Deutscher Gewerkschaftsbund

Ausbildungsberuf wechseln im 3 Lehrjahr

Hallo,

Ich habe das Problem das ständig zu mir gesagt wird das der Ausbildungsberuf KFZ-Mechatroniker nichts für mich. Das ist auch nicht das was ich lernen wollte. Der Beruf der mich Intressiert ist Automobilkaufmann. Leider bekam ich nichts für diese Stelle und dann hab ich mich von meiner Familie einreden lassen das ich KFZ machen sollte. Habe mich dann auch dafür beworben und was bekommen.
Im ersten und im zweiten Lehrjahr war ich in einem Betrieb wo ich nichts gelernt habe, dann habe ich im Juli 2019 Betriebswechel gemacht zu einem Autohaus wo ich jetzt defenetiv mehr lerne und mir beigebracht wird. Nur die Gesellen haben auf mich keine Lust mehr (kommt mir so rüber) da ich für mein drittes Lehrjahr nicht fit bin und regen sich ständig auf weil ich falsche oder keine antworten gebe.
Ich finde es selber Schade und möcht eigentlich nicht diese Jahre einfachso verschwenden den ich bin nah zum Abschluss der Lehre, aber das macht mich alles psyschisch kapput da ich ständig mir Sachen anhören muss das der Beruf nichts für mich ist und lange brauche beim Schrauben und sonstiges. Mich Intressiert schon dieser Beruf aber die Motivation wird mir ständig weg genommen und traue mich dann auch nicht Sachen zufragen.

Jetzt ist meine Frage ob ich mein Ausbildungsberuf wechseln kann auf Automobilkaufmann und ob ich eine Chance hätte auf eine Verkürzung denn das ist denfentiv der Beruf der mich Spaß macht.
Bitte Helfen Sie mir.

Meisi: 08.10.2019 18:12:36 |
  • RE: Ausbildungsberuf wechseln im 3 Lehrjahr

    Lieber Meisi,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gerne möchten wir dich weiter unterstützen.
    Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Verkürzung.

    Dein Ausbildungsverhältnis kann aufgrund von Vorbildung verkürzt werden (§7,8 Berufsbildungsgesetz). Die Bundesländer können dabei unterschiedliche Regelungen erlassen. In der Regel kannst du aber aus folgenden Gründen verkürzen:

    Falls du in demselben Beruf bereits Ausbildungszeit zurückgelegt hast wird dir diese Zeit voll anerkannt. Auch Ausbildungszeiten in einem ähnlichen Beruf können teilweise anerkannt werden. Frage hier am besten einmal bei der Kammer nach ob bei dem von dir gewünschten Wechsel eine Anrechnung möglich ist. Diese Verkürzung erfolgt in der Regel automatisch durch die zuständige Stelle.
    Auch aufgrund von allgemeinbildenden Schulabschlüssen kannst du die Ausbildung verkürzen.
    Bei Realschülern kann die Ausbildung um ein halbes Jahr verkürzt werden.
    Bei Abiturienten kann die Ausbildung um maximal 1 Jahr gekürzt werden
    Bei Fachhochschulreife in der entsprechenden Fachrichtung ist eine Kürzung bis zu 2 Jahren möglich.
    Die Verkürzung aufgrund der Vorbildung musst du gemeinsam mit deinem Ausbilder bei der zuständigen Stelle beantragen: Du brauchst also das Einverständnis deines Ausbilders. Ihr solltet den Antrag gleich zu Beginn der Ausbildung stellen. Es ist aber auch möglich, den Antrag noch im Verlauf der Ausbildung zu stellen. Die verkürzte Ausbildungszeit wird dann in deinen Ausbildungsvertrag eingetragen. Bei Fragen wende dich an die zuständige Stelle (siehe Stempel auf deinem Ausbildungsvertrag zum Beispiel IHK, oder Innung).

    Während der Ausbildungszeit kannst du auch noch einmal verkürzen. Und zwar, wenn du überdurchschnittliche Leistungen während der Ausbildung - insbesondere in der Zwischenprüfung - erbringst, kannst du bei der zuständigen Stelle einen Antrag auf Ausbildungszeitverkürzung stellen (§ 45 Berufsbildungsgesetz). Für den Antrag reicht in der Regel die Note „gut“ (im Durchschnitt min. 2,49) in allen prüfungsrelevanten Fächern. Die zuständige Stelle befragt dann deinen Ausbilder und die Berufsschule, ob sie dem Antrag zustimmen. Dann entscheidet die zuständige Stelle, und du erhältst einen Bescheid.
    Die Berufsfreiheit ist geschützt. Daher kannst du deine Ausbildung wechseln. Wichtig ist, dass du dir zunächst einen neuen Betrieb suchst und dich genau erkundigst ob du als Automobilkaufmann eine Stelle findest, bevor du vorschnell kündigst.

    1. Am Anfang steht die Ausbildungsplatzsuche. Du solltest erst kündigen, wenn du einen neuen Ausbildungsplatz gefunden hast, denn dann stehst du bei der Bewerbung nicht unter Druck und das (noch) bestehende Ausbildungsverhältnis ist ein gutes Arbeitszeugnis und macht glaubhaft, dass nicht der Betrieb etwas an dir, sondern du etwas an dem Betrieb auszusetzen hast.
 Für deine Bewerbung kannst du dir bei deiner Berufsschule einen aktuellen Notenstand besorgen. Mehr Infos zur Bewerbung findest du hier: www.azubi-azubine.de/​mein-recht-als-azubi/​kuendigung-durch-den-azubi.html#Bewerbun​g. Um deine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, kannst du auch Probearbeiten. Ausbildungsplätze, die sofort zu besetzen sind findest du unter www.arbeitsagentur.de oder www.meinestadt.de, oder www.ihk.de. Schau auch in der Zeitung und in den Stellenportalen im Internet nach oder frag im Bekanntenkreis und an der Berufsschule. Auch einen Versuch wert: Suche eines Ausbildungsplatzes über soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn.

    2. Jeder hat ein Grundrecht auf freie Berufswahl - das steht in der deutschen Verfassung. Deshalb hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§22 Berufsbildungsgesetz). Es genügt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegt. Das bedeutet aber nicht, dass du die Ausbildung in diesem Beruf nie wieder fortsetzen kannst. Du kannst deine Meinung auch wieder ändern, dich erneut bewerben und die Berufsausbildung in demselben oder in einem anderen Betrieb fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Kündigung muss aber der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe vorliegen und du solltest diese Kündigung nicht verwenden, wenn du nur den Ausbildungsplatz wechseln willst. Wenn du ordentlich kündigst aber nur den Ausbildungsplatz wechseln willst und dein ehemaliger Betrieb dahinter kommt, kann er dich unter Umständen auf Schadensersatz verklagen. Zudem kann es zu Problemen mit der zuständigen Kammer beim Eintragen deines neuen Ausbildungsverhältnisses kommen.

    Unabhängig von der Kündigungsart stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, auf die du dir einen Anspruch erworben hast, zum Beispiel Restgehalt, Urlaubsansprüche die ausbezahlt werden müssen, Arbeitszeugnis. Überlege dir die Kündigung gut. Kündige nie in Situationen, in denen du unter Druck gesetzt wirst! Hier findest du eine Vorlage für eine ordentliche Kündigung:

    Adresse Azubi
    Adresse Betrieb

    Ort/Datum

    Ordentliche Kündigung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit kündige ich mein Ausbildungsverhältnis nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz mit vier Wochen Frist zum ________(Datum eintragen, das in vier Wochen sein wird), weil ich meine Berufsausbildung aufgeben will.

    Mit freundlichen Grüßen,
    ____________(Unterschrift Azubi)

    4. Nachdem deine Kündigung oder der Aufhebungsvertrag durch sind, setzt du deine Ausbildung nahtlos im neuen Betrieb fort. Aber Vorsicht: Du hast wieder bis zu 4 Monate Probezeit.

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi

    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 09.10.2019 13:52:10


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