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Chefin will Krankmeldung nicht anerkennen (Corona)

Hallo,

ich habe ein riesen Problem. Mein Vater wurde nach seinem Aufenthalt in Ischgl positiv auf Corona getestet. Leider hatte meine Schwester vor der Feststellung mit ihm Kontakt - und ich mit ihr.

Die erste Woche war ich bereits krankgeschrieben wegen einer Grippe. Dann kam am Freitag Abend die Info das mein Vater positiv wäre und ich mich auch testen lassen solle. Ich habe meiner Chefin direkt am Samstag bescheid gesagt und bin am Montag zum Arzt. Da ich Symptome (trockener Husten, leichtes Fieber) aufwies schreib sie mich 2 Wochen krank und wies mich an mich für 2 Wochen in Quarantäne zu begeben. 

Als ich jetzt am Montag zur Arbeit erschien (wäre den Tag eigentlich noch krankgeschrieben gewesen) sagte sie mir, dass ich ihr eine Bescheinigung der Gesundheitsbehörde beschaffen solle, sonst würde sie mir das Gehalt kürzen, weil ich die 2 Wochen ja nicht komplett krank gewesen wäre.

In meinem Fall stellt die Behörde allerdings keine Bescheinigung aus, sodass sie sich das Gehalt nicht zurückholen kann. (680€ netto) Als ich es ihr vorhin bericchtete habe meinte sie, dass es so ist wie sie sagt und ich es bloß nicht verstehen WILL. Sie würde jetzt die Probeabrechnung durchführen und dann würde sie einen Teil meines nächsten Gehaltes abziehen.

Ist das wirklich Rechtens ?? 

Danke schonmal im Voraus!

Liebe Grüße

CatyCat: 03.04.2020 |
  • RE: Chefin will Krankmeldung nicht anerkennen (Corona)

    Hallo CatyCat!

    Vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir.

    Grundsätzlich richtet sich die Fortzahlung der Ausbildungsvergütung im Krankheitsfall nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz.

    Entgeltfortzahlungsgesetz §3:

    Wenn du wegen unterschiedlicher Krankheiten krankgeschrieben wirst, muss der Arbeitgeber immer wieder zahlen, ggf. auch mehrmals im Jahr.


    Wenn du wegen derselben Krankheit erneut krankgeschrieben wirst muss der Arbeitgeber nur wiederzahlen, wenn seit der Letzen Arbeitsunfähigkeit wegen derselben Krankheit mindestens 6 Monate vergangen sind, oder seit Beginn der ersten Arbeitsunfähigkeit eine Frist von 12 Monaten abgelaufen ist.

    Wir haben dich so verstanden, dass du für die zwei Wochen eine Krankmeldung von deinem Arzt hast. Damit fällst du unter den § 3des Entgeltfortzahlungsgesetz und hast einen Anspruch auf deine Ausbildungsvergütung.

    Ohne eine Krankschreibung oder eine Anweisung des Gesundheitsamtes zur häuslichen Quarantäne, besteht kein Anspruch an die Ausbildungsvergütung, da dieser nur entsteht, wenn man arbeitet oder eine Begründung warum man ausfällt wie Krankheit, Urlaub usw. hat.

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:


     

    Ver.di Hannover
    Goseriede 12
    30159 Hannover

    Tel.: 0511/12400-0
    Fax: 01805/837343 25500
    E-Mail: service.nds-hb@verdi.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monate.

     

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/wer-wir-sind

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

                   

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi          

    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

     

    Hier kannst du Mitglied werden

    https://jugend.dgb.de/dgb_jugend/ueber-uns/mitglied-werden

     

    Dr. Azubi: 06.04.2020


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