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Fristlose Kündigung wg. Krankheit

Hallo bin Lina 20

Seit letze Woche Montag bin ich krankgeschrieben wegen starken Mandelentzündung. Meine Ärztin hat mich bis Mittwoch letzter Woche krankgeschrieben gehabt und machte mit mir trotzdem einen Termin ausgemacht damit Sie mir Antibiotika verschieben kann. Ich teilte die Info meinen Chef mit und schickte ich ihn die beiden Krankmeldung am Mittwoch mit. Ich bemerke erst am Samstag dass da ein falscher Datum stand und teilte ich es sofort meinen Chef mit. Er hat mich total ignoriert gehabt. Am Montag Riff ich in die Ärzte Praxis an un teilte mit dass es mir falscher atest rausgestellt würde sie sagte zu mir dann kommen sie am Dienstag zu uns wir korrigieren es. Heute teilte ich es meinen Chef mir dass ich ab Mittwoch in die Arbeit kommen konnte. Er hat es mir persönlich nicht mit geteilt dass ich gekündigt würde sondern unter unsere Gruppe wo alle Mitarbeiter sind. Ich wollte noch dazu sagen dass ich einmal eine Abmahnung bekomme habe da ich nach drei Tagen Krankheit am dem vierten Tag die Krankmeldung persönlich abgegeben habe. Was kann ich machen wenn ich weiter in dem Beruf mich ausbilden möchte?

Danke vorab für die Hilfe 

Lina: 13.07.2021 |
  • RE: Fristlose Kündigung wg. Krankheit

    Liebe Lina,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

    Wenn du eine Kündigung erhältst, hat dies oft viele Gründe. Wir empfehlen dir, dringend, gegen die Kündigung vorzugehen. Auch dann, wenn du nicht mehr in den Betrieb zurück gehen möchtest. Handle schnell, denn du hast nur drei Wochen Zeit, etwas gegen die Kündigung zu unternehmen. Danach ist sie wirksam.

    Hier die rechtlichen Grundlagen:

    Nach der Probezeit ist eine Kündigung nur in absoluten Ausnahmefällen möglich. Das Berufsausbildungsverhältniskann von deinem_r Ausbilder_in nur außerordentlich und fristlos (das heißt von heute auf morgen) gekündigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§ 22 Berufsbildungsgesetz).

    Wichtige Gründe sind zum Beispiel:

    •  Häufiges Zu-Spät-Kommen in der Arbeit/Berufsschule
    •  Urlaubsantritt ohne Genehmigung
    •  Mehrmaliges unentschuldigtes Fehlen in der Arbeit/Berufsschule
    •  Trotz Aufforderung nicht geführte schriftliche Ausbildungsnachweise (Berichtsheft)
    • nachgewiesener Diebstahl
    • Anwendungen von Gewalt und krasse Beleidigungen in Betrieb/Berufsschule

    Selbst wenn diese Gründe vorliegen, muss man in deinem Fall noch genau prüfen, ob sie für eine fristlose Kündigung ausreichen. Unsere Erfahrung zeigt, dass fristlose Kündigungen oft nicht rechtens sind.

    Bei leichten Pflichtverletzungen oder Vergehen ist eine fristlose Kündigung erst dann erlaubt, wenn du dein Verhalten nicht änderst, obwohl du von deinem Betrieb schon öfter eine Abmahnung dafür bekommen hast. Du musst deshalb normalerweise mindestens zwei Abmahnungen für das gleiche Vergehen (!) bekommen haben, bevor du gekündigt werden kannst. Es gibt hier aber keine generelle Regelung. Je nach Schwere des Pflichtverstoßes kann auch eine Abmahnung ausreichen.

    Keine Kündigungsgründe sind:

    • Fehlerhafte oder schlechte Leistungen in Betrieb/Berufsschule
    • Krankheit

    Eine Kündigung muss immer schriftlich sein. Die Gründe müssen dabei genau angegeben werden, sonst ist die Kündigung nicht wirksam.

    Die Kündigung eines minderjährigen Azubis muss grundsätzlich auch gegenüber den gesetzlichen Vertretern - im Allgemeinen also gegenüber den Eltern - erklärt werden.

    Unabhängig vom Kündigungsgrund stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, die du dir bis zum Kündigungszeitpunkt erworben hast - insbesondere Restgehalt und Urlaubsansprüche, die ausbezahlt werden müssen und ein Arbeitszeugnis.

    Folgende Schritte solltest du so schnell wie möglich gehen:

    1. Wende dich an deinen Betriebsrat (falls vorhanden)

    2. Hole dir Rat und Unterstützung bei kompetenten Leuten. Als Gewerkschaftsmitglied gewährt dir deine Gewerkschaft Rechtsschutz bei einem Kündigungsschutzverfahren. Sie hilft dir auch dabei, Klage gegen die Kündigung zu erheben.

    Hier ist ein Kontakt zu deiner örtlichen Gewerkschaft:

    Ver.di Nürnberg
    Kornmarkt 5-7
    90402 Nürnberg

    Tel.: 0911 / 23557-0
    Fax: 0911 / 23557-6700
    E-Mail: bz.mfr@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

    3. Als nächstes solltest du gemeinsam mit deiner Gewerkschaft möglichst schnell einen Antrag für ein Schlichtungsverfahren bei deiner zuständigen Kammer oder dem zuständigen Arbeitsgericht stellen. Sie leitet dann ein Schlichtungsverfahren ein.

    4. Falls deine Klage Erfolg hat, du aber nicht mehr zurück in deinen Betrieb möchtest, kannst du dich jetzt schon mal um einen neuen Ausbildungsbetrieb kümmern. Wende dich an deine Berufsschulsozialarbeit, sie hilft dir dabei, wie es beruflich weitergeht. Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen.

    Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: http://www.azubi-azubine.de/bewerbung

     Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind, findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de.

    Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn. Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probe arbeiten.

    Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 14.07.2021


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