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Übertrag von Minusstunden aus dem Ausbildungsverhältnis ins neue Arbeitsverhältnis

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe im Jahr 2018 meine Ausbildung bei der Volksbank angefangen.
Aufgrund von Service/(schalter-)zeiten von nur 6std täglich, und der Coronabedingten Schließung von Filialen, befand sich mein Zeitkonto zum Ende der Ausbildung bei ca. 80 Minusstunden. 
Ich habe mindestens 2 mal im Abstand von mehreren Wochen/Monaten die Personalabteilung telefonsich darauf hingewiesen (Saldo damals ca. -40), da hieß es jedoch immer nur, dass das ja kein Problem sei und man mit Sicherheit Langfristig eine Lösung findet. Auch, dass ich ja noch Urlaubstage übrig habe, wurde in diesem Zusammenhang betont.

Da mir der Job wirklich Spaß macht und ich eine Abteilung gefunden habe, die perfekt zu mir passt, habe ich mich auf die Stelle beworben und bin zum 15.01.2021 übernommen worden....

Das Zeitkonto wurde ebenfalls übernommen, ohne irgendeine Anpassung...(Ausbildungsvergütung damals 6€/ Stunde, Nun verdiene ich mehr als das Doppelte)...


Aufgrund einer bevorstehenden Fusion mit einer größeren Bank, soll ich nun mindestens 2 Überstunden pro Woche machen, damit mein Konto zum Zeitpunkt der Fusion auf 0 ist.

Ich kann mir beim Besten Willen nicht vorstellen, dass das so rechtens ist.

Die minusstunden haben die Bank (80*6)=480€ gekostet...

Diese Stunden sind mit meiner heutigen Arbeitskraft jedoch 80*12,50 (ca)=1000€ wert.

Da muss doch in irgendeiner Art und weise eine Anpassung vorgenommen werden, sodass das Verhältnis der Stunden zum Gehalt wieder poasst, oder irre ich mich?

Vielen Dank im Vorraus und viele Grüße
Nils

Nils: 01.06.2021 |
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  • RE: Übertrag von Minusstunden aus dem Ausbildungsverhältnis ins neue Arbeitsverhältnis

    Lieber Nico,

    vielen Dank für dein Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.

    Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

    Wenn es sich um dein eigenes Verschulden handelt, weil du zum beispiel verschlafen hast oder unentschuldigt gefehlt hat, dann kann dir dein Betrieb hierfür dein Gehalt kürzen oder verlangen, dass du diese Minusstunden reinarbeitest.

    Wenn du noch weitere Unterstützung brauchst, dann kannst du dich auch an deine zuständige Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    ver.di Münster
    Johann-Krane-Weg 16
    48149 Münster

    Tel.: 0251 93300-0
    Fax: 01805 837343 - 23107
    E-Mail: service-ost.nrw@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst...

    Viel Erfolg! Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Dr. Azubi: 02.06.2021


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