Deutscher Gewerkschaftsbund

Kooperationsstellen und Hochschulinformationsbüros

Kooperationsstellen: Verlinken & Vernetzen

Gewerkschaftliche Kooperationsstellen organisieren die Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen und der Arbeitswelt.

Und zwar, damit beide Seiten voneinander profitieren und lernen. Konkret bedeutet das: Gewerkschaftliche Kooperationsstellen erweitern und entwickeln Handlungsweisen in Wissenschaft und Arbeitswelt für Gewerkschaften, Betriebe, Verwaltungen, Hochschulen und deren soziales und kulturelles Umfeld. Sie machen in der Regel keine Beratung, sondern dienen der Forschung, dem Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Gewerkschaften. Zur Zeit existieren 18 solcher Stellen.

Erste Überlegungen zur Einrichtung dieser Stellen stammen aus den siebziger Jahren. Sie arbeiten seitdem gemäß den Beschlüssen und Empfehlungen eines paritätisch besetzten Kuratoriums und eines ebenfalls paritätisch besetzten Arbeitsausschusses. Sie sollen die Zusammenarbeit zwischen den Partnern Hochschule und Gewerkschaft herstellen. Ihre Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass die Probleme der Arbeitswelt und die Interessen der Beschäftigten in Lehre, Forschung und Weiterbildung verstärkt berücksichtigt werden.

Zudem sollen sie ArbeitnehmerInnen sowie gewerkschaftlichen und betrieblichen Funktionären einen adäquaten Zugang zu den Ergebnissen wissenschaftlicher Arbeit eröffnen. Sie stellen Materialien bereit und bieten die Vermittlung notwendiger Kontakte an. Voraussetzung für ihre Arbeit ist dabei der Auf- und Ausbau einer angemessenen Infrastruktur im universitären wie auch gewerkschaftlichen Bereich. Das Profil der Koops hat sich in den letzten Jahren verändert. Während in den Anfangsjahren der Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Arbeitswelt im Vordergrund stand – kritische Wissenschaftler hatten gerade die Hochschulen erobert, und die Universitäten öffneten sich zunehmend für Fragestellungen, die auch für Arbeitnehmer interessant sind –, liegt heute ein Schwerpunkt bei den Studierenden. Konsequenz in der Praxis: Organisation von Ringvorlesungen, aber auch Vermittlung von Praktikumsplätzen. Zudem wird sich dem "Kerngeschäft" gewidmet: Organisation von Tagungen und Seminaren, Vermittlung von Experten für Betriebsarbeit und Anschieben von Forschungsprojekten.

Eine einheitliche Ausrichtung haben die Kooperationsstellen dennoch nicht, dafür sind die regionalen Prägungen der jeweiligen Universitäten zu unterschiedlich. Deshalb wird eine stärkere Vernetzung angestrebt. Und: Weitere Dependancen sollen vor allem in den östlichen Bundesländern entstehen. Die Kooperationsstellen werden dabei finanziell von der Hans-Böckler-Stiftung unterstützt.

Siehe auch Hans-Böckler-Stiftung/Studienförderung



Hochschulinformationsbüros: Beraten & Mitmachen

Was die Koopstellen für die Forschung sind, sind die Hochschulinformationsbüros (HIB) für die materielle Seite im Leben der Studierenden.

Die HIB leisten Hilfestellung bei Fragen, die die Erwerbstätigkeit betreffen: Welche Rechte habe ich am Arbeitsplatz, wie setze ich sie durch?

Auch in der Hochschulpolitik mischen die HIB mit. Gemeinsam mit dem DGB und den Einzelgewerkschaften, Bildungsträgern und Studierendenvertretungen organisieren sie Diskussions- und Informationsveranstaltungen.

Wer Fragen zum Thema Bewerbung hat, kann sich ebenfalls an die HIB wenden. Sie veranstalten u.a. Seminare und Bewerbungstraining. In den Seminaren geht es darum, die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten einzuschätzen und sich mit beruflichen Wünschen und Zielen auseinanderzusetzen. Daneben gibt es Tipps für die Anfertigung der schriftlichen Bewerbungsunterlagen und Übungen zu Vorstellungsgesprächen.

Die HIB beraten zudem in arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Fragen, über BAföG, gewerkschaftliche Angebote, Möglichkeiten des Engagements und über die Stipendien.


(aus Soli extra "Students at work" Winter 2002, Autor: Soli aktuell)

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