Deutscher Gewerkschaftsbund

Aufklären und Mut machen

Beispielhafte Projekte der Gewerkschaftsjugend gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit.

Das Netzwerk für Demokratie und Courage (DGB-Jugend-Bezirke und Partner)

Im Jahr 1998 veranstaltete die sächsische DGB-Jugend erstmals die Projektschultage »Für Demokratie und Courage«. Schnell griffen andere JugendsekretärInnen der DGB-Jugend, zunächst in Ostdeutschland, dann auch in westdeutschen Bezirken, das Konzept von »Courage« auf. Der Arbeit von Ehrenamtlichen aus Gewerkschaften und deren Umfeld kam dabei von Anfang an zentrale Bedeutung zu. Bezirks- und länderübergreifend ist so bis heute ein Netzwerk entstanden, das auch international Anerkennung findet: Französische Jugendringe haben das Konzept fast exakt übernommen und sind bei der großflächigen Umsetzung, auch spanische Jugendgewerkschafter arbeiten in Barcelona an einer Adaption von »Courage«.

Der ursprüngliche Anlass für das Projekt war der Einzug der rechtsextremen DVU in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Dadurch wurde deutlich, dass es dort schon »normal« war, rechts zu sein. Normaler jedenfalls, als sich gegen rechte Vorurteile zu äußern. Und diese vermeintliche politische Einigkeit senkte die Hemmschwelle, sich fremdenfeindlich zu äußern, noch weiter. Dem wollten die InitiatorInnen des Courage-Projekts etwas entgegen setzen, das die Jugendlichen dort aufsucht, wo sie ohnehin zusammen sind. Ehrenamtliche TeamerInnen können von Schulen angefordert werden und dort Projektschultage zu verschiedenen Themenkomplexen rund um Rassismus, Gewalt und Demokratie durchführen.

Die aktuellen Materialien sind über www.netzwerk-courage.de oder www.courage-niedersachsen.de sowie www.couragebw.de abzurufen. Dort sind auch weitere Kontaktadressen angegeben.


Das Xenos-Projekt (IG Metall, Otto-Brenner-Stiftung und Bundesregierung)

Das Xenos-Projekt soll Menschen helfen, Fremdenfeindlichkeit sensibel wahrzunehmen und mit Kompetenz und Zivilcourage darauf reagieren zu können. Es wird finanziert durch das Programm »Xenos – Leben und Arbeiten in Vielfalt« der Bundesregierung und läuft seit Oktober 2001. Im Rahmen des Programms finden Qualifizierungsreihen und Workshops statt, bei denen die KursteilnehmerInnen in Rollenspielen und Gesprächen für ausländerfeindliche Alltagssituationen sensibilisiert werden und lernen, wie man sich bei solchen Vorfällen verhält.
Mehr Informationen hier.


»Wir steh’n auf Toleranz!« (Jugend in der BCE)

Im Mai 2001 beschloss die Bundesjugendkonferenz der IG BCE die Durchführung einer Kampagne »Wir steh’n auf ... Toleranz!«. Damit griff die Gewerkschaftsjugend auf eine Aktion zurück, die bereits 1997 von den beiden Jugendabteilungen der Vorläuferorganisationen IG Chemie, Papier, Keramik und IG Bergbau, Energie ins Leben gerufen worden war. Weil es der IG BCE-Jugend wichtig war, die Kampagne im ganzen Verband zu verankern, dauerte es bis April 2002, bis der Kreativwettbewerb ausgerufen werden konnte, der das Kernstück bildet: Er ruft dazu auf, Projekte in allen Regionen Deutschlands zu initiieren, die »Toleranz zum Leitbild gesellschaftlichen Handelns erklären«.
Informationen: www.wirstehnauftoleranz.de


»Wer wird Millionär am Bau« (IG BAU-Jugend)

Die Idee der Kampagne »BAU auf mich! Für Demokratie und Courage« ist bereits zu Beginn des Jahres 2001 entstanden. Im Februar 2001 gründete der Bundesvorstand der IG BAU eine Arbeitsgruppe Rechtsextremismus, die die Konzeption und Umsetzung übernahm. Seit Herbst 2001 wird das Projekt im XENOS-Programm der Bundesregierung gefördert. Ziel ist die Bekämpfung rechtsextremer Tendenzen junger Menschen im Betreuungsbereich der IG BAU durch Netzwerkbildung, Sensibilisierung, Qualifizierung und Aktivierung von Multiplikatoren und Betroffenen. Schließlich ist die IG BAU besonders von dem Thema »illegale Beschäftigung« und Rechtsextremismus betroffen. Das Projekt bietet Multiplikatorenschulungen, Arbeitstagungen, lokale/regionale Aktionen und Bildungsveranstaltungen angeboten. Das kritische Thema illegale Beschäftigung wird in einer Unterrichtseinheit mit verschiedenen Modulen aufbereitet, zu denen unter anderem ein Quiz gehört.
Mehr Material: www.bau-auf-mich.de


»Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt« (Transnet-Jugend)

Die Kampagne »Bahn-Azubis gegen Hass und Gewalt« startete im Herbst 2000 mit einem Wettbewerb: Die 2.400 Auszubildenden des ersten Lehrjahrs waren aufgerufen, im Rahmen der »Für Gleichbehandlung und kollegiales Miteinander – Gegen Fremdenfeindlichkeit und antidemokratische Tendenzen« Projekte zu initiieren. Dabei kamen Veranstaltungen, Konzerte, aber auch künstlerisch motivierte Produkte wie ein Kalender »accept me« zustande. Inzwischen gehört die Teilnahme an der Kampagne als obligatorischer Abschnitt zur Ausbildung der Bahn-Azubis. ?
Weitere Informationen sind unter www.transnet-jugend.org abrufbar.


(aus Soli extra "Antirassismus", Herbst 2003, Autor: Soli extra)

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