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Dr. Azubi

Wohnung

Hallo, wir sind eine 6-Köpfige Familie und Wohnen in einer 4 Zimmer Wohnung mit 90qm. 

Mein Ausbildungsplatz ist nicht weit von der Wohnung entfernt (liegt in der Stadt).

Jedoch da es so nh kleine Wohnung ist und man sich schon öfter auf die nerven geht, z.B wenn man sich immer mit den kleineren Geschwistern das Zimmer teilen muss und die Ruhe nicht hat würde ich gerne umziehen. E

Da ich an sich nicht weit weg von dem Ausbildungsplatz wohne, wollte ich fragen was für Umzugshilfen ich bekomme und ob ich überhaupt was bekomme. 

Mein gehalt liegt bei ca. 400 € netto, mir ist es bewusst, dass ich mir davon keine Wohnung leisten kann. Außerdem habe ich noch ein Auto als Fahranfängerin zahl ich über 1700€ im Jahr für die Versicherung. Was bedeutet dass ich dafür schon 4 Monate lang mein Gehalt sparen muss...

Kann ich mir in so einem Fall was dazuholen, damit ich mal raus bin?  

Liebe Grüße

RE: Wohnung

Hallo Paulina,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Entschuldige bitte die lange Wartezeit.

Wenn du nicht mehr zu Hause wohnst, bzw. ausziehen möchtest, hast du neben deiner Ausbildungsvergütung folgende Möglichkeiten, für weitere Einnahmequellen:
1. 192€ Kindergeld für dich. Das müssen dir deine Eltern überweisen, da du ja nicht mehr zu Hause wohnst. Weigern sich deine Eltern, kannst du bei der Familienkasse der Arbeitsagentur beantragen, dass dir dein Kindergeld direkt ausgezahlt wird.
2. Du kannst Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Die soll dir eine Ausbildung trotz knapper Finanzen ermöglichen. Diese Beihilfe ist ein pauschaler Zuschuss für den Lebensunterhalt. Dazu kommen noch die individuellen Fahrtkosten. In der Regel bekommst du aber nur einen Teil davon, da BAB an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft ist:
- gefördert wird in der Regel nur die erste Ausbildung
- nur staatlich anerkannte Ausbildungen werden gefördert (betriebliche, sowie außerbetriebliche Ausbildungen), sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
- du erhältst nur dann BAB wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst
- die finanzielle Situation deiner Eltern und dein Einkommen werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.
Um Berufsausbildungsbeihilfe zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Agentur für Arbeit. Diese verlangt dann eine ganze Reihe von Bescheinigungen – unter anderem deinen Mietvertrag. Antragsformulare erhältst du direkt bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800 4555500. Stelle deinen Antrag möglichst bald, denn BAB wird nicht rückwirkend gezahlt. Je später du den Antrag stellst, umso später gibt es auch Geld. Hier gibt es auch einen BAB-Rechner, wo du schon mal grob errechnen lassen kannst, ob und wie viel BAB dir zustehen würde: http://babrechner.arbeitsagentur.de/
Achtung: Es kann passieren dass du kein BAB erhältst, weil deine Eltern die erforderlichen Auskünfte nicht geben. Oder du erhältst kein BAB, weil das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, aber sie zahlen dir keinen Unterhalt. In diesen Fällen kannst du trotzdem BAB erhalten. Wende dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft.
3. Der seit 2007 geltende Wohngeldzuschuss wurde zum 01.08.2016 gestrichen und um reguläre SGB II Leistungen erweitert. Frage am besten bei deiner zuständigen ARGE nach. Achtung: wenn du unter 25 bist, muss der Auszug aus dem Elternhaus vom zuständigen Jobcenter genehmigt werden, damit du einen Zuschuss zu den Kosten der Unterkunft und Heizung bekommen kannst.

4. Wohngeld: Zunächst musst du BAB beantragen, denn einen Antrag auf Wohngeld kannst du nur dann stellen, wenn dir BAB „dem Grunde nach“ nicht zusteht, also z. B. wenn du deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.
Nur in diesem Fall haben volljährige Azubis, die am Ausbildungsort eine Wohnung gemietet haben und die Kosten für diese Wohnung selbst aufbringen müssen, gute Chancen Wohngeld zu erhalten. Den Wohngeldantrag musst du bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in welcher sich deine Wohnung befindet.

Unter www.wohngeldantrag.de findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem kannst Du dich bei der dazugehörigen kostenlosen Wohngeldberatung telefonisch informieren (die Tel. findest du unter: http://www.sozial-hotline.de).

5. Arbeitslosengeld II für Auszubildende:Mit der Gesetzesänderung des SGB II, die ab 01.08.2016 in Kraft getreten ist, haben alle Auszubildende, die in Berufsausbildung oder in einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme – sofern sie nicht beim Ausbilder, in einem Wohnheim oder Internat untergebracht sind, einen grundsätzlichen Anspruch auf ALG II (§7 Abs.5 SGB II). Prinzipiell gilt jedoch: BAB ist vorrangig gegenüber dem ALG II! Bei der Prüfung des Anspruches auf ergänzende Leistungen nach dem SGB II wird die Bedürftigkeit geprüft und das Gehalt der Eltern in der Erstausbildung mit einberechnet.

Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

IG Metall

Geschäftsstelle Homburg-Saarpfalz 
Talstr. 36
66424 Homburg

Tel.: +49 6841 9337 0
Fax: +49 6841 9337 50
E-Mail: homburg-saarpfalz@igmetall.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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