Deutscher Gewerkschaftsbund

Die Blockköpfe stoppen

Die Gewerkschaftsjugend will sich in Dresden den Nazis entgegenstellen.

Der Bundesjugendausschuss der DGB-Jugend hat beschlossen, sich an dem Bündnis "Dresden – Nazifrei" zu beteiligen.

Worum geht’s? Im Februar 2011 jährt sich der Bombenangriff auf Dresden im Zweiten Weltkrieg zum 66. Mal. Wie viele andere Städte wurde auch die sächsische Landeshauptstadt Ziel alliierter Bombardierungen. Aber zur festen Einrichtung in Dresden gehört seit Jahr und Tag der deutschen Wiedervereinigung ein Neonazi-Aufmarsch, mittlerweile der rechte Super-Event Europas. Die Gewerkschaftsjugend hält dagegen – und macht mit beim Blockadebündnis.

Denn 2011 wollen die Nazis gleich an zwei Terminen marschieren: Am 19. Februar planen sie ihren zentralen Großaufmarsch. Aber auch schon am Abend des 13. Februar wollen lokale Nazigruppen einen Fackelmarsch inszenieren.

Verschiedene Bündnisse wollten dem in den vergangenen Jahren etwas entgegensetzen, doch die Zusammenschlüsse scheiterten immer wieder.

Erst im Jahr 2010 wurde mit etwas gänzlich Neuem begonnen: dem Blockieren. Mehr als 2.200 Einzelpersonen und über 600 Organisationen hatten den entsprechenden Aufruf unterzeichnet und sich auf die Straße gesetzt. Das Bündnis "Dresden – Nazifrei" schaffte es so, den Naziaufmarsch erstmals zu stoppen.

Der Auftaktort der Nazi-Kundgebung soll auch dieses Jahr durch ein koordiniertes und entschlossenes Vorgehen blockiert werden: Deshalb ruft das Bündnis für den 19. Februar 2011 bundesweit zur Verhinderung des Naziaufmarsches mittels Massenblockaden auf. Auch für den ersten Termin wird dazu aufgerufen, sich den Nazis mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen entgegenzustellen.

Den aktuellen Aufruf haben bereits jetzt über 100 Prominente aus Politik, Kultur und Gesellschaft unterschrieben. Darunter befinden sich beispielsweise die Band Tocotronic oder Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Bundestags. Motto: "Blockiert die Blockköpfe."

"Wir freuen uns über die große Unterstützung unseres Vorhabens, die Nazis mit Blockaden erneut an ihrem Aufmarsch zu hindern", sagt Bündnissprecherin Franziska Radtke. "Die vielen Erstunterzeichnerinnen und -unterzeichner zeigen deutlich, dass ziviler Ungehorsam ein legitimes und unterstützenswertes Mittel ist, um den Nazis im Februar wirksam entgegenzutreten."

"2010 ist es uns erstmalig gelungen, Europas größten Naziaufmarsch durch Massenblockaden zu verhindern. Grundlage unseres Erfolges war die Spektren übergreifende Zusammenarbeit zwischen Antifagruppen, lokalen Initiativen und Aktionsgruppen, Gewerkschaften, Parteien und Jugendverbänden sowie zahlreichen weiteren Organisationen und Einzelpersonen", heißt es im Aufruf. Und weiter: "Wir werden nicht akzeptieren, dass die Nazis die Geschichte verdrehen und die eigentlichen Opfer des Nationalsozialismus verhöhnen. Wir lehnen jede Leugnung und Relativierung der deutschen Schuld an Vernichtungskrieg und Holocaust ab. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!"


(aus der Soli aktuell 1+2/11, Autor: Jürgen Kiontke)

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