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Ausbildung trotz Aufhebungsvertrag und hohen Fehlzeiten beenden

Hallo mein Name ist Lisa,

ich wollte fragen, ob ich trotz Aufhebungsvertrag und ca. nach 8 Monaten meine Ausbildung als Kauffrau im Groß- und Außenhandel fortsetzen könnte.

Mein Betrieb hat mir das Leben sehr schwer gemacht, musste sehr lange im Lager arbeiten, selbst im dritten Jahr.

Dadurch ging's mir gesundheitlich nie besonders gut, war sehr oft krank, so dass sich sehr viele Fehlzeiten gebildet hatten.

Ursprüngliche hatte ich eine verkürzte Ausbildung, sprich 2.5 Jahre, jedoch musste diese verlängert werden.

Die Fehlzeiten häuften sich, und in der Schule sah es auch nicht prickelnd aus.

Mein Betrieb kündigte mir trotz ärztlicher Atteste aus Luft gegriffen Problemen, und ich wandte mich danach zur IHK.

Die IHK und keine Firma wollte dass ich einen Aufhebungsvertrag unterschreibe, was ich auch tat, und wie gewohnt meine Ausbildung fortsetzen ohne Fehlzeiten.

Leider, schickanierte man mich im Betrieb, ich musste Regale bauen und Dinge ausüben die nicht Teil meiner Ausbildung waren, im dritten Jahr musste ich endlich den Einkauf und Verkauf eigentlich noch genauer kennenlernen.

Ich hielt das nicht aus, so würde ich krank, und irgendwann endete mein Vertrag und ich sollte gehen.

Was ich auch tat.

Nun seit August 2019 habe ich mich nur arbeitssuchend gemeldet, ich wollte in Erfahrung bringen, ob ich die Chance hätte meine Ausbildung trotzdem einfach im Herbst abschliessen könnte, wenn ich doch einen Betrieb finde und die IHK zustimmt.

 

Nur weiss ich nicht, würde denn die IHK zustimmen oder könnte ich die Ausbildungszeit bei einer neuen Ausbildung anrechnen lassen.

Oder könnte ich trotz langer Zeit meinem Ex Betrieb gerichtlich vorgehen??

Ich habe den Aufhebungsvertrag unterschrieben, wollte friedlich weitermachen, stattdessen ekelte man mich mit Sklaverei raus.

Ich sollte im Lager arbeiten obwohl ich Schmerzen hatte, einen Kreuzbandriss erlitt.

Ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vielen Dank im Voraus.

LG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lisa: 12.05.2020 |
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  • RE: Ausbildung trotz Aufhebungsvertrag und hohen Fehlzeiten beenden

    Liebe Lisa,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

    Bei dir im Betrieb scheint einiges schief gelaufen zu sein. Das ist absolut nicht in Ordnung. Super! Du willst deine Ausbildung und deinen Abschluss noch einmal angehen.

    Im ersten Schritt solltest du in Erfahrung bringen ob du mit deiner bisherig verbrachten Ausbildungszeit als Externe an der Prüfung teilnehmen kannst.  In der Regel ist es aber möglich, unter bestimmten Bedingungen eine Prüfung auch als externer Prüfling absolvieren zu können. Wie das bei dir ist, erfragst du am besten bei der zuständigen Kammer/Innung (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag). Wenn dir nicht mehr als zehn Prozent (12-15 Wochen) an Ausbildungszeit fehlen hast du gute Chancen zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden und nicht verlängern zu müssen. Das mit den zehn Prozent ist übrigens eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

    Solltest du mehr Fehlzeiten haben, dann musst du dir noch einen neuen Betrieb suchen. Deine bisherige Ausbildungszeit kann angerechnet werden und du musst nicht mehr bei Null anfangen.

    Schadensersatz wegen Verlängerung der Ausbildung (§8 Berufsbildungsgesetz): Wenn es zu einer Verlängerung der Ausbildung kommt, weil der Ausbilder den Azubi nur schlecht oder einseitig ausgebildet hat, kann der Azubi Schadensersatz fordern. Der Schaden besteht dann in der Differenz zwischen der Ausbildungsvergütung und dem entgangenem Gesellengehalt, das der Azubi bei rechtzeitiger Beendigung während der Verlängerungszeit verdient hätte. Falls du also aufgrund einer schlechten Ausbildung das Ausbildungsziel nicht erreichst, solltest du dich unbedingt wegen eines möglichen Schadensersatzanspruchs an deine Gewerkschaft wenden. Diesen muss man aber schnell geltend machen und braucht gute Nachweise. Erkundige dich am besten bei deiner zuständigen Gewerkschaft ob und welche Ausschlussfristen es gibt. Es kann auch gut sein, dass in deinem Aufhebungsvertrag mit vereinbart wurde, dass Schadensersatzansprüche ausgeschlossen sind.                                                                                                                                         

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    ver.di Stuttgart
    Willi-Bleicher Str. 20
    70174 Stuttgart

    Tel.: 0711/1664-000
    Fax: 0711/1664-249
    E-Mail: bz.stuttgart@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 12.05.2020


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