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Corona - Ausrede Azubis langfristigen Schaden anzuarbeiten?

Hallo, 
Zurzeit ist Corona das große Thema. Auch in unserem Betrieb besteht Kurzzeitarbeit und wir Azubis sind natürlich davon ausgenommen. 
Allerdings passiert nun folgendes, vermutlich auch weil uns der Betrieb nicht übernimmt. 
- Wir bekommen Aufgaben die unsere gesundheitlichen Probleme weiter verstärken oder chronisch machen. Ich habe einen Sehnenschaden an der Hand und sollte damit nicht schwer verpacken, laut Arzt ist es nicht operierbar. Eine Überbelastung (zu viel Gewicht) führt aber zu einem Ausfall oder schlimmeren Dauerschaden. Versuchen wir dies anzumerken wird es damit abgetan, dass jeder aktuell Opfer bringen muss. 
Wir haben bereits in unserer Lehrzeit und auch ich vorher 2 Jahre lang verpackt. Es ist kein neuer Ausbildungsinhalt, sondern eher nur Arbeitskraft erfüllen. 
- wir mussten jetzt den Standort wechseln und sollen dauerhaft nur noch verpacken. Es stehen keine Ausbildungsinhalte mehr auf dem Lehrplan. 
- Wir wissen noch nicht richtig, ob die Abschlussprüfungen nun ausfallen. Informationen seitens des Ausbilders gibt es nicht, er ist auch nicht mehr jeden Tag da aufgrund der Kurzarbeit. 
- vermutlich dürfen wir unser Aufträge seitens der Schule ebenfalls nicht erledigen. Denn schon für das lernen der Prüfungen wird sich quer gestellt, es wird dauerhaft gestört. 
- ein Überstundenabbau wird ebenfalls nicht ermöglicht, da die Azubis während der Kurzarbeit als letzte gehen sollen. Viel mehr noch, es wird fast eher erwartet Stunden aufzubauen.


Über kurz oder lang heißt das, dass ich aufgrund der Schmerzen bald nicht mehr arbeiten kann, da ich irgendwann keine Kraft mehr habe zum heben und zugreifen. Und mir vermutlich die weitere Zukunft woanders unnötig erschwert wird. 
Leider ist es so, dass ich aufgrund von Betrieben Unfällen mehrere Wochen am Stück ausgefallen bin und durch vom Arzt bestätigte leichte Immunschwäche eben auch häufiger krank war. Dies wurde auch als Grund aufgeführt, mich nicht übernehmen zu wollen. Durch die Unfälle hatte ich in Kalenderjahr 2019 und 2018 je ca 30 Fehltage. Eines davon war ein Arbeitsunfall. 

Die schriftlichen Abschlussprüfungen hätten ohne Corona zum 28. April / 29. April stattfinden sollen, sind aber gestrichen worden. 
Meine Fragen nach diesem Roman sind: 
- muss ich mit Schmerzen weiter arbeiten? 
- weil ich vielleicht doch noch gekündigt werden kann? 
- weil ich vielleicht auf einmal nicht mehr zur Prüfung zugelassen bin? 
- darf der Betrieb einen kaputt arbeiten? 

Itoe: 23.03.2020 |
  • RE: Corona - Ausrede Azubis langfristigen Schaden anzuarbeiten?

    Hallo Itoe,

    vielen Dank für deine Nachricht. gerne helfe ich dir bei deiner Frage weiter. Auch, wenn die Zeit gerade ein Ausnahmezustand ist, musst du keine gesundehitlichen Opfer bringen. Dein Chef darf dich nicht zu Arbeiten erpflichten, die dir schaden. Lass dir am besten vond einem Arzt nochmal eine Bescheinigung über die Tätigkeiten, die du aus gesundehitlichen Gründen nicht übernehmen sollst, austellen. Am besten spricht du dazu auch nochmal direkt mit deinem Ausbilder. Vielleicht kannst du ihm ja gleich Vorschläge machen, was du stattdessen übernehmen könntest. Schau doch dafür in deinen Ausbildungsrahmenplan und suche die Tätigkeiten aus, die du dringend noch lernen solltest bis zur Abschlussprüfung. Du kannst das ja auch so begründen. Denn tatsächlich darf dein Ausbilder dir nicht nur Routineaufgaben übertragen. Er ist dazu verpflichtet dir alle ausbildungsrelevanten Tätigkeiten beizubringen. Auch wenn die Unternehmen jetzt schwer mit den Folgen der Coronakrise zu tun haben, dürfen sie euch Azubis nicht ausnutzen, sondern müssen versuchen eure Ausbildungs weiterhin bestmöglichst zu gewärleisten. Du bist deshalb auch nicht dazu verpflichtet Überstunden zu leisten. Als Azubi musst du das nicht. Dir darf deshalb nicht mit einer Abmahnung oder gar einer Kündigung gedroht werden. Falls es dein gesundheitlicher Zustand garnicht zulässt zu Arbeiten, solltest du mit deinem Arzt sprechen. Normalerweise solltest du, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden, nicht mehr als insgesamt 10% der egsamten betrieblichen zeit gefehlt haben. Allerdings ist das keine rechtliche Vorgabe. Die Kammern können das frei entscheiden. Wenn dein Arzt z.B attestiert, dass du wegen deiner Imunschwäche besser nicht arbeiten solltest, dann sprich doch mal mit der Kammer, wie sich das auf deine Prüfungszulassung auswirkt. Bei einer Ausbildungszeit von 36 Monaten wären 3,6 Monate 10%. Jenachdem wielange du fehlts, könnte es als zum roblem werden oder nicht. Sprich mit der Kammer, denn ich könnte mir vorstellen, dass sie in der derzeitigen Situation  und bei triftigen Gründen Kulanz zeigen.

    Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben und wünsche dir alles Gute für deine weitere Ausbildung. Lass dich nicht unterkriegen und melde dich gerne auch direkt bei deiner Gewerkschaft vor Ort, falls du noch weitere Hilfe brauchst. Hier findest du einen Kontakt:

    https://www.verdi.de/wegweiser/verdi-finden/?geo-bundesebene=1

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

     Dr. Azubi


    Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 25.03.2020


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