Deutscher Gewerkschaftsbund

Unerträglicher Zustand

Die Junge IG BAU kritisiert die Diskriminierung junger Menschen beim Kündigungsschutz.

Ungerechter geht’s nicht: Nach aktueller Rechtslage werden Beschäftigungszeiten vor Vollendung des 25. Lebensjahres nicht bei der Dauer der Kündigungsfrist angerechnet – für die Junge IG BAU unhaltbar. "Es ist unerträglich, dass Menschen weniger Sicherheit für ihre Lebensplanung haben, nur weil sie jung sind", sagt die IG BAU-Bundesjugendvorsitzende Saskia Beck.

Wer jungen Menschen ernsthaft eine Perspektive bieten wolle, der müsse ihnen auch zugestehen, für ihren Alltag planen zu können. Die derzeitige Regelung verstoße zudem gegen europäisches Recht. "Die Bundesregierung ist gut beraten, diesen Zustand umgehend abzustellen. Das ist eine generationenfeindliche Politik, die andere politische Ankündigungen als PR-Taktik entlarvt", sagt Beck.

Hintergrund: Der Bundestag hat im Oktober 2011 gegen die Erweiterung des Kündigungsschutzes bei unter 25-Jährigen gestimmt. Die SPD-Fraktion hatte einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Umsetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs gegen die Diskriminierung aufgrund des Alters vorsah. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen wollte mit ihrem Gesetzentwurf die Änderung des Paragrafen 622 Absatz 2 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches erreichen. Damit sollten Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen diskriminierungsfrei ausgestaltet werden.

www.igbau.de



(aus der Soli aktuell 11/12, Autor: Jürgen Kiontke)

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