Deutscher Gewerkschaftsbund

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Kündigung

Hallo liebes azubi-team,

Ich habe aktuell starke Differenzen mit der Personalabteilung meines Unternehmens. Ich habe mich in einem Personalgespräch dazu hinreißen lassen zu sagen,dass das Abreistverhältnis zerrüttet ist. Stellt dies ein Kündigungsgrund da, somal ich mich 3 Monate vor der Abschlussprüfung befinde und mich umgehend entschuldigt habe.

Die haben das zerrüttet sehr schlecht aufgefasst und waren definitiv sehr sauer. Das zerrüttet haben Sie wahr. als Bereitschaft zu gehen interpretiert. Ist dies eine schwere Pflichtverletzung und kann zur Kündigung führen? 

Tom: 30.07.2021 |
  • RE: Kündigung

    Hallo Tom !

     

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne Helfen wir dir.

     

    Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältnis kann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz).

    Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    •  Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule
    •  Urlaubsantritt ohne Genehmigung
    •  Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule
    •  Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)
    • nachgewiesener Diebstahl
    • Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

     

    Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind.

     

    Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen.

     

    Keine Kündigungsgründe sind:

    • Fehlerhafte oder schlechte Leistungen in Betrieb/Berufsschule
    • Krankheit

     

    Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

    Sollte dir ein Betrieb eine Kündigung überreichen, solltest du dich sofort an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ein Kontakt:

    Ver.di Hamburg
    Besenbinderhof 60
    20097 Hamburg

    Tel.: 040/890615-0
    E-Mail: bezirk.hamburg@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

     

    Dr. Azubi: 30.07.2021


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