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Gesellenprüfung trotz Aufhebungsvertrag?

Hallo,
mein Problem ist folgendes: durch die derzeitige Corona-Krise muss mein Chef unseren Betrieb höchstwahrscheinlich für immer schließen, weshalb ich meine Ausbildung dort nicht fortsetzen kann. Ich hätte im Mai die erste meiner Gesellenprüfungen und die Frage nun ist, ob ich diese trotzdem machen kann, da ich ja schon kurz vor dem Ende der Ausbildung stehe. Mein Chef hatte wohl mit der HWK telefoniert und die meinten wohl, dass in dem Fall ein Aufhebungsvertrag die beste Möglichkeit zum Beenden des Verhältnisses wäre und dass ich so trotzdem an der Prüfung teilnehmen kann. 

Ich habe natürlich keine Ahnung, ob das die beste Lösung für mich ist, bzw. welche Konsequenzen sich daraus entwickeln. 

Wäre ein Aufhebungsvertrag in diesem Fall besser als eine, ich sag mal, betriebsbedingte Kündigung?

Vielen Dank schon einmal für die Antwort!

smvkd: 21.03.2020 |
  • RE: Gesellenprüfung trotz Aufhebungsvertrag?

    Hallo smvkd,

    vielen Dank für deine Anfrage, gern helfen wir dir weiter.

    Wenn dein Chef bereits mit der HWK gesprochen hat, würde ich auch nochmal anrufen und nachfragen. Nicht, weil ich deinem Chef nicht glaube. Es geht einfach darum, dass man nur eine bestimmte Anzahl an Fehltagen haben darf. Ob deine bisher verbrachte Ausbildungszeit dazu ausreicht (sprich: du in deinem jetzigen Betrieb kündigen oder einen Aufhebungsvertrag unterzeichnen könntest, müsstest du bei der HWK erfragen - das ist die entscheidungstragende Instanz. Grundsätzlich ist es so, dass man in seiner Ausbildung etwa 10% Fehlzeiten (12-15 Wochen) haben darf, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Aber das mit den 10% ist eine Faustregel - kein Gesetz. Dabei sind auch immer Ausnahmeregelungen möglich.

    Der Nachteil, die Abschlussprüfung als externer Prüfling abzulegen ist übrigens, dass du die Prüfungsgebühren selbst tragen musst und dich selbstständig frühzeitig zur Abschlussprüfung anmelden musst (sofern das noch nicht passiert ist). Außerdem ist es natürlich nicht ideal als externer Prüfling in die Prüfung zu gehen, wenn du noch wichtige Dinge für das Bestehen der Abschlussprüfung lernen müsstest. Und: Wenn du kündigst giltst du unter Umständen als mitschuldig am Verlust deines Arbeitsplatzes und riskierst eine Sperre des Arbeitslosengeldes.

    In der momentanen Zeit ist das Ganze aber ohnehin alles etwas anders. Generell würde ich aber sagen, dass du an der Prüfung teilnehmen kannst.

    Wenn du Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch jederzeit an deine Gewerkschaft wenden. Die Kolleginnen und Kollegen kennen sich mit diesen Themen sehr gut aus und können dich im Zweifelsfall auch rechtlich beraten. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di
    Geschäftsstelle Krefeld
    Virchowstr. 130a
    47805 Krefeld
    Tel.: 02151 8167-0
    Fax: 01805 837343 - 23105
    E-Mail: service-mitte.nrw@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_r Jugendsekretär_in fragen und sagen, dass du von Dr. Azubi kommst.... Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat.

    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren wollt, dann folge diesem Link: https://jugend.dgb.de/++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d8729f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!      

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi     
    P.S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 25.03.2020


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