Deutscher Gewerkschaftsbund

Master muss sein

Master statt Masern! Die DGB-Jugend fordert gemeinsam mit anderen Jugendverbänden Verbesserungen der gesundheitsschädigenden Situation an den Hochschulen.

Keine Zugangshürden zum Master - das haben am 12. April 2011 DBG-Jugend, Freier Zusammenschluss der StudentInnenschaften (fzs), und die Hochschulgruppen von Jusos, Grünen, Linkspartei und den Liberalen in einer gemeinsamen Erklärung anlässlich eines Pressegesprächs in der Berliner Humboldt-Universität gefordert. Die Wahl zwischen einem Masterstudium oder dem direkten Einstieg in den Beruf dürfe nicht von der Verfügbarkeit der Masterstudienplätze abhängen.

Mit den so genannten Bologna-Reformen wurden die meisten Studiengänge an deutschen Hochschulen auf das Bachelor-Master-System umgestellt. Mit dem Bachelorabschluss erwirbt man, meist nach drei Jahren, eine erste Berufsqualifikation - und die Möglichkeit, ein Masterstudium anzuschließen.

Viele Studierende stellen aber fest, dass der Bachelor für beides wenig taugt. In der Wirtschaft und im öffentlichen Dienst wird der Bachelor selten als vollwertiger Hochschulabschluss betrachtet. Wer sich mit diesem Abschluss bewirbt, wird lieber noch mal in ein Traineeprogramm geschickt oder bekommt weniger Gehalt angeboten als bislang für HochschulabsolventInnen üblich. Will man aber weiterstudieren, legen die Hochschulen oft Steine in den Weg: Sie bieten viel zu wenige Masterstudienplätze an und sperren sich oft, wenn es darum geht, Abschlüsse und Qualifikationen, die an anderen Hochschulen erbracht worden sind, anzuerkennen.

"Die Bologna-Reformen sind auf halbem Weg steckengeblieben", kritisiert Sabrina Klaus-Schelletter von der DGB-Jugend. "Dem Bachelor gehen vor lauter Prüfungen der wissenschaftliche Anspruch und die Berufsorientierung verloren, die Mobilität der Studierenden leidet unter zu hohen Hürden für die Anerkennung anderswo erbrachter Leistungen. Und dazu wird der Zugang zum Master künstlich beschränkt. Mit solchen Halbheiten schadet man den Studierenden, der gesellschaftlichen Bedeutung akademischer Ausbildung und dem Arbeitsmarkt zugleich."

Die Verbände wollen den Übergang zwischen Bachelor- und Masterstudium im Sommersemester auch zum Thema an den Hochschulen machen.

Anlässlich der Bologna-Konferenz, die am 6. Mai 2011 in Berlin stattfand, kritisiert die DGB-Jugend, dass Studierendenverbände weder in die Vorbereitung einbezogen wurden, noch ihre Forderungen im Verlauf der Konferenz berücksichtigt und keine konkreten Vereinbarungen für die Gestaltung des Übergangs zwischen Bachelor und Master getroffen wurden. Bei künftigen Hochschulpakten sei gezielt der Bedarf an Masterstudienplätzen in den Blick zu nehmen. Es reiche nicht aus, wenn Bund und Länder einfach pauschal den Ausbau von Studienplätzen vereinbaren.


Die Verbände haben eine gemeinsame Homepage eingerichtet, auf der die Erklärung unterzeichnet werden kann: www.freier-masterzugang.org


(aus der Soli aktuell 5/11, Autor: Jürgen Kiontke)

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