Deutscher Gewerkschaftsbund

Aufschwung ohne uns

IG Metall-Umfrage zur jungen Generation: Prekarität ist die Geschäftsgrundlage der Wirtschaft.

Die IG Metall warnt davor, dass der Aufschwung an der jungen Generation vorbeizugehen droht. Auch nach der Krise prägen Arbeitsverhältnisse wie Praktika, Leiharbeit und befristete Jobs immer mehr die Lebens- und Arbeitssituation von jungen ArbeitnehmerInnen. Dies belegt eine im Herbst 2010 im Auftrag der IG Metall durchgeführte Befragung.

Mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Erwerbstätigen unter 25 Jahren arbeitet in prekären Arbeitsverhältnissen. Damit werden die Zahlen des Krisenjahres 2009 um neun Prozentpunkte übertroffen. Bei den Erwerbstätigen unter 35 Jahren sind 30 Prozent befristet beschäftigt.

Ein Fünftel der Beschäftigten unter 35 arbeitet in Teilzeit, obwohl bei der Mehrheit der Wunsch nach einer Vollzeitstelle besteht. Auch der häufig in Aussicht gestellte "Klebeeffekt", wonach Leiharbeit zur Übernahme führt, bleibt eine Ausnahme und hat sich gegenüber dem Vorjahr noch verschlechtert.

Die Ergebnisse der Studie zeigen auch, dass die Befragten von der Politik eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (89 Prozent) sowie die Einführung von Mindestlöhnen (82 Prozent) und die Begrenzung der Leiharbeit (71 Prozent) erwarten.

Infos: www.igmetall.de


(aus der Soli aktuell 11/10, Autor: Jürgen Kiontke)

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