Deutscher Gewerkschaftsbund

Was macht eigentlich die Hans-Böckler-Stiftung?

Stipendien bekommen Studierende von Stiftungen. Die bekanntesten sind die Stiftungen der politischen Parteien, der Kirchen, der Wirtschaft. Nicht zu vergessen sind die Studienstiftung des deutschen Volkes und der Deutsche Akademische Austauschdienst, der nur Auslandsstipendien vergibt. Auch der DGB hat eine Studienförderung: die Hans-Böckler-Stiftung (HBS).

Für ein Stipendium muss man sich bei der HBS direkt bewerben. Wenn man gefördert wird, erhält man einen monatlichen Zuschuss, der in der Regel in der Höhe des BAföG-Satzes liegt. Darüber hinaus gibt es meist Büchergeld und "ideelle Förderung".

Die Stiftung fördert aber beileibe nicht alles. Sondern nur das Studium an staatlichen bzw. staatlich anerkannten Universitäten, Gesamthochschulen, Technischen Hochschulen und Pädagogischen Hochschulen, an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg, an Fachhochschulen, an Instituten zur Erlangung der Hochschulreife sowie Abendgymnasien. Darüber hinaus vergibt die Stiftung Promotionsstipendien.

Das Studium kann vom ersten Semester an gefördert werden. Das Studium an Abendgymnasien kann erst gefördert werden, wenn aufgrund der Richtlinien des betreffenden Instituts eine Berufstätigkeit nicht mehr ausgeübt werden darf.

Im Rahmen der Studienförderung unterstützt die Stiftung Auslandsaufenthalte ihrer Stipendiaten. Das Auslandsstudium wird in der Regel für ein akademisches Jahr gefördert. Anträge, die sich nur auf die Förderung des Auslandsaufenthaltes beziehen, werden abgelehnt.

Die materielle Förderung besteht im wesentlichen aus Stipendium und Büchergeld. Der Höchstbetrag des Stipendiums beträgt monatlich 525 Euro in der Grundförderung und 920 Euro in der Promotionsförderung. Unter bestimmten Voraussetzungen wird gegen Nachweis ein Zuschuss zur Krankenversicherung in Höhe von maximal 53 Euro (gilt nicht in der Promotionsförderung) gezahlt. Die Stipendienhöhe wird gegebenenfalls um die den Unterhaltsverpflichteten zumutbaren Eigenleistungen gekürzt. Um diese berechnen zu können, sind die Stipendiaten der Stiftung verpflichtet, Auskünfte über die wirtschaftliche Lage der Eltern oder des Ehepartners und die eigenen Einnahmen zu erteilen.

Das Stipendium wird auch in den vorlesungsfreien Zeiten gezahlt. Die Stipendiaten sollen damit in die Lage versetzt werden, ihr Studium planmäßig innerhalb einer angemessenen Studienzeit, die sich nach der im BAföG festgelegten Höchstförderungsdauer richtet, abzuschließen. Das monatliche Büchergeld beträgt 80 Euro in der Grundförderung. In der Promotionsförderung kann statt eines Büchergeldes eine Forschungskostenpauschale in Höhe von 100 Euro monatlich gewährt werden.

Alle Leistungen erfolgen nach Maßgabe der vom Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie erlassenen Rahmenrichtlinien für die Begabtenförderung.

Die ideelle Förderung besteht in der Betreuung durch die Referenten und Vertrauensdozenten der Stiftung, der Betreuung durch die jeweilige Gewerkschaft, in der Möglichkeit der Teilnahme an Seminaren und Stipendiatentreffen und in der Mitarbeit in den Stipendiatengruppen, in Berufsinformation, der Beteiligung am Praktikantenprogramm und in Freiabonnements für die "Gewerkschaftlichen Monatshefte" und "Die Mitbestimmung".

Die Förderungszusage der Stiftung, die auf höchstens drei Semester befristet ist, wird erst nach Teilnahme an einem Grundseminar der Stiftung wirksam.

Die Weiterförderung erfolgt nicht automatisch, sondern auf Antrag und wird in entsprechender Anwendung der für die Auswahl geltenden Kriterien überprüft.

Die Stiftung trifft die Weiterförderungsentscheidungen auf Grundlage der Semesterberichte, der vorgelegten Studienplanungen, dem Gutachten der Vertrauensdozenten und der Stellungnahmen der Stipendiatengruppen.

Die Studiennachweise ergänzen dokumentierend die Semesterberichte und die Gutachten. Sie sollen sowohl über den Fortgang des Studiums als auch über das gewerkschaftliche und gesellschaftspolitische Engagement während des Studiums Aufschluss geben. Darüber hinaus wird für die Weiterförderung die Teilnahme an Seminaren der Stiftung und die kontinuierliche Mitarbeit in der Stipendiatengruppe vorausgesetzt.


(aus Soli extra "Students at work" Winter 2002, Autor: Soli aktuell)

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