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Dr. Azubi

Krank

Hallo Dr. Azubi

ich bin im dritten Lehrjahr .Ich war in den letzen 2 Monaten immer wieder Krank . Ich hatte immer unterschiedliche Diagnosen Ich war auch nicht 6 Wochen am Stück krank  .Mein Arbeitgeber ist jedoch der Meinung das ich mir das Geld von der Krankenkasse holen muss.Ich bin auch eher wegen der Arbeit krank, da ich von meinen Chef systematisch gemobbt werde er lässt mich niedere Arbeit machen zb hof kehren Laub entfernen usw. Es ist auch nicht der Chef der mich damals eingestellt hat .Ich brauch dringend Hilfe die müssen mir doch mein Gehalt zahlen oder ? Ich bin jetzt wieder krank geschrieben. Ich weiß echt nicht weiter dabei ist die Prüfung in 3 Monaten. Ich war am Freitag normal in der Berufsschule und war von Montag bis Donnerstag krank und das war auch so paarmal in den  letzen Monaten . Dürfen Sie das einfach so machen ? 

RE: Krank

Hallo Houston,

vielen Dank für deine Nachricht. Gerne helfe ich dir bei deiner Frage weiter. Folgende Regel gibt es , für Lohnfortzahlung während der Krankheit:

Die Lohnfortzahlung muss der Arbeitgeber für maximal sechs Wochen leisten. Wer länger arbeitsunfähig ist, erhält in der Regel Krankengeld von seiner Krankenkasse. Tritt dasselbe Grundleiden erneut auf, werden die Krankheitstage zusammengerechnet, bis sechs Wochen erreicht sind.

Ausnahmen: Zwischen dem Ende der letzten und dem Beginn der neuen Erkrankung liegen mehr als sechs Monate, seit dem Beginn der letzten Erkrankung sind zwölf Monate vergangen oder die neue Erkrankung hat nicht dasselbe Grundleiden wie die vorherige. Eine weitere, neue Erkrankung innerhalb der Arbeitsunfähigkeit verlängert den Zeitraum der Entgeltfortzahlung nicht.

Am besten wendest du dich hier auch an deine zuständige Krankenkasse und fragst dort nach. Du musst bei deinen Krakschreibungen auch immer einen Durchschlag abgegen, so kann die Krankenkasse auch nachvollziehen ab wann sie für die Lohnfortzahlung zuständig ist. Von daher besteht in dieser ein guter Ansprechpartner, um rauszubekommen wer für deine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zuständig ist. Falls auch die Krankenkasse der Meinung ist, dass sie nicht für die Lohnfortzahlungen aus deinen Krankenzeiten zuständig sind, dann solltest du deinem Betrieb umgehend schriftlich auf seine Zahlungspflicht hinweisen. Am besten schreibst du dann eine Aufforderung, in der du den Betrag aufführst und deinen Chef zu einer Zahlung mit einer von dir festgelegten Frist aufforderst. Am besten sind hier 2 Wochen. Schreib auch dazu, dass du dir bei Nichtzahlung die Einleitung weitere rechtlicher Schritte forbehältst. Du kannst dich dann auch an die Kammer wenden und dich bei dieser beschweren und um Hilfe bitten.
Ansonsten würde ich dir raten, dass du dich deinem behandelnden Arzt anvertraust und diesem deine Gründe für deine häufigen Krankheisttage benennst. Es macht keinen Sinn ständig mit einer neuen Krankheit zum Arzt zu gehen. Besser helfen kann dir dein Arzt, wenn du von der psychischen Belastung aus der Arbeit erzählst und darauf bezogen Hilfe erhalten kannst.

Du solltest dich wengen dem Mobbing auch unbedingt wehren und es nicht auf  sich beruhen lassen. Denn wenn du bereits davon krank wirst und Symptome entwickelst, ist es höchste Zeit zu handeln. Mobbing und langfrisrig psychisch belastende Situationen können mit der Zeit krank machen. Bei Mobbing gehst du am besten folgendermaßen vor:

Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich gegen den psychischen Druck wehrst, denn dadurch verlierst du ja nicht nur alle Freude an deinem Traumjob, sondern Mobbing macht auf Dauer auch krank! Hier sind ein paar Tipps für dich:

  1. Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst, werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z. B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme.
  2. Du solltest sofort anfangen, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.
  3. Du solltest möglichst früh Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist! Denn so verschaffst Du Dir Respekt.
  4. Bitte die Person zu einem Gespräch. Überlege dir vor dem Gespräch einige Situationen und Beispiele, in denen das Verhalten der Person besonders verletzend und offensichtlich war. Beginne in dem Gespräch deine Sätze mit „Ich“. Sage also nicht: „Sie kritisieren mich ständig!“ sondern „Ich fühle mich ständig von Ihnen kritisiert und oft empfinde ich die Kritik als nicht gerechtfertigt!“. Versuche sachlich und selbstkritisch zu bleiben. Das Gespräch solltest du nicht alleine führen. Es ist sehr empfehlenswert, eine Person deines Vertrauens oder bestenfalls ein Betriebsratsmitglied mitzunehmen. Es ist auch empfehlenswert, das Gespräch zu protokollieren.
  5. Dein Ausbilder hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht; d.h. er hat die Pflicht dich vor seelischer und körperlicher Gefährdung zu schützen. Er muss deine Anliegen ernst nehmen und du kannst ihn um Hilfe bitten. Diese Möglichkeit solltest du unbedingt auch in Anspruch nehmen. Falls dein Ausbilder dein Anliegen nicht ernst nimmt, kann das für dich auch ein Kündigungsgrund darstellen.
  6. Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krankschreiben lassen.
  7. Falls dein Betrieb dich loshaben will und dir grundlose Abmahnungen erteilt oder dich kündigt, solltest du schnell reagieren und dich zur Wehr setzen. Hole dir hierbei auf jeden Fall Hilfe bei deiner zuständigen Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt für dich:

ver.di vor Ort

Sitz des Landesbezirks Hessen
Wilhelm-Leuschner-Straße 69-77
60329 Frankfurt/Main

Tel.: 069/2569-0
Fax: 069/2569-1199
E-Mail: lbz.hessen@verdi.de

Landesbezirksleiter/in: Jürgen Bothner

Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

  1. Wenn du deinen Ausbildungsplatzwechseln musst, weil du gemobbt wirst, hast du eventuell Anspruch auf Schadensersatz gegenüber deinem Betrieb. Hier solltest du dich auch unbedingt an deine zuständige Gewerkschaft wenden.
  2. Solltest du weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen wollen, gibt es eine Übersicht für Mobbingberatungsstellen unter folgendem Link: http://www.work-watch.de/2012/10/hilfestellung-bei-mobbing/

Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

 Liebe Grüße

 Dr. Azubi
Bitte empfiehl unseren Service weiter!

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