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Zwangsurlaub vom Chef wegen Corona

Lieber Dr. Azubi,

ich wurde letzte Woche von meinen Chef nachhause geschickt, weil meine Mutter positiv auf Corona getestet wurde. Ich wohne nicht mehr zuhause. Ein paar Tage vor dem Test hatte ich mich aber mit meiner Mutter getroffen im öffentlichen Raum. Das Gesundheitsamt hat gesagt ich müsste nicht in Quarantäne und es ist sehr unwahrscheinlich das ich mich bei meiner Mutter angesteckt habe weil wir beide Abstand gehalten haben und Masken getragen hatten. Ich hatte auch keine Symptome und es ging mir gut. Ich hatte ihn der Woche Urlaub als meine Mutter positiv getestet wurde. 

Ein Tag vor Beginn der Arbeit hab ich nochmal beim Gesundheitsamt nachgefragt ob für mich irgendwas besonderes gilt. Sie meinten für mich würden die gleichen Regeln gelten als für alle anderen und ich dürfte arbeiten gehen. Ich hatte auch nach wie vor keine Symptome.

Mein Chef hat mich aber trotzdem nachhause geschickt, als ich ihn erzählt hatte das aus meiner Familie jemand erkrankt ist und das Gesundheitsamt gesagt hätte, das ich aber weiter arbeiten darf und keinerlei Symptome zeigte.

Am Anfang hieß es noch das mein Betrieb mich freistellt und ich Sonderurlaub bekomme. Jetzt sagen sie aber plötzlich das ich meinen Urlaub dafür nehmen soll oder an mein Überstundenkonto die Minusstunden von letzter Woche abbuchen wollen. Ist das überhaupt rechtens? Ich wollte ja arbeiten und das Gesundheitsamt hatte ja auch nichts auszusetzen. Dürfen sie mir trotzdem meinen Urlaub oder Überstunden wegnehmen?

Vielen Dank!

Annika

Annika: 08.05.2020 |
  • RE: Zwangsurlaub vom Chef wegen Corona

    Hallo Annika!

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir. Die Corona-Kries ist für alle neu und ganz sicher ist sich dein Chef im Umgang mit der Situation bestimmt auch nicht.

    Nach unserer Ausfassung gilt für deinen Fall auch das, was für Minusstunden gilt:

    Die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.

     

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


    Ver.di Bremen
    Bahnhofsplatz 22-28
    28195 Bremen

    Tel.: 0421/3301-111
    Fax: 01805/837343 25500
    E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

     

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

     

     

    Dr. Azubi: 09.05.2020


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