Deutscher Gewerkschaftsbund

Falsche Ausbildung

Hallo ich habe ein problem und hoffe hier vielleicht ratschläge zu bekommen die mir weiterhelfen. Ich bin 27 und bin im 2ten Ausbildungsjahr zum industriemechaniker.
Die Ausbildung wurde mir angeboten da ich als Leiharbeiter mich bewiesen habe , somit durfte ich wählen und ich entschied mich zum industriemechaniker wegen des geldes wegen

Im nachhinein wurde mir bewusst das lagerlogist eher der beruf wäre der mir zusagt da ich in der branche erfahrungn habe und es Spaß macht.

Was soll ich tun ? ich weiß nicht weiter,
Ich hatte die hand gebrochen und mein chef hat jetzt erwartungen...
Schulisch bin ich auch nicht der bringer da mir das lernen schwer fällt da es mich nicht anspricht , mir fehlt das interesse.

Ich hoffe ihr habt ratschläge die mich vielleicht weiter bringen

Mit freundlichen Grüßen

Samuel: 21.01.2019 10:25:32 |
  • RE: Falsche Ausbildung

    Hallo Samuel,

    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst, wir helfen dir gerne weiter.

    Jeder hat ein Grundrecht auf freie Berufswahl - das steht in der deutschen Verfassung. Deshalb hast du immer die Möglichkeit, mit einer Frist von vier Wochen zu kündigen, wenn du die Berufsausbildung aufgeben und/oder den Ausbildungsberuf wechseln willst (§22 Berufsbildungsgesetz). Es genügt, wenn zum Zeitpunkt der Kündigung der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe oder zum Berufswechsel vorliegt. Das bedeutet aber nicht, dass du die Ausbildung in diesem Beruf nie wieder fortsetzen kannst. Du kannst deine Meinung auch wieder ändern, dich erneut bewerben und die Berufsausbildung in demselben oder in einem anderen Betrieb fortsetzen. Zum Zeitpunkt der Kündigung muss aber der ernsthafte Wille zur Berufsaufgabe vorliegen und du solltest diese Kündigung nicht verwenden, wenn du nur den Ausbildungsplatz wechseln willst. Wenn du ordentlich kündigst aber nur den Ausbildungsplatz wechseln willst und dein ehemaliger Betrieb dahinter kommt, kann er dich unter Umständen auf Schadensersatz verklagen. Zudem kann es zu Problemen mit der zuständigen Kammer beim Eintragen deines neuen Ausbildungsverhältnisses kommen.

    Unabhängig von der Kündigungsart stehen dir nach der Kündigung alle Leistungen zu, auf die du dir einen Anspruch erworben hast, zum Beispiel Restgehalt, Urlaubsansprüche die ausbezahlt werden müssen, Arbeitszeugnis. Überlege dir die Kündigung gut. Kündige nie in Situationen, in denen du unter Druck gesetzt wirst! Hier findest du eine Vorlage für eine ordentliche Kündigung:

    Adresse Azubi
    Adresse Betrieb

    Ort/Datum

    Ordentliche Kündigung

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    hiermit kündige ich mein Ausbildungsverhältnis nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 Berufsbildungsgesetz mit vier Wochen Frist zum ________(Datum eintragen, das in vier Wochen sein wird), weil ich meine Berufsausbildung aufgeben will.

    Mit freundlichen Grüßen,
    ____________(Unterschrift Azubi)
    ____________(Unterschrift des gesetzlichen Vertreters bei minderjährigem Azubi)

    Du solltest dir nochmal genau überlegen, was die positiven Seiten deines jetzigen Berufs und die negativen sind. Sprich auch mit deinen Freunden und mit deiner Familie und überlege dir, ob dir der andere Beruf tatsächlich mehr zusagt. Du brauchst nicht hetzen mit deiner Entscheidung. Aber wenn du sie dann gefällt hast, kannst du deinen Ausbildungsberuf wechseln. Oder eventuell sagst du ja: ach das letzte Jahr mach ich doch noch und geb mein Bestes.

    Wenn du weitere Unterstützung oder Rückendeckung brauchst, kannst du dich auch an deine örtliche Gewerkschaft wenden. Hier ist ein Kontakt für dich:

    IG Metall
    Geschäftsstelle Albstadt
    Strasse / Nr.: Von-Stauffenberg-Str. 47
    PLZ, Ort: 72459 Albstadt
    Telefon: 07431/13180
    E-Mail: • albstadt@igmetall.de

    Homepage: • www.igm-albstadt.de

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und sag, dass du von Dr. Azubi kommst....Als Gewerkschaftsmitglied hast du Anspruch auf kostenlose Rechtsberatung und kostenlosen Rechtsbeistand - daher solltest du dir überlegen, ob es nicht sinnvoll wäre, deiner Gewerkschaft beizutreten - wenn du nicht schon Mitglied bist. Du kannst jederzeit Mitglied deiner Gewerkschaft werden. Die Mitgliedschaft kostet in der Regel 1% vom Bruttolohn pro Monat. Solltest du kein Einkommen haben (also kein Ausbildungsvertrag) gibt es pauschale Beiträge.
    Wenn du mehr über unsere Arbeit erfahren willst, dann klicke hier: https:/​/​jugend.dgb.de/​++co++f0e4cfdc-7dbc-11e7-b753-525400d872​9f

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

    Liebe Grüße
    Dr. Azubi
    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 22.01.2019 14:30:27


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