn wir nach Pause ned fragen). Seit 1 Jahr bin ich nur in der selbe Abteilung und es wird mir nichts neues beigebracht( oder es kommt auch vor, dass wir arbeiten müssen ohne dass es geguckt wird, dass wir Aufgaben machen die für unsere ausbildung wichtiger sind. Es wird uns dort Sachen nicht beigebracht die für uns azubis gut wären zu lernen nicht gezeigt auch wenn wir das nachfragen sogar. Wir müssen aus dieser ,,kette" der Hubwägen zieht waren oft ziehen die auch 1000KG erreichen können bis lagerort schieben und das vielleicht sogar 4-5 das machen bis Aushilfen kommen. Und wo ich mit ein festangestellte und Vertreter meiner schichtführer ein Gespräch hatte wurde mir sogar ins Gesicht gesagt, dass man dort nur als billige arbeitskraft ausgenutzt werden und das wenn ich weggehe immer neue Leute kommen können wenn mir was ned gefällt und das ich hier bei xy bin und nicht bei Edeka, xxxlutz usw. bin. Also in mein Betrieb Azubi=Sklave 

Wenn Sie mir da irgendwie helfen können würde ich mich darauf sehr freuen 

Denis: 05.10.2021 |
  • RE: Ausbeutung statt ausbildung

    Lieber Denis,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

    Für jeden Beruf gibt es einen allgemeinen Ausbildungsrahmenplan, in dem genau steht, was du wann in deiner Ausbildung lernen sollst (Ausbildungsordnungen und Rahmenpläne findest du im Netz hier: http://www.bibb.de/de/berufesuche.php). Außerdem muss deinem Ausbildungsvertrag ein grober Ausbildungsplan angefügt werden, in dem der Verlauf deiner Ausbildung in deinem Betrieb aufgezeigt wird. Der Ausbilder darf dir nur Arbeiten auftragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§ 14 Berufsbildungsgesetz). Leider passiert es relativ häufig, dass Auszubildende mit ausbildungsfremden Tätigkeiten beauftragt werden. Ausbildungsfremde Tätigkeiten (also Arbeiten, die nicht dem Ausbildungszweck dienen) sind z. B.  regelmäßiges Putzen oder Botengänge. Alle diese Tätigkeiten sind verboten! Übrigens dienen auch unnötige Wiederholungen bereits gelernter Fähigkeiten – so genannte ausbildungsfremde Routinearbeiten – nicht dem Ausbildungszweck! Alle Verstöße gegen diese Ausbilderpflicht sind eine Ordnungswidrigkeit und können nach § 102 Berufsbildungsgesetz mit einem Bußgeld geahndet werden!

    Wenn die ausbildungsfremden Tätigkeiten Überhand nehmen, solltest du dich wehren, denn dann ist das Erreichen deines Ausbildungsziels gefährdet. Hier sind ein paar Tipps für dich, was du unternehmen könntest :

    1. Sprich die Situation bei deinem Chef an. Wenn kein Ausbildungsplan erstellt wurde, solltest du verlangen, dass dies so schnell wie möglich nachgeholt wird. Nenne deinem Ausbilder konkrete Inhalte, die bis jetzt fehlen und die du laut Ausbildungsrahmenplan schon können müsstest. Gehe positiv in das Gespräch und sage gleich zu Anfang, dass es dir nicht darum geht zu kritisieren, sondern vielmehr darum, deinen Beruf richtig zu lernen. Schalte außerdem (falls vorhanden) die JAV und den Betriebsrat ein.

    2. Wenn das Gespräch nichts bringt, solltest du den Ausbilder schriftlich auffordern. Hebe eine Kopie des Schreibens auf. Hier ist ein Musterbrief:

    Sehr geehrter Herr/Frau…,

    laut § 14 Berufsbildungsgesetz darf der Ausbildungsbetrieb den Azubi nur mit Arbeiten beauftragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Als Ausbilder/Meister sind Sie verantwortlich dafür, dass die Berufsausbildung entsprechend des Ausbildungsrahmenplans durchgeführt wird. Ich muss allerdings häufig auf Ihre Weisung hin ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten. Einige Beispiele:

    - [Bitte hier die ausbildungsfremden Tätigkeiten mit genauer Datums- und Zeitangeben aufführen.]

    Ich fordere Sie hiermit noch einmal schriftlich auf, solche Weisungen zu unterlassen und mache Sie darauf aufmerksam, dass Ihnen ein Bußgeld droht und Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich als Ausbilder nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

    Mit freundlichen Grüßen,

    [Unterschrift Azubi]

    3. Wenn auch das nichts bringt und sich deine Ausbildungssituation nicht verbessert, solltest du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden und dir rechtliche Unterstützung holen. Hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:

    ver.di Mannheim
    Hans-Böckler-Str. 1
    68161 Mannheim

    Tel.: 0621/150315-0
    Fax: 0621/150315-61
    E-Mail: service.bawue@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

    Außerdem könntest du dich an eine_einer Ausbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm_ihr ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

    Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 08.10.2021


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