Deutscher Gewerkschaftsbund

Minusstunden bei beendigung der Ausbildungsverhältnisses

Hallo liebes Dr. Azubi Team,

durch Berufliche Umorientierung wechsel ich aktuell den Ausbildungsberuf und habe den neuen Vertrag auch schon unterschrieben und alles.
Um nun eine Kündigungsfrist zu umgehen habe ich meinen noch aktuellen Arbeitgeber um einen Aufhebungsvertrag gebeten. Dieser beendet das Ausbildungsverhältnis zum 29.04.2019. Nun ist es so das ich auch zum Zeitpunkt der Vertrags Auflösung noch "Minusstunden" besitze. Auch wenn es rechtlich keine Minusstunden geben darf, sind diese dennoch auf meinem Arbeitszeitkonto vermerkt. Nun zur eigentlichen Frage, darf mein Arbeitgeber mir nun diese Minusstunden von meinen aller letzten Gehalt abziehen? Oder habe ich trotz Minusstunden, am Tag der Beendigung des Ausbildungsverhältnisses, anspruch auf mein volles Gehalt bzw. wenn der Aufhebungsvertrag zum 29.04 geschlossen wird dürfte mir mein Arbeitgeber doch nur den 30.04 vom Gehalt abziehen oder?
Über eine Rückmeldung wäre ich sehr dankbar und würde mich sehr freuen!

Florian: 14.04.2019 21:42:17 |
  • RE: Minusstunden bei beendigung der Ausbildungsverhältnisses

    Hallo Florian,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Gerne helfen wir dir weiter.

    Immer wieder gibt es Azubis, die plötzlich von ihrem Ausbilder erfahren, dass sie Minusstunden angesammelt hätten. In der Regel ist diese Berechnung von Minusstunden nicht rechtens. Denn die Ausbildungsvergütung muss weitergezahlt werden, wenn die Ausbildung aus Gründen, für die du nichts kannst, ausfällt, obwohl du bereitstehen würdest (§19 Berufsbildungsgesetz). Klassisches Beispiel: Dein Ausbilder schickt dich Heim, weil nichts mehr zu tun ist. Oder du bekommst einen Anruf, dass du gar nicht erst kommen sollst. In diesen Fällen bist du bezahlt freigestellt und sammelst keine Minusstunden an. Denn du hast ein Recht darauf, die festgelegte tägliche Arbeitszeit auch zu arbeiten und zu lernen, und wenn es nichts zu tun gibt, kann sich dein Ausbilder ja Lernaufgaben für dich ausdenken: Du bist schließlich Azubi.
    Wenn aber die Minusstunden auf deinem Arbeitszeitkonto entstanden sind, weil du früher gegangen bist, z.B. wegen eines Termins, dann kann dein Betrieb verlangen, dass du die Stunden nacharbeitest.

    Ich empfehle dir, die Sache mit den Minusstunden vor deinem letzten Arbeitstag noch zu klären. Sprich mit deinem Ausbilder und mache ihn auf §19 BBiG aufmerksam.

    Wenn die Minusstunden nicht durch dein Verschulden zustande gekommen sind, dann kann sie dir dein Chef auch nicht vom letzten Gehalt abziehen.

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    Ver.di Köln
    Hans-Böckler-Platz 9
    50672 Köln
    Tel.: 0221 48558-0
    Fax: 01805 837343 - 23103
    E-Mail: service-west.nrw@verdi.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 15.04.2019 09:31:12


Neue Antwort

Die mit '*' gekennzeichneten Felder sind Pflichtfelder.



Ich habe die Datenschutzerklärung der DGB-Jugend gelesen.