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Dr. Azubi

Würde ich BAB bekommen ?

Hallo dr Azubi,

meine Mutter und ich denken momentan darüber nach ob es Nicht sinnvoller wäre für meine Ausbildung umzuziehen da ich dann die wegzeit und Kosten sparen würde. 
Erst mal zu den Fakten

alter:16 , Wohnort: 32km von der Ausbildungsstätte entfernt, Fahrzeit knapp über eine Stunde morgens und eine Stunde abends, Fahrtkosten jeden Monat 140€ Monatskarte einzeln 12€ pro fahrt, mein Vater ist nicht bekannt dadurch auch nicht unterhaltsfähig, meine Mutter kann nur Unterhalt bis zu 50€ zahlen, verdiene 500€ netto im Monat, sonst keine Einnahmen, 

meine Frage ist also das es bei mir so Momentan am Geld scheitern würde ob ich BAB bekommen würde und wie hoch das ca ausfallen könnte? 

liebe Grüße 

RE: Würde ich BAB bekommen ?

Hallo Peaches,

vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

Pauschal kann ich dir das leider nicht sagen. Allerdings hätte ich hier vielleicht einige Tipps für mögliche Einnahmequellen, die dir weiterhelfen:


1. Seit dem 01.07.2019 beträgt das Kindergeld 204,00 €. Das müssen dir deine Eltern überweisen, da du ja nicht mehr zu Hause wohnst. Weigern sich deine Eltern, kannst du bei der Familienkasse der Arbeitsagentur beantragen, dass dir dein Kindergeld direkt ausgezahlt wird.

2. Du kannst Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beantragen. Die soll dir eine Ausbildung trotz knapper Finanzen ermöglichen. Diese Beihilfe ist ein pauschaler Zuschuss für den Lebensunterhalt. Dazu kommen noch deine individuellen Fahrtkosten. In der Regel bekommst du aber nur einen Teil davon, da BAB an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft ist:
# gefördert wird in der Regel nur die erste Ausbildung
# nur staatlich anerkannte Ausbildungen werden gefördert (betriebliche, sowie außerbetriebliche Ausbildungen), sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.
# du erhältst nur dann BAB wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst
# die finanzielle Situation deiner Eltern, die deines eventuellen Lebenspartners und  dein Einkommen, sowie geltende Freibeträge werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.


Um Berufsausbildungsbeihilfe zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Agentur für Arbeit. Diese verlangt dann eine ganze Reihe von Bescheinigungen – unter anderem deinen Mietvertrag. Antragsformulare erhältst du direkt bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800 4555500. Stelle deinen Antrag möglichst bald, denn BAB wird nicht rückwirkend gezahlt. Je später du den Antrag stellst, umso später gibt es auch Geld.

 

Hier gibt es auch einen BAB-Rechner, wo du schon mal grob errechnen lassen kannst, ob und wie viel BAB dir zustehen würde: http://babrechner.arbeitsagentur.de/


Achtung: Es kann passieren dass du kein BAB erhältst, weil deine Eltern die erforderlichen Auskünfte nicht geben. Oder du erhältst kein BAB, weil das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, aber sie zahlen dir keinen Unterhalt. In diesen Fällen kannst du trotzdem BAB erhalten. Wende dich in diesem Fall an deine Gewerkschaft.

 

3. Wohngeld: Zunächst musst du BAB beantragen, denn einen Antrag auf Wohngeld kannst du nur dann stellen, wenn dir BAB „dem Grunde nach“ nicht zusteht, also z. B. wenn du deine zweite Ausbildung machst oder dein Ausbildungsberuf nicht staatlich anerkannt ist.
Nur in diesem Fall haben volljährige Azubis, die am Ausbildungsort eine Wohnung gemietet haben und die Kosten für diese Wohnung selbst aufbringen müssen, gute Chancen Wohngeld zu erhalten. Den Wohngeldantrag musst du bei der zuständigen Wohngeldstelle der Gemeinde stellen, in welcher sich deine Wohnung befindet.

Unter www.wohngeldantrag.de findest du alle wichtigen Informationen. Außerdem kannst Du dich bei der dazugehörigen kostenlosen Wohngeldberatung telefonisch informieren (die Tel. findest du unter: http://www.sozial-hotline.de).

 

4. Leistungen nach dem SGB II: Auszubildende können bei ihrer zuständigen Agentur für Arbeit Arbeitslosengeld II (ALG II) bzw. Hartz IV beantragen, wenn sie Probleme haben mit ihrem Gehalt über die Runden zu kommen.

 

Anspruch auf diese Leistungen haben generell Auszubildende oder Teilnehmer an berufsvorbereitenden Maßnahmen, die nicht in Wohnheimen, oder in einem Internat bei voller Verpflegung untergebracht sind. Gleiches gilt für behinderte Auszubildende, die für eine Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Maßnahme SGB III – Leistungen zur Teilnahme am Arbeitsleben erhalten.

 

Bitte beachte, dass der Auszug aus dem Elternhaus vom zuständigen Jobcenter genehmigt werden muss, wenn du nicht schon vor Antragstellung ausgezogen bist, eigene Kinder hast, verheiratet bist, oder vorher deinen Lebensunterhalt selbst decken konntest, damit du Leistungen bekommen kannst.

Mein Rat wäre, dich nochmal an deine zuständige Gewerkschaft zu wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich: 

Ver.di

Geschäftsstelle Koblenz
Neustadt 9-10
56068 Koblenz

Tel.: 0261 97355-0
Fax: 0261 97355-19
E-Mail: bz.mr@verdi.de

Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße
Dr. Azubi     
P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

RE: Würde ich BAB bekommen ?

Würde mich gern informieren, ob ich finanziell unterstützt werden würde wenn ich von zu Hause ausziehen würde.

RE: Würde ich BAB bekommen ?

Würde mich gern informieren, ob ich finanziell unterstützt werden würde wenn ich von zu Hause ausziehen würde.

RE: Würde ich BAB bekommen ?

Hallo Patrick!

Danke für deine Anfrage! Hier ein paar Infos zur BAB.

Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) soll dir eine Ausbildung trotz knapper Finanzen ermöglichen. Diese Beihilfe ist ein pauschaler Zuschuss für den Lebensunterhalt und Kinderbetreuungskosten. In der Regel bekommst du aber nur einen Teil davon, da BAB an eine ganze Reihe von Bedingungen geknüpft ist:

  • gefördert wird in der Regel nur die erste Ausbildung
  • nur staatlich anerkannte Ausbildungen werden gefördert (betriebliche, sowie außerbetriebliche Ausbildungen), sowie berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen
  • du erhältst nur dann BAB wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnst
  • Die finanzielle Situation deiner Eltern, die deines eventuellen Lebenspartners und  dein Einkommen, sowie geltende Freibeträge werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.

Wenn du noch Minderjährig bist, erhältst du nur dann BAB, wenn du nicht mehr bei deinen Eltern wohnen kannst, weil der Ausbildungsbetrieb zu weit entfernt liegt (rund eine Stunde für jeden Weg). Diese Voraussetzung muss allerdings nicht erfüllt werden, wenn du aus schwer zumutbaren sozialen Gründen nicht zu Hause wohnen kannst, verheiratet bist oder mindestens ein Kind hast.

Die finanzielle Situation deiner Eltern und dein Einkommen werden bei der Berechnung von BAB berücksichtigt.

Um Berufsausbildungsbeihilfe zu bekommen, stellst du einen Antrag bei der Agentur für Arbeit. Diese verlangt dann eine ganze Reihe von Bescheinigungen – unter anderem deinen Mietvertrag. Antragsformulare erhältst du direkt bei der Agentur für Arbeit oder telefonisch unter 0800 4555500. Stelle deinen Antrag möglichst bald, denn BAB wird nicht rückwirkend gezahlt. Je später du den Antrag stellst, umso später gibt es auch Geld. Hier gibt es auch einen BAB-Rechner, wo du schon mal grob errechnen lassen kannst, ob und wie viel BAB dir zustehen würde: http://babrechner.arbeitsagentur.de/

Für den Antrag müssen eingereicht werden:

  • der Personalausweis
  • der Mietvertrag für die eigene Wohnung
  • der Nachweis für die Fahrtkosten zwischen eigener Wohnung und Arbeitsstelle (z. B.  Monatskarte bzw. Kostenschema des örtlichen Nahverkehrsbetriebes oder geschätzter Sprit-Verbrauch, wenn man auf das eigene Auto angewiesen ist)
  • ein Angebot eines öffentlichen Verkehrsmittel (in der Regel Bahn und Bus) für die Heimfahrt zum Elternhaushalt
  • der eventuelle Nachweis über erhöhte Aufwendungen für die Arbeitsbekleidung
  • der Ausbildungsvertrag
  • ein Einkommensnachweis des Auszubildenden (Höhe der Ausbildungsvergütung)

Darüber hinaus muss auch ein Einkommensnachweis der Eltern und ein Nachweis über eventuell vorhandene Geschwister (z. B. Geburtsurkunden) eingereicht werden. Es wird der Steuerbescheid deiner Eltern vom vorletzten Kalenderjahr verlangt. Falls sich die Einkommensverhältnisse deiner Eltern danach wesentlich verschlechtert haben (Arbeitslosigkeit, Rente) kannst du auf Antrag auch den aktuellen Steuerbescheid einreichen.

Achtung: Es kann passieren, dass du kein BAB erhältst, weil deine Eltern die erforderlichen Auskünfte nicht geben. Oder du erhältst kein BAB, weil das Einkommen deiner Eltern zu hoch ist, aber sie zahlen dir keinen Unterhalt. In diesen Fällen kannst du trotzdem BAB erhalten: Wende dich an deine Gewerkschaft!

Hier ein Kontakt:

NGG Stuttgart
Willi-Bleicher-Str. 20
70174 Stuttgart
Tel.: 0711 / 229606 21
E-Mail: region.stuttgart@ngg.net

Da kannst du anrufen, nach einem_einer Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst. Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

Liebe Grüße

Dr. Azubi          

P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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