Deutscher Gewerkschaftsbund

Mobbing

Habe einen neuen Jungmeister im Betrieb
ich arbeite seit ca.1 jahr mit ihm, zusammen und gefühlt werde ich bei jeder kleinichkeit fertig gemacht und ich werde daran Erinnert wie schlecht ich eigentlich bin dies macht mich natürlich ziemlich fertig habe bereits mehrfach versucht dies anzusprechen dabei kam aber mehr sowas zustande wie als Lehrling hast du nichts zu melden um darauf hin von ihm fertiggemacht
zu werden weil du dich ja nicht zu beschweren hast weil du ja so schlecht bist sei froh das wir dich überhaupt ausbilden so das problem auf meiner seite ist das ich gute noten in der schule habe 1.7 noten schnitt und ich auch gelobt werde von den kollegen das ich ein fleißiger guter und zuverlässiger Azubi bin. Ich wurde von einem auch schon daraufhin gewiesen das der meister hinter meinem rücken über mich ablästert. Bin ziemlich sprachlos was ich mir da schon anhören musste und werde dann wegen kleinigkeiten immer so rund gemacht das passt mir nicht und ich gehe mit bauchschmertzen zu arbeit

Tom: 14.05.2019 18:39:31 |
  • RE: Mobbing

    Lieber Tom,

    vielen Dank für deine Anfrage im Forum. Gut, dass du dich an uns wendest.

    Ich kann dir für das, was du geleistet hast, die Situation anzusprechen nur meine volle Bewunderung aussprechen! Da kannst du auch ruhig Stolz auf dich sein! Nur wenige bringen diesen Mut auf und du bist einer davon! Das ist eine schwierige Situation in der du dich befindest und ich finde es erstaunlich, wie lange du sie schon erträgst. Es ist auf jeden Fall sehr wichtig, dass du dich gegen den psychischen Druck wehrst, denn dadurch verlierst du ja nicht nur alle Freude an deinem Traumjob, sondern Mobbing macht auf Dauer auch krank! Hier sind ein paar Tipps für dich:

    1. Es ist wichtig, dass du mit Menschen deines Vertrauens über deine Probleme am Ausbildungsplatz sprichst. Wenn du es nur runterschluckst, werden sich die Erfahrungen bald auf deine Seele oder deinen Körper auswirken, z. B. Schlafstörungen, Depressionen, Magen-Darmprobleme.

    2. Du solltest sofort anfangen, ein Tagebuch über die Vorkommnisse zu führen. Wer hat was, wann zu wem gesagt und wer war noch dabei? Oder wer hat wann was getan und wer war noch dabei? Schreib dir alles möglichst genau auf. Auf dieses Tagebuch kannst du dann später zurückgreifen, es kann sehr nützlich sein, wenn du dich wehren willst.

    3. Du solltest weiterhin Stellung beziehen, wenn du mit dem Verhalten von Kollegen oder Vorgesetzten dir gegenüber oder auch gegenüber anderen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, wenn du etwas nicht in Ordnung findest und benenne genau, was es ist! Denn so verschaffst Du Dir Respekt.

    4. Bitte die Person erneut zu einem Gespräch. Überlege dir vor dem Gespräch einige Situationen und Beispiele, in denen das Verhalten der Person besonders verletzend und offensichtlich war. Beginne in dem Gespräch deine Sätze mit „Ich“. Sage also nicht: „Sie kritisieren mich ständig!“ sondern „Ich fühle mich ständig von Ihnen kritisiert und oft empfinde ich die Kritik als nicht gerechtfertigt!“. Versuche sachlich und selbstkritisch zu bleiben. Das Gespräch solltest du nicht alleine führen. Es ist sehr empfehlenswert, eine Person deines Vertrauens oder bestenfalls ein Betriebsratsmitglied mitzunehmen. Es ist auch empfehlenswert, das Gespräch zu protokollieren.

    5. Dein Ausbilder hat dir gegenüber eine Fürsorgepflicht; d.h. er hat die Pflicht dich vor seelischer und körperlicher Gefährdung zu schützen. Er muss deine Anliegen ernst nehmen und du kannst ihn um Hilfe bitten. Diese Möglichkeit solltest du unbedingt auch in Anspruch nehmen. Falls dein Ausbilder dein Anliegen nicht ernst nimmt, kann das für dich auch ein Kündigungsgrund darstellen.

    6. Mobbing macht krank. Von daher ist es nicht verwunderlich, falls du unter psychosomatischen Problemen wie Schlafstörungen, Magen-/Darmprobleme, Herz-/Kreislaufprobleme oder unter psychischen Problemen wie Weinkrämpfe, depressive Verstimmungen, Angstsymptome leidest. Wenn die Belastung zu groß wird, solltest du einen Arzt aufsuchen und dich krankschreiben lassen.

    7. Falls dein Betrieb dich loshaben will und dir grundlose Abmahnungen erteilt oder dich kündigt, solltest du schnell reagieren und dich zur Wehr setzen. Hole dir hierbei auf jeden Fall Hilfe bei deiner zuständigen Gewerkschaft. Hier ist ein Kontakt für dich:
    IG Metall Lübeck-Wismar

    Strasse / Nr. Holstentorplatz 1 - 5
    PLZ / Ort: 23552 Lübeck
    Telefon: 0451/702600
    Fax: 0451/73651
    E-Mail: luebeck@igmetall.de

    Homepage: www.igmetall-luebeck-wismar.de

    Da kannst du einfach anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

    8. Wenn du deinen Ausbildungsplatzwechseln musst, weil du gemobbt wirst, hast du eventuell Anspruch auf Schadensersatz gegenüber deinem Betrieb. Hier solltest du dich auch unbedingt an deine zuständige Gewerkschaft wenden.

    9. Solltest du weitergehende Hilfe in Anspruch nehmen wollen, gibt es eine Übersicht für Mobbingberatungsstellen unter folgendem Link: http:/​/​www.work-watch.de/​2012/​10/​hilfestellung-bei-mobbing/​

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße

    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 15.05.2019 12:55:42


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