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Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages?

Sehr geehrte Damen und Herren, 

ich befinde mich im letzten Jahr meiner Ausbildung. Genauer genommen, 3 Monate vor der Abschlussprüfung. Nun gab es Diskrepanzen in meiner Firma und von jetzt auf gleich sagte man mir, es sei besser, das Ausbildungsverhältnis aufzulösen. Unterzeichnet habe ich noch nichts, aber sollte der Vertrag sein, wie mündlich abgesprochen, so bekomme ich einen Aufhebunsvertrag bis zum 31.03. 
Nun wäre meine Frage in erster Linie, ob ich darauf bestehen könnte, eine Gehaltsfortzahlung bis zum Ende der Ausbildung, aber mindestens bis zum Datum der Abschlussprüfung zu erhalten? Oder wird mir dementsprechend auch nur bis zum 31.03. vergütet?


Vielen Dank im Voraus! 

Oliver: 11.02.2020 |
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  • RE: Unterzeichnung des Aufhebungsvertrages?

     

    Lieber Oliver,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum.

    Wenn eine Kündigung durch den Ausbilder nicht möglich ist, missbrauchen Ausbilder manchmal leider den Aufhebungsvertrag, um einen Azubi loszuwerden. Dann heißt es plötzlich: "Entweder du unterschreibst den Aufhebungsvertrag oder ich kündige dir." In diesem Fall solltest du auf keinen Fall unterschreiben und dich schleunigst bei deiner Gewerkschaft beraten lassen. Dasselbe gilt, wenn du den Aufhebungsvertrag bereits unter Druck unterschrieben hast.

    Wichtig ist für dich, dass du bereits zur Prüfung angemeldet bist.

    Aus dem Ausbildungsverhältnis können sich aus verschiedenen Gründen Schadenersatzansprüche ergeben:

    Schadensersatz wegen vorzeitiger Beendigung des Ausbildungsverhältnisses (§23 Berufsbildungsgesetz): Wird das Berufsbildungsverhältnis nach der Probezeit vorzeitig gelöst, so kann der Azubi oder der Ausbilder einen Ersatz für den dadurch entstandenen Schaden verlangen. Voraussetzung hierfür ist jedoch ein Verschulden der anderen Vertragspartei. Wenn zum Beispiel der Ausbilder seinen Pflichten nicht nachkommt und den Azubi nicht ausbildet und der Azubi deshalb kündigt, kann der Azubi als Schadensersatz die Differenz zwischen Ausbildungsvergütung und Hilfsarbeiterlohn verlangen. Der Azubi muss seinen Anspruch allerdings beweisen. Der Anspruch muss innerhalb von drei Monaten geltend gemacht werden.

    Dies kann auch in einem Aufhebungsvertrag mit aufgenommen werden.

    Wenn du noch weitere Unterstützung brauchst, dann kannst du dich auch an deine zuständige Gewerkschaft vor Ort wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    ver.di Münster
    Johann-Krane-Weg 16
    48149 Münster

    Tel.: 0251 93300-0
    Fax: 01805 837343 - 23107
    E-Mail: service-ost.nrw@verdi.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr.Azubi

    Dr. Azubi: 12.02.2020


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