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Ärger mit dem Chef

Hallo mein Name ist Jan und ich bin jetzt im letzten Jahr meiner Ausbildung als Mechaniker. Seit Anfang des Jahres habe ich immer zuwachsende Probleme mit meinem Chef da ich oft behandelt werde wie ein geselle der schon alles können sollte und vorallem schnell. Oft brauche ich für gewisse Arbeiten die laut Lehrplan nicht zur meinen Aufgaben gehören etwas länger und es fällt mir schwerer wie mein eigentlicher Beruf darauf hin bekomme ich oft Ärger oder werde blöd angemacht warum denn dass so lange dauert oder ich mir zu viel Zeit lasse dadurch fühle ich mich im Betrieb nichtmehr wohl und mir macht die Arbeit auch keinen Spaß mehr dazu kommt noch dass ich mich so unter Druck setzte und ein schlechtes Gewissen davon hab und es noch sehr fertig macht. Hat da jemand Tipps für mich wie ich damit umgehen kann lg Jan.

JanR: 31.03.2021 |
  • RE: Ärger mit dem Chef

    Hallo Jan,

     

    Danke für deine Anfrage im Forum. Es ist gut, dass du dir Hilfe suchst.

     

    Prinzipiell gilt auch im letzten Ausbildungsjahr: Dein Ausbilder darf dir nur Aufgaben übertragen, die dem Ausbildungszweck dienen (§14 BBiG). Welche Aufgaben das sind, steht in deinem Ausbildungsrahmenplan.

    Du schreibst, dass du oft Aufgaben erledigen musst, die eben nicht für deinen Beruf vorgesehen sind.

    Wenn die ausbildungsfremden Tätigkeiten Überhand nehmen, solltest du dich wehren, denn dann ist das Erreichen deines Ausbildungsziels gefährdet. Hier sind ein paar Tipps für dich, was du unternehmen könntest:

     

    1. Sprich die Situation bei deinem Chef an. Nenne deinem Ausbilder konkrete Inhalte, die bis jetzt fehlen und die du laut Ausbildungsrahmenplan schon können müsstest. Gehe positiv in das Gespräch und sage gleich zu Anfang, dass es dir nicht darum geht zu kritisieren, sondern vielmehr darum, deinen Beruf richtig zu lernen. Schalte außerdem (falls vorhanden) den Betriebsrat ein. Du kannst bei dem Gespräch auch sagen, dass du ein schlechtes Gewissen hast, wenn du diese Aufgaben nicht in gewünschter Geschwindigkeit erledigst. Aber dass sie auch nicht Teil deiner Ausbildung sind und du sie deshalb nicht können musst.

     

    2. Wenn das Gespräch nichts bringt, solltest du den Ausbilder schriftlich auffordern. Hebe eine Kopie des Schreibens auf.

     

    Sehr geehrter Herr/Frau ____________,

     

    laut § 14 Berufsbildungsgesetz darf der Ausbildungsbetrieb den Azubi nur mit Arbeiten beauftragen, die dem Ausbildungszweck dienen. Als Ausbilder/Meister sind Sie verantwortlich dafür, dass die Berufsausbildung entsprechend des Ausbildungsrahmenplans durchgeführt wird. Ich muss allerdings häufig auf Ihre Weisung hin ausbildungsfremde Tätigkeiten verrichten. Einige Beispiele:
(Hier müssen mit genauer Datums- und Zeitangeben die ausbildungsfremden Tätigkeiten aufgeführt werden)
Ich fordere Sie hiermit noch einmal schriftlich auf, solche Weisungen zu unterlassen und mache Sie darauf aufmerksam, dass Ihnen ein Bußgeld droht und Sie schadensersatzpflichtig werden können, wenn Sie sich als Ausbilder nicht an Ihre gesetzlichen Pflichten halten.

     

    Mit freundlichen Grüßen


    Unterschrift Azubi ____________

     

    3. Wenn auch das nichts bringt und sich deine Ausbildungssituation nicht verbessert, solltest du dich an deine Gewerkschaft vor Ort wenden und dir rechtliche Unterstützung holen. Hier ist ein Kontakt in deiner Nähe:


     

    IG Metall

    Strasse / Nr.

    Theodor-Heuss-Str. 2

    PLZ / Ort:

    70174 Stuttgart

    Telefon:

    +49 711 16278 0

    Fax:

    +49 711 16278 67

    E-Mail:

    stuttgart@igmetall.de

    Homepage:

    www.stuttgart.igm.de

     

    Da kannst du anrufen, nach einem_rJugendsekretär_in fragen und auch ruhig sagen, dass du von Dr. Azubi kommst....

     

    Außerdem könntest du dich an eine_nAusbildungsberater_in der Kammer/Innung wenden und mit ihm ein persönliches Gespräch vereinbaren, denn die sind dafür da, die Ausbildung in den Betrieben zu kontrollieren.

     

    Du schreibst, dass dir die Situation im Betrieb ein schlechtes Gefühl gibt und du deshalb keinen Spaß mehr an der Arbeit hast. Das ist echt traurig.

    Aber du steuerst bereits auf die Abschlussprüfungen zu, die für dich Ende des Jahres sein müssten. Überlege dir, ob du es bis zum Ende der Ausbildung in diesem Betrieb aushalten kannst. Wenn das nicht so ist, dann kannst du dir überlegen, den Betrieb auf den letzten Metern zu wechseln. Manchmal klappt das auch bei einer fortgeschrittenen Ausbildung, denn manche Betriebe sind froh, wenn sie Azubis bekommen, die schon was können. Eventuell findest du auch einen Betrieb, der dich nach der Ausbildung übernimmt.


    Dr. Azubi wünscht Dir viel Erfolg

     

    Dies war ein Service deiner Gewerkschaft!

     

    Liebe Grüße

     

    Dr. Azubi


    P. S. Bitte empfiehl unseren Service weiter!

    Dr. Azubi: 05.04.2021


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