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Home-Office/ Alleinerziehende/Corona

Hallo Dr. Azubi, 

ich brauche dringend einen Rat, wie in dem Betreff bereits angegeben, geht es um mein Homeoffice in der Corona- Pandemie. 

Mein Arbeitgeber beschäftigt mich seit 2016 in seiner Kanzlei. 2018 wurde ich ungeplant schwanger und mein Ausbilder hatte freiwillig mir meinen Ausbildungsvertrag zu verlängern. Nun ja, i hatte mir von 09.2018 bis 09.2019 Elternzeit genommen und bin nun in meinem letzten Ausbildungsjahr. 

Am Anfang der Corona- Pandemie hatte ich meinem Ausbilder mitgeteilt, dass die Tagesmutter meiner Tochter die Tagespflege schließlich muss, laut dem Jugendamt. Mein Ausbilder hatte mir ohne meine Anfrage hin, das Homeoffice angeboten, um mein 1 ½ Jährige Tochter zu betreuen.

Nun habe ich heute eine Aufforderung zum Arbeitsantritt von meinem Ausbilder erhalten, dass ich am 25.05 wieder in der Kanzlei erscheinen soll zur Arbeit. Da er keinen nachvollziehbaren Grund sieht für ein Homeoffice. Gleichzeitig wird mir vorgeworfen, dass ich das Homeoffice ohne seine Zustimmung betreibe.

Das Jugendamt hat meinen Notbetreuungsantrag nicht bearbeitet, da es bei der Tagesmutter um mehr Kinder handelt als max. 5 sondern 10 Kinder +/- 2 und hier die Gefahr zur Ansteckung zu gross ist. Meine Tochter nach ca. 6 Monaten Betreuung bei der Tagesmutter einfach ohne Eingewöhnung in die Kita zu stecken möchte ich nicht. Kann mein Ausbilder mich dazu zwingen meine Tochter zur Kita zu geben? 

Da ich bei meinem Ausbildungsbetrieb freiwillig nicht bleiben möchte, ist dem Ausbilder bereits bekannt, und meine schriftliche Prüfung bereits abgelegt habe und nur noch zur Einladung der mündlichen Prüfung (4 Wochen Wartezeit) warten muss, spielt es doch keine Rolle mehr, ob ich die restlichen 4 Wochen im Homeoffice bin oder nicht. 

Worauf kann ich mich nun beziehen, dass ich weiterhin im Homeoffice bleiben kann, weil ich meine Tochter betreuen muss? Meine 30 Std Arbeitswoche schaffe ich auch von zuhause und mache sogar Überstunden, die mehr weder bezahlt noch in Freizeit ausgeglichen werden. Der Vater meiner Tochter arbeitet in einem systemrelevanten Beruf, sodass eine Betreuung seinerseits ausgeschlossen ist. 

Ich bedanke mich bereits jetzt für die Hilfe. 

Geli-Lika: 19.05.2020 |
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  • RE: Home-Office/ Alleinerziehende/Corona

    Liebe Geli-Lika,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützten.

    Wow, du scheinst ja einiges zu leisten, neben der Kinderbetreuung noch mehr als 30 Stunden zu arbeiten ist sicherlich super anstrengend.

    Ein Recht auf Homeoffice gibt es leider auch in der Corona Krise nicht.

    Grundsätzlich sind Auszubildende wie normale Beschäftigte verpflichtet, Anstrengungen zu unternehmen, um das Kind anderweitig betreuen zu lassen. Gerade bei kleinen Kindern ist das aber bekanntlich kein Selbstläufer. Solltest du allerdings einen KITA Platz bekommen, so denke ich kann dein Arbeitgeber schon von dir verlangen diesen auch anzunehmen. Auf der anderen Seite hast du nun ja auch schon eine geraume Zeit im Homeoffice gearbeitet und es hat gut geklappt. Vielleicht lässt sich ja auch ein Kompromiss finden und du kannst teilweise wieder in den Betrieb gehen und teilweise im Homeoffice arbeiten.

    In einer besonderen Situation wie der aktuellen kann für einen begrenzten Zeitraum auch alternative Ausbildung sinnvoll sein (z. B. zu Hause lernen). Spreche darüber mit deiner_deinem Ausbilder_in. Er_Sie sollte mit dir am besten telefonisch oder via Videokonferenz im engen Kontakt stehen, damit er_sie dir deine Aufgaben erklären und deine Fragen beantworten kann. Frage hierzu auch bei deiner Jugend- und Auszubildendenvertretung oder deinem Betriebs- bzw. Personalrat nach.

    Kann die Betreuung nicht sichergestellt werden, oder erkrankt das Kind, gilt § 19 BBiG. Das heißt, dass deine Vergütung bis zu sechs Wochen vom Ausbildungsbetrieb weiterzuzahlen ist. Umstritten dürfte aber sein, wie lange die fehlende Kinderbetreuung "unverschuldet" (vgl. § 19 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. b BBiG) ist. Der Ausbildungsbetrieb muss also nicht dauerhaft mitmachen. Hier gilt es, schnell mit deiner_deinem Ausbilder_in in Kontakt zu treten und möglichst eine einvernehmliche Lösung zu finden.

    Da du kurz vor deiner Prüfung stehst, kannst du auch einmal schauen ob du noch ausstehende Urlaubstage und Überstunden hast. Diese MÜSSEN dir nämlich ausgeglichen und noch vor deiner Prüfung gewährt werden. So hast du noch Zeit dich auf deine Prüfung vorzubereiten.

    Und wegen deiner Prüfung kann ich dich beruhigen: Sobald du angemeldet bist, darfst du auch daran teilnehmen. Die Anmeldung geschieht in der Regel 3 Monate vor dem Prüfungstermin. Es kann nur sein, dass du als externer Prüfling die Prüfungskosten selbst übernehmen musst. Erkundige dich zur Sicherheit bei der zuständigen Kammer oder Innung (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag).

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


    ver.di Berlin
    Paula-Thiede-Ufer 10
    10179 Berlin

    Tel.: (0 30) 69 56 - 0
    Fax: (0 30) 69 56 - 31 41
    E-Mail: info@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!     

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi        

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

    Dr. Azubi: 21.05.2020


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