Deutscher Gewerkschaftsbund

Wir brauchen gleiche Rechte für Alle!

In Deutschland leben 7,3 Millionen MigrantInnen. Sie stellen knapp neun Prozent der Wohnbevölkerung. Die Bundesrepublik ist ein Einwanderungsland. Diese Einsicht wird jedoch nicht von allen Verantwortlichen in Politik und Medien geteilt. Das hat nicht zuletzt die Diskussion um das neue Zuwanderungsgesetz gezeigt.

Das Verhältnis von Einheimischen und EinwanderInnen ist ein Kernproblem unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses. Die Frage ist nicht, ob es Zuwanderung gibt, sondern wie sie gestaltet werden kann. Es gilt prinzipiell demokratische, republikanische Auseinandersetzungsformen zu finden. Ein selbstbestimmtes Leben, ein Job, der Spaß macht, und die Teilhabe an gesellschaftlichen Entscheidungen dürfen nicht von ethnischer bzw. nationaler Zugehörigkeit oder dem Aufenthaltsstatus abhängig sein.

Die DGB-Jugend setzt sich für eine Gesellschaft ein, in der alle die gleichen Rechte haben – unabhängig von Herkunft und Geschlecht. Im Betrieb gilt: Wir arbeiten zusammen. Wir sind Kolleginnen und Kollegen. Niemand darf benachteiligt werden.

Neben offener Fremdenfeindlichkeit – Mobbing, Anmache, rassistische Witze – gibt es auf dem Arbeitsmarkt und im Betrieb die »heimliche« Diskriminierung: Darunter versteht man z.B., dass MigrantInnen zumeist nur für einfache, wenig qualifizierte Produktionsarbeiten eingestellt werden und an betrieblich-beruflichen Aufstiegsprozessen nicht teilhaben. »Heimlich« ist diese Diskriminierung deshalb, weil sie von vielen Beteiligten als ganz normal angesehen wird.

Diese Soli aktuell extra versammelt Diskussionsbeiträge und Hintergründe zum politischen und juristischen Umfeld, Rassismus auf dem Arbeitsmarkt und in den Betrieben sowie zur Evaluation von antirassistischer Arbeit. Und sie zeigt an Beispielen auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, Rassismus im Betrieb entgegenzutreten – von der Betriebsvereinbarung bis zu Projekttagen. Wir wollen Mut machen, bei Ungerechtigkeiten nicht wegzusehen, sondern selbst die Initiative zu ergreifen und sich gegebenenfalls kompetenten Rat zu holen.


(aus Soli extra "Antirassismus", Herbst 2003, Autor: Mirjam Muhs, Jugendsekretärin beim DGB-Bundesvorstand)

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