Deutscher Gewerkschaftsbund

Aufstiegsstipendien: Studieren ohne Abitur

Für Fachkräfte ohne Abitur ist es hierzulande besonders schwer, an eine Hochschule zu kommen. Das zeigt der Europäische Studentenreport. Im Vergleich mit 22 anderen EU-Ländern belegt Deutschland einen der hinteren Plätze. Während sich in Schweden 36% der Studierenden statt über ein Abitur über einen Beruf für das Studium qualifiziert haben, sind es hier gerade mal 5% – genauso viel wie in Lettland. Selbst Spanien (33%), Schottland (25%), Irland und die Niederlande (10%) machen es da besser.

Ein Problem dabei ist die Finanzierung – und die will das Bundesbildungsministerium nun erleichtern: Bis Ende 2009 sollen bis zu 1.500 StudienanfängerInnen ohne Abitur, aber mit Berufsausbildung gefördert werden. Ursprünglich waren 1.000 Stipendien eingeplant, wegen der großen Nachfrage stockte das Ministerium noch einmal auf und stellt nun Mittel in Höhe von 6 Mio. Euro bereit.

Mehr als 2.700 Frauen und Männer hatten sich in der ersten Auswahlrunde zum Wintersemester 2008/09 um ein Aufstiegsstipendium beworben. Gesucht waren besonders begabte AbsolventInnen einer Berufsausbildung mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung.

Das Stipendium soll für Studiengänge an einer staatlich anerkannten Hochschule gelten. Kriterien für eine besondere Begabung sind dem Ministerium zufolge eine Abschlussprüfung, die besser als mit "Gut" abgeschlossen wurde, der Gewinn eines überregionalen Leistungswettbewerbs oder aber die Empfehlung des Arbeitgebers.
Für ein Vollzeitstudium erhalten die StipendiatInnen inklusive Büchergeld 730 Euro monatlich. Eltern können eine Pauschale für die Betreuung kleiner Kinder von 113 Euro in Anspruch nehmen.

www.aufstieg-durch-bildung.info



(aus der Soli extra "Für ein soziales Studium", Februar 2008, Autor: Soli extra)

WIR IM SOCIAL WEB