Deutscher Gewerkschaftsbund

Dr. Azubi macht Pause

Achtung! Dr. Azubi macht Weihnachtsferien!

Vom 24. Dezember 2020 bis zum 3. Januar 2021 ist Dr. Azubi im wohlverdienten Weihnachtsurlaub. Fragen, die ihr in dieser Zeit an Dr. Azubi stellt, können erst ab 4. Januar 2020 wieder beantwortet werden. Dr. Azubi bemüht sich, im neuen Jahr alle eure Fragen schnell zu beantworten.

Dr. Azubi und die DGB-Jugend wünschen euch ein erholsames Weihnachtsfest und viel Kraft für das neue Jahr! Und denkt immer daran: Ihr seid nicht allein!

Achtung: Aktuelle Infos!


Kündigungsfrist

Guten Tag,

ich überlege meine Berufsausbildung aufzugeben. Meine Frage ist nun, würden mir Nachteile (finanziell, personalrechtlich) entstehen, wenn ich eine Kündigungsfrist von vier Wochen habe und so kündigen würde, dass das Datum, zu dem ich tatsächlich gekündigt bin, auf das Ende einer vorgegebenen dreiwöchigen Urlaubszeit fällt? Oder ist es mit weniger Problemen verbunden, wenn ich vor Beginn des (Zwangs-)urlaubs das Arbeitsverhältnis beendet habe?

Beste Grüße!

Quarksdus: 20.05.2020 |
  • RE: Kündigungsfrist

    Hallo Quarksdus,

     

    Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir weiter.

     

    Wenn du deinen Ausbildungsberuf aufgeben willst, ist eine ordentliche Kündigung der beste Weg:

     

    Jeder hat ein Grundrecht auf freie Berufswahl - das steht in der deutschen Verfassung. Deshalb hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§22 Berufsbildungsgesetz). Es genügt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegt. Das bedeutet aber nicht, dass du die Ausbildung in diesem Beruf nie wieder fortsetzen kannst. Du kannst deine Meinung auch wieder ändern, dich erneut bewerben und die Berufsausbildung in demselben oder in einem anderen Betrieb fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Kündigung muss aber der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe vorliegen und du solltest diese Kündigung nicht verwenden, wenn du nur den Ausbildungsplatz wechseln willst. Wenn du ordentlich kündigst aber nur den Ausbildungsplatz wechseln willst und dein ehemaliger Betrieb dahinter kommt, kann er dich unter Umständen auf Schadensersatz verklagen. Zudem kann es zu Problemen mit der zuständigen Kammer beim Eintragen deines neuen Ausbildungsverhältnisses kommen.

    Unabhängig von der Kündigungsart stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, auf die du dir einen Anspruch erworben hast, zum Beispiel Restgehalt, Urlaubsansprüche die ausbezahlt werden müssen, Arbeitszeugnis. Überlege dir die Kündigung gut. Kündige nie in Situationen, in denen du unter Druck gesetzt wirst! Hier findest du eine Vorlage für eine ordentliche Kündigung:

    Adresse Azubi
    Adresse Betrieb

    Ort/Datum

    Ordentliche Kündigung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit kündige ich mein Ausbildungsverhältnis nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz mit vier Wochen Frist zum ________(Datum eintragen, das in vier Wochen sein wird), weil ich meine Berufsausbildung aufgeben will.

    Mit freundlichen Grüßen,
    ____________(Unterschrift Azubi)
    ____________(Unterschrift des gesetzlichen Vertreters bei minderjährigem Azubi)

     

    Du überlegst dir, deine Ausbildung so zu kündigen, dass du die restlichen drei Wochen Urlaub hast. Das ist doch ganz passend. So kannst du deinen Urlaub noch nehmen und musst ihn dir nicht ausbezahlen lassen.

     

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

     

    Ver.di Berlin
    Köpenicker Straße 30
    10179 Berlin

    Tel.: 030/8866-6
    Fax: 030/8866-5900
    E-Mail: bz.berlin@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge. Hier findest du weitere

     Infos: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

                                              

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

                                                         

    Liebe Grüße                                           

    Dr. Azubi

    Dr. Azubi: 21.05.2020


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