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Umschulung - Psychische Probleme

Hallo Dr. Azubi,

ich mache seit August 2020 eine Umschulung zum Industriekauffmann über einen Bildungsträger. Die Umschulung wird über einen Bildungsgutschein von der Agentur für Arbeit gefördert, da ich seit einem (Freizeit-)Unfall nicht mehr in meinem erlernten Ausbildungsberuf arbeiten kann. Ich leide bis heute an erheblichen posttraumatischen, psychischen und körperlichen Folgen des Unfalls und bin in ambulanter Behandlung.

Zur Vorgeschichte: Über die Agentur für Arbeit habe ich im Sommer 2019 einen Bildungsgutschein erhalten, für eine Weiterbildung. Wegen gesundheitlicher sowie psychischer Probleme und daraus resultierender Fehlzeiten in der Schule, wurde die Maßnahme von der Agentur für Arbeit nach 6 Wochen Fehlzeit abgebrochen. 

Im August 2020 habe ich dann eine Umschulung zum Industriekaufmann begonnen (ebenfalls mit Bildungsgutschein) - mit anfänglich echt guten Leistungen. Leider geht es mir mittlerweile wieder sehr sehr schlecht und ich bin psychisch nicht mehr in der Lage an der Umschulung teilzunehmen. Ich bin seit 2 Wochen krankgeschrieben. Ich fürchte, dass nun auch diese Umschulung nach 6 Wochen Krankheit wieder von der Arbeitsagentur bzw. von dem Bildungsträger abgebrochen wird.

Mein Arzt empfielt mir einen 6-8 wöchigen Klinikaufenthalt zur Behandlung meiner Probleme.

Meine Fragen:

Sollte ich meine erneuten psychischen Probleme offen bei der Arbeitsagentur ansprechen? Ich befürchte, dann wird mein Rehaberater die Maßnahme sofort beenden und ich werde nie wieder eine Förderung erhalten.
Auch mit dem Bildungsträger habe ich noch nicht über meine akuten Probleme gesprochen.

Wie könnte es nach meiner Genesung (Klinikaufenthalt) weiter gehen? Ich bekomme ja sicher keinen 3. Bildungsgutschein? Am liebsten würde ich die Umschulung einfach nur unterbrechen. Ist das möglich und stimmt die IHK dem auch zu?

Was ist mit den Kosten für meine Umschulung von knapp 14.000 EUR, die die Arbeitsagentur für mich an den Bildungsträger gezahlt hat? Müsste ich diese Kosten nach dem Abbruch der Maßnahme wegen Krankheit dann selbst zahlen?

Im Januar 2021 werde ich 23 und kann dann auch nicht mehr familienversichert werden. Wenn ich durchgehend Krankengeld beziehe, bin ich dann trotzdem weiter versichert oder muss ich mich ab meinem 23. Geburtstag freiwillig versichern?

Ich würde die Umschulung schon gerne nach einer Unterbrechung weiterführen - vor allem MUSS ich mich aufgrund meiner Berufsunfähigkeit ja beruflich verändern. Ich bin aber momentan absolut nicht dazu imstande. Ich bin ziemlich verzweifelt.

Vielen Dank für die Hilfe.

Jochen: 16.11.2020 |
  • RE: Umschulung - Psychische Probleme

    Hallo Jochen,

    vielen Dank für deine Nachricht. Leider kann ich dir nicht verbindliche Auskünfte geben. Du machst eine Umschulung, die von der Agentur für Arbeit finanziert wird. Hier kommt es auch darauf an, was in dem Kooperationsvertrag mit dir, der Agentur für Arbeit und dem Bildungsträger an. Bitte schau auch da nach was zum Thema Krankheitstage steht. Normalerweise dürfte aber eine Krankheit nicht zur Beendigung der Maßnahme führen. Wichtig ist wahrscheinlich, dass du gemeinsam mit dem Arzt und deinen Ansprechpartner_innen bei der Reha glaubhaft vermittelt, dass du nach der Auszeit durch den Klinikaufenthalt deine Ausbildung weiterführen kannst und nicht eine Berufsunfähigkeit folgt. Vielleicht kannst du nach der Krankheitsphase mit einer langsamen Wiedereingliederung starten. Normalerweise darf eine Krankheit nicht der Grund für eine Kündigung sein. In meinen Augen verlängert sich dann wahrscheinlich die Ausbildungszeit, falls du durch den Klinikaufenthalt zuviel Ausbildungszeit verlierst. Spreich unbedingt vorab mit allen beteiligten nsprechpartnerinnen aus der Arbeit, den Sachbearbeiterinnen aus der Agentur für Arbeit und auch mit der Krankenkasse. Mit dieser kannst du dann auch über den Bezug des Krankengeldes sprechen. Solange du nicht gekündigt hast, bleibst du ja ganz normal über deine Ausbildungsstelle versichert. Du solltest aber auf keinen Fall selber kündigen, vorallem nicht bvor du nicht genau geklärt hast wie es dann finaziell und auch im Bezug auf deine Ausbildung weitergeht. Am besten nimmst du auch mal deinen Vertrag zur Hand und meldest dich direkt bei der Gewerkschaft vor Ort. Dann kannst du deine genaue Situation noch mal klären und auch Rückfragen zum Vertrag beantworten. So kannst du eine genauere Info bekommen. Hier ein Kontakt für dich:

    ver.di vor Ort

    Sitz des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen
    Karlstraße 123-127
    40210 Düsseldorf

    Tel.: 0211/61824-0
    Fax: 0211/61824-466
    E-Mail: lbz.nrw@verdi.de

    Landesbezirksleiter/in: Gabriele Schmidt

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 17.11.2020


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