Deutscher Gewerkschaftsbund

"Die wollen sich doch gar nicht integrieren."

Bestimmt gibt es welche, die keinen Sinn darin sehen, sich eine Basis in Deutschland aufzubauen. Ihr Ziel ist es, möglichst schnell wieder zu ihren Familie oder zu ihren Freund_innen im Heimatland zu finden. Den anderen wird es aber auch nicht unbedingt leicht gemacht: Sie dürfen nicht arbeiten, es gibt nicht genug Deutschkurse und vor allem leben sie nur unter Leidensgenoss_innen. Da fällt es erstmal leichter Anschluss zu finden, als in einer Gesellschaft, die Krieg und Elend vor allem aus den Geschichten ihrer Großeltern kennt. Oft wird auch der Vorwurf erhoben, Migrant_innen würden in sogenannten Parallelgesellschaften leben, sich eigene Strukturen, "außerhalb" der Gesellschaft aufbauen. Grund dafür ist jedoch weniger die Herkunft sondern vor allem die soziale Lage, die Menschen dazu zwingt sich eigene Strukturen aufzubauen.

Integration ist keine Einbahnstraße. Sie kann sich nicht ausschließlich als Forderung an Zugewanderte und ihre Nachkommen richten. Ebenso muss die Mehrheitsgesellschaft Migrant_innen als gleichberechtigte Bürger_innen anerkennen und ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. An dieser Bereitschaft hat es in Deutschland jahrzehntelang gemangelt, eine staatliche Integrationspolitik war quasi nicht existent.

Damit Integration gelingen kann, müssen Chancengleichheit, Partizipationsmöglichkeiten und rechtliche Gleichstellung gewährleistet sein. Integration ist also vielmehr eine politische und soziale Frage, als eine kulturelle.

Schon gewusst, dass nur zwei Prozent der muslimischen Mädchen nicht am Schwimmunterricht in der Schule teilnehmen?

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