Deutscher Gewerkschaftsbund

"Muslime unterdrücken Frauen und sind übergriffig!"

Statistiken über sexualisierte Gewalt zeigen, dass Religion in den wenigsten Fälle Grund für Übergriffe ist: Der überwiegende Teil der Übergriffe passiert im privaten Kontext, Opfer und Täter kennen sich persönlich und stehen nicht selten in einem Vertrauensverhältnis. Überfälle und Angriffe durch "Fremde" bilden die Ausnahme. Die Amadeu Antonio Stiftung schreibt weiter dazu: "Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund sind bei Sexualdelikten nicht auffälliger als 'Deutsche'. Entsprechende Straftaten steigen nicht mit dem Zuzug von Flüchtlingen in einem Ort. Vielmehr bagatellisiert oder dethematisiert diese Projektion Sexismus und sexualisierte Gewalt in der 'deutschen' Mehrheitsbevölkerung und legitimiert Rassismus." Die Diskussion um die Herkunft und den Glauben von Tätern, wie etwa an Sylvester 2016 in Köln, dreht diese Realität jedoch um: Anstatt über strukturelle sexualisierte Gewalt zu sprechen, wird die Religion und die Herkunft für die Taten verantwortlich gemacht.

Ein "islamisches" Frauenbild gibt es zudem nicht. Genauso wenig wie ein "christliches" Frauenbild existiert. Ein abwertendes Frauenbild und Sexismus sind Probleme, die bearbeitet werden müssen – im Alltag, in Gesprächen und auf gesellschaftlicher Ebene. Bestimmte Gruppen dabei aber pauschal zu verdächtigen hilft in der Debatte nicht weiter.

WIR IM SOCIAL WEB